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“One Billion Rising”

Tanzen für die Selbstbestimmung

Am Donnerstag findet in Wien die Frauenrechts-Kundgebung „One Billion Rising“ statt. Im Zentrum des Events steht eine Tanzeinlage, mit der sich Frauen die körperliche Selbstbestimmung zurückholen wollen.

Wien, 03. Mai 2022 | Donnerstagabend werden am Ballhausplatz Frauen zum Protest-Song „Break the Chains“ tanzen. Unter dem Titel „One Billion Rising“ soll die Aktion auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen.

Die Frauenrechtsaktion fand 2013 erstmals in Österreich statt. 2015 formierte sich der Verein „One Billion Rising Austria“ (OBRA), deren Obfrau und künstlerische Leiterin Aiko Kazuko Kurosaki ist. Es gebe zwar eine eigene Choreografie zum Lied, sagt Kurosaki, aber „es geht nicht darum, wie wir tanzen, es geht darum, dass wir es tun.“ Neben zahlreichen Rednerinnen sind am Donnerstag auch Künstlerinnen für Tanz- und Musik-Einlagen geladen.

Den eigenen Körper zurücknehmen

„Die Kundgebung ist nicht gegen etwas, sondern für etwas“, sagt Kurosaki. Es gehe bei der Aktion um einen lustvollen Umgang mit dem eigenen Körper, betont Petra Unger, Gründerin der Wiener Frauen*Spaziergänge. Denn, das betonen Frauenrechts-Aktivistinnen immer wieder, Gewalt beginnt vor der totalen Eskalation, dort, wo Frauen die Selbstbestimmung genommen wird.

Durch die Tanzeinlage sollen sich Frauen ihren Körper zurückholen können, insbesondere von Männern. Denn in 91 Prozent der Fälle geht körperliche Gewalt gegen Frauen von Männern aus.

Lücken in Sicherheitsapparat, Justiz und Budget

In den vergangenen Jahren ist Gewalt gegen Frauen – und deren Gipfel, der (versuchte) Femizid – stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Eine staatliche Statistik gibt es nicht, aber die Autonomen Österreichischen Frauenhäuser (AÖF) führen Statistiken über Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Bisher gab es dieses Jahr laut Aufzeichnungen der ÖAF demnach neun mutmaßliche Frauenmorde in Österreich. 2018 war mit 41 mutmaßlichen Femiziden ein trauriges Rekordjahr, 2021 wurden 31 Frauen Opfer vermutlich frauenfeindlicher Gewalt.

An den Gewaltschutz-Gesetzen könne es nicht liegen, sagt Unger, denn die seien im internationalen Vergleich vorbildlich. Vielmehr liege es an einer lückenhaften Umsetzung und daran, dass der Justizapparat nicht ausreichend geschult sei für das Thema. Und, betonen Unger und ihre Mitstreiterinnen, das Bundesbudget für Frauen sei nach wie vor zu gering. Seit Jahren fordern Frauenrechtsorganisationen auch mehr Geld für den Gewaltenschutz. „Jetzt wissen wir, wie schnell und wie viel Geld locker gemacht werden kann“, sagt Unger mit Blick auf den Krieg in der Ukraine, wohin die EU unter anderem Waffen liefert.

Realismus statt Romantik

Eigentlich findet die Kundgebung weltweit jährlich am 14. Februar statt, Valentinstag, auch „V-Day“ genannt. Frauenrechtlerinnen lassen das „V“ für „Victory“ und „Vagina“ stehen und haben den Tag zum internationalen Aktionstag gegen Gewalt an Frauen erklärt.

Er soll in Opposition zur verklärten Romantik des Valentinstags stehen, an dem Frauen Geschenke bekommen, während sie das restliche Jahr hinweg von Gewalt betroffen sind. Dieses Jahr wurde die Kundgebung Corona-bedingt auf 5. Mai verschoben.

(pma)

Titelbild: Petra Paul/OBRA

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1 Kommentar
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maruh
3. 05. 2022 20:33

i hab jetzt 3 mal “selbstbefriedigung” glesen

-_-