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Deutschland:

Hohe Vogelgrippe-Aktivität in Küstenregionen

Während die Menschen mit der Corona-Pandemie beschäftigt sind, sind in Deutschland zwischen Mai und Juli Tausende Vögel an der Vogelgrippe gestorben. Experten sprechen von einer ungewöhnlich starken Virus-Aktivität.

Greifswald, 28. Juli 2022 | Nach Einschätzung von Experten stellt die weiter grassierende Vogelgrippe eine ernste Bedrohung für Seevögel an Deutschlands Küsten dar. Bei Ausbrüchen in Kolonien an Nord- und Ostseeküste seien zwischen Mai und Juli dieses Jahres Tausende Vögel gestorben, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems bei Greifswald auf Anfrage mit. “Überlebende Küken in den Nestern verhungerten oder erlagen ebenfalls der Infektion.”

Ungewöhnlich starke Virus-Aktivität für Sommer

Brutkolonien erlitten demnach einen “existenzgefährdenden Einbruch”, warnten die Experten. Zuvor hatten die “Kieler Nachrichten” berichtet. Nach FLI-Angaben kam es in dem Zeitraum erstmals zu entsprechenden Ausbrüchen in den norddeutschen Kormoran-, Möwen-, Brand- und Flussseeschwalbenkolonien. Die Küsten seien besonders betroffen, weil hier die Kolonien vergleichsweise groß seien.

“Für die Jahreszeit beobachten wir in Deutschland eine ungewöhnlich starke Virusaktivität, die sich besonders im Bereich der Nord- und Ostseeküsten zeigt.” Zwar habe es einen deutlichen Rückgang im Frühjahr gegeben. Es gebe aber weiterhin Nachweise. Diese wiesen darauf hin, dass das Virus auch im Sommer weiter zirkuliere.

Ausbruch auch in England

Kürzlich war es auch auf unbewohnten Inseln im Nordosten Englands, die als eines der wichtigsten Naturschutzgebiete Großbritanniens gelten, zu einem verheerenden Ausbruch gekommen. Dort war die Rede davon gewesen, dass es seit etwa 100 Jahren keine derart bedrohliche Situation für die Seevögel-Populationen gegeben habe. Ob es sich um denselben Subtypen handelte, konnte das FLI zunächst nicht sagen.

Der Erreger ist laut FLI für Hausgeflügel hochansteckend. Das FLI empfiehlt weiterhin entsprechende Sicherheitsmaßnahmen. Infektionen beim Menschen seien grundsätzlich möglich, vor allem bei engem Kontakt. Sie blieben im Zusammenhang mit dem derzeit zirkulierenden Virus bisher allerdings weitgehend symptomlos.

(apa/pma)

Titelbild: APA Picturedesk

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2 Kommentare
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Sinclai
28. 07. 2022 21:41

Vogelgrippe:
“Infektionen beim Menschen seien grundsätzlich möglich, vor allem bei engem Kontakt.”
Voraussetzung um die Menschen in eine Massenpsychose zu drängen , ist das ständige Bedienen von
freischwebenden Ängsten. Mit “Nichts Genaues weiss man nicht” in Corona-Virus-Zeiten, bedient auch ihr diese Ecke…..

Zuletzt bearbeitet 2 Monate zuvor von Sinclai
ManFromEarth
29. 07. 2022 8:25
Antworte auf  Sinclai