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Tirol:

Wieder Abfahrverbote an verkehrsstarken Wochenenden

An verkehrsstarken Tagen herrschen in Tirol ab dem Pfingstwochenende bis September wieder Abfahrverbote. Das Abfahren ins niederrangige Verkehrsnetz ist dann nur für Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr erlaubt.

Innsbruck/Brenner, 23. Mai 2022 | Damit Durchreisende in Tirol im Falle eines Staus nicht von der Autobahn abfahren und das niederrangige Straßennetz verstopfen, werden auch im heurigen Sommer wieder sogenannte Abfahrverbote gelten. Ausgenommen sind Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr, hieß es.

Die ersten Abfahrverbote – ausschließlich in Fahrtrichtung Süden – gelten damit bereits mit Beginn des Pfingstwochenendes, zwischen Freitag den 3. Juni ab sieben Uhr und Sonntag den 5. Juni ab 19 Uhr. Zusätzlich sind die Fahrverbote in Fahrtrichtung Norden von Samstag den 18. Juni ab sieben Uhr bis Sonntag den 19. Juni um 19 Uhr in Kraft. Generell gelten die Abfahrverbote für alle Kraftfahrzeuge in beide Fahrtrichtungen dann ab Samstag den 9. Juli bis inklusive Sonntag den 11. September, jeweils von Samstag 7 bis Sonntag 19 Uhr.

Protest aus Bayern

Bereits im Sommer 2019 war mit diesem Instrument versucht worden, den Ausweichverkehr einzudämmen, was gehörige politische Proteste vor allem in Bayern zur Folge hatte. “Mit den Fahrverboten und Dosier-Ampeln werden wir – wie auch schon in der Winterreisezeit – dem massiven Ausweichverkehr durch Ortschaften entgegenwirken”, so der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

“Das Problem des Ausweichverkehrs ist im heurigen Sommer, angesichts der zu erwartenden Verkehrsdichte in Kombination mit bestehenden Straßensperren und Baustellen, sicherlich gravierender”, meinte Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne). Durch die Vorgangsweise wolle man “die Sicherheit und Flüssigkeit des Verkehrs auf den heimischen Straßen” gewährleisten, sagte sie.

Stau-Sommer

Der ÖAMTC fürchtet dieses Jahr einen regelrechten Stau-Sommer. Laut dem Reisemonitoring des Autoclubs ist die Reiselust dieses Jahr besonders hoch. Demnach wollen 56 Prozent im Ausland Urlaub machen, zwei Drittel der Befragten planen sogar, mehrmals im Sommer zu verreisen. Italien und Kroatien sind dabei die beliebtesten Ziele. Innerhalb Österreichs planen die meisten Befragten Urlaub in der Steiermark. Kärnten, Oberösterreich und Tirol. Sieben von zehn Reisende haben vor, mit dem Auto in die Ferien zu fahren.

Gleichzeitig wird die A10, die Tauernautobahn, saniert. Die 800 Meter lange Baustelle wird nun doch nicht wie geplant im Sommer zurückgebaut, weil die Asfinag befürchtet, sonst nicht mit der Sanierung fertig zu werden. Statt vier Spuren steht daher auch im Sommerverkehr nur eine zur Verfügung. Die Fahrstreifen im Baustellenbereich sollen aber breiter gemacht werden, wie die Asfinag angekündigt hat. Salzburg plant daher, die bestehende Abfahrtssperren-Verordnung auszuweiten, um die Umgebung nicht mit Verkehr zu belasten. Das Verbot soll statt von Freitag bis Sonntag von Donnerstag bis Sonntag gelten.

Kontrolle durch Polizei

Die Fahrverbote wurden von der Verkehrspolizei in das Verkehrsinformationssystem des Innenministeriums eingespielt, damit diese den Fahrerinnen und Fahrern direkt auf den Navigationsgeräten digital angezeigt werden. Polizei und eigens geschulte Straßenaufsichtsorgane werden die Einhaltung zudem an neuralgischen Punkten kontrollieren. Dafür wurde von der Landesregierung 100.000 Euro in die Hand genommen.

(apa/pma)

Titelbild: APA Picturedesk

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3 Kommentare
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maruh
23. 05. 2022 19:07

bwahahahaha

“Protest aus Bayern”

bwahahaha

23. 05. 2022 19:59
Antworte auf  maruh

Tun diese Tiroler schon wieder den Söder ärgern. Sauber!

Hubs
23. 05. 2022 15:39

Und Dank unserer überaus intelligenten Verkehrslandesrätin fahren die Urlauber über den Zirlerberg kommend, nicht auf die Autobahn, sondern über die Bundesstrasse durch die Kranebitter Allee nach Innsbruck und durch Innsbruck Richtung Brenner. Die 2. Ausweichroute führt durch Kematen und Völs ebenfalls nach und durch Innsbruck. Und die 3. Ausweichroute führt über Axams, Birgitz, Götzens durch das Mittelgebirge zur Autobahnauffahrt beim Zenzenhof. Um die Innsbruck und die genannten Dörfer zu entlasten bräuchte es nur ein Auffahrgebot auf die Autobahn, welches man in Zirl problemlos exekutieren könnte.