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»Wiener Gusto«:

Stadt Wien startet eigene Bio-Lebensmittel-Marke

Am 1. Juni startet die Stadt Wien mit ihrer eigenen Bio-Lebensmittel-Marke. Den Anfang macht Weizenmehl, weitere Produkte sollen im Laufe der folgenden zwei Jahre folgen.

Wien, 18. Mai 2022 | Am 1. Juni bringt Wien die Bio-Lebensmittel-Marke „Wiener Gusto“ auf den Markt. Für den Anfang gibt es glattes Bio-Weizenmehl zu kaufen. Im Laufe der kommenden zwei Jahre soll die Produktpalette dann erweitert werden. Die Produkte werden in einem eigenen Webshop, im Ab-Hof-Shop in Laxenburg und bei Interspar erhältlich sein.

Die Stadt Wien hat rund 2.000 Hektar Acker- und Weinflächen und ist damit einer der größten Bio-Betriebe Österreichs. Bisher ist die Ernte an den Großhandel verkauft worden. Mit der neuen Eigenmarke solle nun ein Signal für biologische Bewirtschaftung und Produktion gesetzt werden, so Jürgen Czernohorszky, SPÖ-Klimastadtrat.

Schrittweiser Sortiment-Ausbau

Als nächstes geplanterweise am Start: Bio-Berglinsen, Bio-Erdäpfel, weitere Mehlsorten, Bio-Leinöl, Bio-Kichererbsen und Fleisch vom Wild. Das Fleisch-Sortiment soll auch um Bio-Schweine- und -Rinderfleisch erweitert werden. Etwa ab dem Jahreswechsel werden Landschweine – voraussichtlich Schwäbisch-Hällische Landschweine – in Laxenburg auf freier Fläche gehalten werden. Ab dem ersten Halbjahr 2023 sollen dort auch Hochlandrinder gezüchtet werden.

Die Felder der Stadt werden durch das Biozentrum Lobau und das Bio-Stadtgut Laxenburg bewirtschaftet. Die Bewirtschaftung in den Stadtgütern erfolgt schon seit Jahren rein biologisch. Das Stadtgut Laxenburg ist seit Frühling 2021 bio-zertifiziert.

Czernohorszky: „Beitrag zu Klimaschutz und Versorgungssicherheit“

„Die Produkte sind 100 Prozent biologisch und aus regionaler Produktion und durch kurze Transportwege ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit unserer Stadt“, betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. Humusreiche Böden seien enorme Kohlenstoffspeicher und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, so Czernohorszky.

Das Logo für die städtische Marke ist übrigens das Wiener Stadtwappen, dessen rechtes oberstes Eck durch ein grünes Blatt ersetzt wurde. „Uns war es wichtig, dass sich die neue Bio-Marke ganz klar aus unserer städtischen Dachmarkenstrategie ableitet und sich mit zentralen Werten wie Nachhaltigkeit, Wiener Stolz und höchstem Qualitätsanspruch nahtlos in die Architektur einfügt“, erläutert Martin Schipany, Abteilungsleiter des Presse- und Informationsdienstes (PID).

Denn genau in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz geraten die Stadt Wien und Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) immer wieder in Kritik. Zuletzt hatten etwa die Räumung des Protestcamps gegen die Wiener Stadtstraße und Klagsdrohungen an Klima-Aktivisten, darunter auch Minderjährige, für Aufregung gesorgt.

Künftig Teil der „Stadternte Wien“

„Wiener Gusto“ erweitert auch die Produktpalette der „Stadternte Wien“ der Wiener Landwirtschaftskammer, die Lebensmittel kennzeichnet, die innerhalb der Wiener Stadtgrenzen produziert werden. Viele davon bereits in Bio-Qualität: Knapp ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Flächen von 5.700 Hektar werden in Wien bereits biologisch bewirtschaftet.

Zu den Produkten der „Stadternte Wien“ zählen unter anderem Honig aus dem Prater und Weinbergschnecken vom Gugumuck-Hof.

(pma)

Titelbild: C.Jobst/PID

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2 Kommentare
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Toni
20. 05. 2022 11:54

Ein Bio-Schnitzel für den Ludwig. Mit Bio-Pommes und einem Bio-Bier.

Antiparteiisch
18. 05. 2022 22:45

Na, schau, Fleisch für den Bladen gibt es auch.

Jetzt bekämpfen wir die Inflation mit Wiener Kolchosen und Sowchosen.

Zuletzt bearbeitet 1 Monat zuvor von Antiparteiisch