Dienstag, Juni 18, 2024

Pop up: »House of the Dragon« noch kein Burner

Pop up:

Die neue Fantasy-Serie “House of the Dragon” ist angelaufen, unsere Redakteurin ist dafür noch nicht Feuer und Flamme. Das “Game of Thrones”-Prequel erfüllt bisher eher Klischees als Erwartungen. 

Stefanie Marek

Wien, 27. August 2022 | Die Handlung der neuen Fantasy-Serie “House of the Dragon”, die die Geschichte der Targaryen-Familie erzählt, beginnt rund 200 Jahre vor der Handlung der erfolgreichen Vorgängerserie “Game of Thrones”. Beim Storytelling hinkt die erste Folge von “House of the Dragon”, die diese Woche herauskam, jedoch gefühlt 200 Jahre hinterher.

Wo “Game of Thrones” mit Cliffhangern, komplexen Charakteren und überraschenden Wendungen glänzte, wartet zumindest der Auftakt von “House of the Dragon” mit absoluter Vorhersehbarkeit und Klischees auf und verspricht noch nicht viel für kommende Folgen: Ein König, der unbedingt einen männlichen Thronfolger braucht, der fiese Bruder des Königs, der auf den Thron schielt und eine Prinzessin, die regieren statt Kinder bekommen will – das haben wir alles schon hundert Mal gesehen.

Mehr Rauch als Feuer

Auch die Drachen haben wir bereits gesehen, und zwar in “Game of Thrones”, und wir fanden sie toll. In “House of the Dragon”, wo sie dem Namen gemäß einen großen Auftritt haben könnten, enttäuschen sie überraschenderweise etwas durch mittelmäßiges CGI.

Das gilt leider auch für das Set, man hat das Gefühl, die Charaktere laufen konstant durch animierte Hintergründe. Einzig der Thronsaal mit dem berühmten Eisernen Thron bewahrt seinen düsteren Flair, auch wenn er ein wenig umgebaut wurde.

Alibihafte Brutalität und Sexszenen

Weil es die Fans erwarten, gibt es bereits in der ersten Folge nackte Haut und viel Blut, etwa bei einem Ritterturnier bis zum Tod. Die Funktion dieser Szenen für die Handlung ist allerdings eher nebensächlich.

Es ist recht durchschaubar, dass damit einfach eine Seite oder ein Motiv bestimmter Charaktere gezeigt werden sollen. Ziemlich grausig dargestellt ist etwa eine Geburten-Szene. Warum diese – außer für den Schock-Effekt – so brutal inszeniert wird, ist aus Zuschauer-Sicht nicht besonders nachvollziehbar.

Charaktere noch lau, Matt Smith hat Potenzial

In der ersten Folge macht noch keiner der neuen Charaktere so richtig neugierig. Schauspieler Matt Smith, den “Doctor Who”-Fans als verpeilten, gutherzigen Retter des Universums kennen, beeindruckt jedoch mit seiner Performance als Daemon Targaryen, der grausame, unberechenbare Bruder des Königs. So wie wir die Macher von “Game of Thrones” kennen, könnten uns die anderen Charaktere allerdings auch noch überraschen.

Fazit: Würde die Serie nicht als Prequel von “Game of Thrones” laufen, man würde wahrscheinlich kaum einen zweiten Blick darauf werfen. Aber vielleicht liegen für die kommenden Folgen ja noch heißere Eisen im Feuer. Man kann der Serie zumindest eine Chance geben.

Titelbild: Warner Media/ Ollie Upton

Autor

  • Stefanie Marek

    Redakteurin für Chronik und Leben. Kulturaffin und geschichtenverliebt. Spricht für ZackZack mit spannenden Menschen und berichtet am liebsten aus Gerichtssälen.

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