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OMV-Hauptversammlung beschäftigt Justiz

Laut “Kurier” sind nach der OMV-Hauptversammlung Anfang Juni mehrere Anzeigen bei der WKStA eingegangen. Diese hat ihre Untersuchungen und die Entscheidung über das weitere Vorgehen nun der Oberstaatsanwaltschaft Wien vorgelegt.

Wien, 02. August 2022 | Die Hauptversammlung der teilstaatlichen, börsennotierten OMV am 3. Juni des heurigen Jahres beschäftigt nun die Justiz, berichtet der “Kurier” am Dienstag. Es ging damals um Einzelabstimmungen über die Geschäftsführung des Vorstands. Bis auf Seele wurden dabei alle Vorstände entlastet, wie man im Fachjargon sagt.

Laut “Kurier” sind mehrere Sachverhaltsdarstellungen bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eingegangen. Diese enthalten zwar keine konkreten Vorwürfe, aber den Hinweis, man möge doch ein Auge auf die Nicht-Entlastung des ehemaligen OMV-Chefs Rainer Seele werfen.

Vorhabensbericht liegt bei OStA

Laut “Kurier” hat WKStA-Sprecher René Ruprecht den Eingang der Sachverhaltsdarstellungen bestätigt. Es sei ein Anfangsverdacht geprüft worden, derzeit liege der Vorhabensbericht bei der Oberstaatsanwaltschaft Wien (OStA).

Bei Fällen von öffentlichem Interesse müssen die Staatsanwaltschaften ihre weitere Vorgangsweise in einem solchen Bericht gegenüber der OStA schildern. Diese prüft, ob sie die Rechtsansicht der StA teilt. In diesem Fall ist der Fall berichtspflichtig, weil es sich bei der OMV um ein bedeutendes und nicht zuletzt teilstaatliches Unternehmen handelt.

Alle Vorstände bis auf Seele entlastet

Am 3. Juni hatten 71 Prozent der Aktionäre bei der OMV-Hauptversammlung in Wien Seele die Entlastung verweigert. Alle übrigen Vorstände wurden mit jeweils mehr als 99 Prozent der gültigen Stimmen entlastet. Aufsichtsrat und Vorstand der OMV hatten bereits zu Beginn der Hauptversammlung ihren ursprünglichen Antrag zur Entlastung des gesamten Vorstands geändert und angekündigt, Seele die Entlastung zu verweigern.

Unzufriedenheit und Ungereimtheiten

Als Grund waren im Juni bereits im Vorfeld der Versammlung “Ungereimtheiten der Seele-Ära” genannt worden. Diese soll es etwa im Zusammenhang mit einer Ergänzung zum Arbeitsvertrag für den früheren Compliance-Chef der OMV gegeben haben. Diese soll Seele am Vorstand und Aufsichtsrat vorbei vorgenommen haben. Unzufrieden war man im Nachhinein auch mit Seeles Russland-Strategie. Kritisiert worden war auch ein Sponsoring-Vertrag der OMV mit dem russischen Fußballklub Zenit St. Petersburg, der der Lieblingsklub des russischen Staatschefs Wladimir Putin sein soll.

(apa/red)

Titelbild: APA Picturedesk

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3 Kommentare
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nikita
2. 08. 2022 15:08

Jööö, geht das heute noch länger so weiter?
Hoffentlich kennt sich die WKStA noch aus bei diesem Dauerfeuer.
Wie viele Haufen sind das heute schon?

accurate_pineapple
2. 08. 2022 15:08

Auf das Urteil von der OstA darf man “gespannt” sein……

Peshmerga_X_Jagdkommando
2. 08. 2022 15:02

Korruptes Österreich, geht’s um die Zukunft oder nur den besten Freind?
https://www.youtube.com/watch?v=kTVNLPxzAdo