Dienstag, Juli 23, 2024

Corona: Vier-Punkte-Plan für Herbst liegt vor

Corona:

Das Gesundheitsministerium hat am Freitag einen „Variantenmanagementplan“ vorgestellt. In diesem sind vier grobe mögliche Szenarien für den dritten Pandemie-Herbst erarbeitet worden.

Wien, 06. Mai 2022 | Am Freitag präsentierte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) mit Fachleuten einen sogenannten Variantenmanagementplan, kurz VMP. Dieser enthält vier Szenarien. Sie reichen vom “Idealfall” ohne erforderliche Einschränkungen über den “günstigen Fall” mit neuen Omikron- und Delta-ähnlichen Varianten und partiellen Einschränkungen bis hin zu den weniger günstigen Szenarien 3 und 4.

Im “ungünstigen Fall” tritt das Virus häufig auf und kommt es zu unvorhersehbaren Ausbrüchen neuer Varianten, die zu weitreichenden Störungen des gesellschaftlichen und sozialen Lebens führen. Szenario 4 umfasst den “sehr ungünstigen Fall”, den “Worst Case”. Darin kommt es zu “erneuten Wellen, die sehr hohe Zahlen an Infektionen und Hospitalisierungen verursachen”. In diesem Fall kommt es zu starken Einschränkungen im gesellschaftlichen und sozialen Leben, es wird weiterhin eine Übersterblichkeit und eine Abnahme der durchschnittlichen Lebenserwartung verzeichnet. Der finale Plan soll Anfang Juni vorliegen, kündigte Rauch an.

„Vorausschauendes Agieren“ vor drittem Pandemie-Herbst

In die Erarbeitung wurden 80 Experten eingebunden. Mit an Bord ist auch der Virologe Andreas Bergthaler von der Medizinischen Universität Wien und dem Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Ihm erscheint es “relativ sinnvoll, dass wir nach drei Jahren vom Prinzip Hoffnung auf vorausschauendes Agieren umschwenken”.

Vorbereitet werden sowohl szenarienabhängige als auch unabhängige Maßnahmen. Zu letzteren gehört etwa die Schaffung einer guten Datengrundlage. Dass es im dritten Pandemieherbst eine umfassende und einheitliche Datengrundlage geben wird, kann Gesundheitsminister Rauch “nicht garantieren”. “Wir haben den Föderalismus, darunter leiden wir”, konstatierte er. Derzeit gibt es in Österreich jeden Tag drei unterschiedliche Daten – die Fallzahlen des nationalen Krisenstabs, jene des Epidemiologischen Meldesystem (EMS) und jene der AGES. Rauch gab zu, dass es einen Nachholbedarf gibt, sagte aber, der könne nicht „von heute auf morgen“ aufgeholt werden.

Impfquote heben durch Überzeugungsarbeit

Ob es eine Impfpflicht geben wird, beantwortete Rauch nicht, er verwies auf die Impfpflicht-Kommission. Die wird Ende Mai wieder einen Bericht vorlegen, das nächste Mal dann erst Ende August. Unabhängig von einer möglichen Impfpflicht sei es “unsere Aufgabe, die Menschen zur Impfung zu bringen”, sagte der Gesundheitsminister. Werbespots und Inserate würden nicht ausreichen. Auf Vertrauensbasis müsse mit den Menschen gesprochen und Überzeugungsarbeit geleistet werden, in Arztpraxen, Vereinen, Apotheken. In der Impfpflicht selbst sieht er “ein Notinstrument”.

Laut EMA ist zu erwarten, dass Moderna und BioNTech ihre mRNA-Impfstoffe bis Herbst an Omikron angepasst haben werden. Seit dieser Woche ist bekannt, dass auch in Österreich Fälle der neuen Untervarianten BA.4 und BA.5 aufgetreten sind. Diese sind derzeit für die mittlerweile fünfte Corona-Welle in Südafrika verantwortlich.

(apa/pma)

Titelbild: APA Picturedesk

Autor

  • Pia Miller-Aichholz

    Hat sich daran gewöhnt, unangenehme Fragen zu stellen, und bemüht sich, es zumindest höflich zu tun. Diskutiert gerne – off- und online. Optimistische Realistin, Feministin und Fan der Redaktions-Naschlade. @PiaMillerAich

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