Freitag, Juli 12, 2024

Ex-Außenministerin Kneissl verlässt Rosneft-Aufsichtsrat

Karin Kneissl hat ihr Aufsichtsrat-Mandat beim russischen Mineralölkonzern Rosneft zurückgelegt. Zuletzt hatte das EU-Parlament Sanktionen gegen Ex-Politiker gefordert, die ihre Funktionen in russischen Staatsunternehmen nicht aufgeben.

Moskau/Kiew/Paris, 23. Mai 2022 | Die frühere österreichische Außenministerin Karin Kneissl hat den Aufsichtsrat des russischen staatlichen Mineralölkonzerns Rosneft verlassen. Das teilte das Unternehmen am Montag laut der Nachrichtenagentur Reuters mit. Kneissl, die heute in Frankreich lebt, schrieb auf Twitter, sie habe dem Konzern bereits im März mitgeteilt, nach dem Auslaufen ihres einjährigen Mandats nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Kurz nach Russlands Angriff auf die Ukraine hatte Kneissl in einem Interview gesagt, sie plane nicht, ihren Aufsichtsratposten aufzugeben. Im selben Interview beschwerte sie sich darüber, dass ihr ihre Nähe zu Wladimir Putin beruflich geschadet hätte. Putin war Gast auf Karin Kneissls Hochzeit gewesen und hatte ihr sogar Saphir-Ohrringe im Wert von 50.000 Euro geschenkt.

EU-Parlament forderte Sanktionen

Ehemalige europäische Politiker, die für russische Unternehmen tätig sind, waren zuletzt unter immer stärkeren Druck geraten, ihre Funktionen dort aufzugeben. Am Donnerstag hatte das Europäische Parlament sich für Sanktionen gegen sie ausgesprochen.

Am Freitag war dann bekannt geworden, dass auch der frühere deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder, ein persönlicher Freund von Russlands Präsident Wladimir Putin, seinen Posten als Aufsichtsratschef von Rosneft verlässt.

(apa/pma)

Titelbild: APA Picturedesk

Autor

  • Pia Miller-Aichholz

    Hat sich daran gewöhnt, unangenehme Fragen zu stellen, und bemüht sich, es zumindest höflich zu tun. Diskutiert gerne – off- und online. Optimistische Realistin, Feministin und Fan der Redaktions-Naschlade. @PiaMillerAich

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