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ZackZack am Montagmorgen – 20. Juni 2022

20. Juni 2022

Was am Montagmorgen wichtig ist: Sorge um Österreichs Gasversorgung, Russland macht Ukraine mürbe, Linker gewinnt in Kolumbien gegen „Anden-Trump“, Konservative erobern Andalusien, Macron blamiert sich.

Wien, 20. Juni 2022 | Der Montagmorgen startet mit Fragezeichen rund um unsere Gasversorgung sowie diversen Wahlüberraschungen weltweit.

Sorge um Österreichs Gasversorgung

Mellach | Das derzeit stillgelegte Fernheizkraftwerk Mellach in der Steiermark soll so umgerüstet werden, dass dort im Notfall wieder aus Kohle Strom und Wärme erzeugt werden können. Das sagte Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) in der „ZiB 2 am Sonntag“ nach einem „kleinen Krisenkabinett“, bei dem sie mit Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP), Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) und Experten über die Sicherung der Energieversorgung beraten hat.

Am Sonntagvormittag hatte die OMV gemeldet, dass aus Russland wie schon in den Tagen zuvor neuerlich etwa um die Hälfte weniger Gas nach Österreich geliefert wurde als üblich. Die Nachfrage nach Gas sei derzeit aber eher gering, beschwichtigte man. Kritik kommt aus den Reihen der Wirtschaftskammer und der Opposition. Demnach gebe es keine echten Notfallpläne für den Fall eines Gaslieferstopps von Putin. Auch Greenpeace und der wirtschaftsliberale Think Tank Agenda Austria übten Druck auf die Regierung aus.

(apa/red)

Russland macht Ukraine mürbe

Kiew | Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat den Krieg mit Russland als nunmehrigen Artilleriekrieg bezeichnet. In der Sendung „Anne Will“ des deutschen Senders ARD, sagte Kuleba am Sonntagabend zugleich, die russischen Truppen hätten bei Artilleriewaffen eine Übermacht von 15:1. Deshalb brauche die Ukraine hier dringend Waffen wie Artillerie-Systeme, Flugabwehrgeräte und Raketensysteme.

Je früher die Waffen kämen, desto größer sei die Hilfe und desto weniger Menschen würden sterben. Er hoffe, dass Deutschland in Sachen Waffenlieferungen mehr tun könne und mehr tun werde. Die Ukraine würde auch im Falle eines Endes westlicher Waffenlieferungen den Kampf gegen Russland weiterführen.

(apa)

Linker gewinnt in Kolumbien gegen „Anden-Trump“

Bogota | Sensation in Kolumbien: Mit Gustavo Petro wird zum ersten Mal ein linker Politiker Präsident von Kolumbien. Nach der Stichwahl vom Sonntag liegt Petro laut der kolumbianischen Wahlbehörde nach Auszählung fast aller Stimmen uneinholbar vorn. Demnach erhielt der Senator 50,47 Prozent der Stimmen. Sein Gegner, der rechtspopulistische Millionär Rodolfo Hernández, auch genannt „Anden-Trump“, kam auf 47,27 Prozent.

Der frühere Guerillakämpfer Petro war nach seiner Abkehr vom bewaffneten Kampf unter anderem Diplomat in Belgien und Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá. Er strebt tiefgreifende Reformen an, dazu zählen Steuern für Vermögende, ein Notprogramm gegen den Hunger sowie die Förderung erneuerbarer Energien.

(apa/red)

Konservative erobern Andalusien

Sevilla | Spaniens konservative Volkspartei (PP) hat am Sonntag bei den vorgezogenen Regionalwahlen im südspanischen Andalusien einen historischen Wahlsieg erreicht. Mit 57 Mandaten holten die Konservativen des bisherigen Regionalchefs Juan Manuel Moreno erstmals in der demokratischen Geschichte Spaniens eine absolute Mehrheit.

Damit dürfte der sozialdemokratische Ministerpräsident Spanien, Pedro Sanchez, unter Druck stehen. Landesweite Wahlen sollen im Herbst 2023 stattfinden.

(apa/red)

Macron blamiert sich

Paris | Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat bei der Parlamentswahl mit seiner konservativ-liberalen Bewegung En Marche die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung klar verfehlt. In der Endrunde am Sonntag kam man laut Innenministerium in Paris nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 245 der 577 Sitze.

Das neue linke Bündnis von unter anderem Jean-Luc Mélenchon erzielte 131 Sitze im Parlament und wird damit stärkste Oppositionskraft. Starken Zuwachs erzielte die rechtsnationale Partei Rassemblement National, deren Spitzenkandidatin Marine Le Pen in der Endrunde der Präsidentschaftswahl Macron unterlegen war. Sie kam auf 89 Sitze, gut elf Mal so viel wie bisher, und wird damit drittstärkste Kraft im Parlament.

(apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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