Cannabis-Großdealer aus Österreich in Thailand erwischt

Für die Produktion Hunderter Kilo “Gras” soll ein 37-Jähriger verantwortlich sein, der nun Ermittlern in Thailand ins Netz gegangen ist. Nach einer Hausdurchsuchung in Wien im Dezember 2020 war er fast zwei Jahre lang untergetaucht.

Wien/Phuket, 31. August 2022 | Unter anderem wegen des enorm hohen Stromverbrauchs witterten Kriminalbeamte im Dezember 2020 eine illegale Cannabis-Plantage in einem angemieteten Haus in der Hernalser Hauptstraße in Wien, und wurden schließlich im Zuge einer Hausdurchsuchung fündig: 230 Kilo konsumfertiges Cannabis, abgeerntet oder noch an der Staude, wurden sichergestellt.

Nach Hausdurchsuchung in Thailand untergetaucht

Auf zwei Stockwerken wurde Cannabis im Millionenwert angebaut. Auch Trocknungsräume und Schlafstätten für fünf Gärtner – die mittlerweile in Strafhaft sitzen – waren dort eingerichtet. Auch im niederösterreichischen Langenlois wurden die Fahnder fündig. In einem aufgelassenen Gasthaus stellten sie weitere 60 Kilo Cannabis sicher und konnten weitere Mitverdächtige festnehmen. Der angebliche Drahtzieher, ein 37-jähriger Mann, war daraufhin untergetaucht.

Die Staatsanwaltschaft Wien schaltete nach seiner Flucht die Zielfahndung des Bundeskriminalamtes (BK) ein. Nach 270 Tagen weltweiter Suche war klar, dass er sich in Thailand aufhielt, wo er sich in diversen Unterkünften versteckt haben dürfte. Die Verbindungsbeamtin des Innenministeriums in Bangkok stellte den Kontakt zu den richtigen Stellen der thailändischen Polizei her.

Beim Boxen festgenommen

Diese nahm den Mann im Juli in Zusammenarbeit mit BK-Zielfahndern fest. Der Verdächtige wurde auf der Ferieninsel Phuket gefunden, wo er laut thailändischen Medienberichten unter anderem die Kampfkunst des Muay Thai Boxen erlernte. Der 37-Jährige soll gerade beim Boxtraining gewesen sein, als ihm die örtlichen Behörden verhafteten.

Er wurde schließlich nach Österreich zurückgebracht, wo er am 26. Juli von jenem Drogenfahnder der Außenstelle West, der den Fall seit Jahren bearbeitet, persönlich empfangen und in die Justizanstalt gebracht wurde.

Mann soll Arbeitslosengeld kassiert haben

Auch Sozialleistungsbetrug wird dem Mann zur Last gelegt. Er soll in der Zeit, während er sich mit Cannabis eine goldene Nase verdient hatte, auch Arbeitslosengeld kassiert haben. Thailändischen Medien zufolge geht es auch um illegalen Waffenbesitz.

(mst)

Titelbild: Pixabay

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15 Kommentare
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dieWahrheitistvielmehr..
1. 09. 2022 12:07

Spätestens seit der US-Prohibition wissen wir, dass erst ein Verbot den kriminellen Handel so richtig anfacht. Im Endeffekt gibt es dann mehr Tote aufgrund der Kriminalität als durch die Droge selbst. Die Kosten der Prohibition sind wesentlich höher als der Nutzen. Daher kontrollierte Freigabe der Drogen.

ManFromEarth
31. 08. 2022 19:52

… ein Stück menschlicher Kulturgeschichte das einfach so kriminalisiert wurde, anderer Gewinne wegen.
https://mfe.webhop.me/geschichte-archaeologie/geschichte-des-hanfanbaus/

baer
31. 08. 2022 20:47
Antworte auf  ManFromEarth

👍 Bei dem was die Skythen da angebaut haben war der THC Gehalt sicher nicht so hoch wie bei den heutigen Sorten weil die wären sonst vom Pferd gefallen….

nikita
31. 08. 2022 21:19
Antworte auf  baer

😀Die haben das schon verkraftet, keine Sorge 💪

Zuletzt bearbeitet 4 Monate zuvor von nikita
amour
31. 08. 2022 21:03
Antworte auf  baer

🤣🤣 oder vor lauter „stoned“ gar nicht erst aufgestiegen..

ManFromEarth
31. 08. 2022 21:30
Antworte auf  amour

… naja, als Skythen werden einige der Reiternomadenvölker genannt die eurasischen Steppen nördlich des Schwarzen Meeres im heutigen Südrussland und der Ukraine von der unteren Wolga und dem Kuban bis zum Dnister besiedelten.
Herodot hat den herrschende Klan Skoloten gennant, woraus wohl die Bezeichnung Skythen entstand.
Deren kulturellen Lebenslauf nach, sind die sehrwohl auf die Pferde gekommen, trotz, oder wegen der Nutzung der “landwirtschaftlichen Produkte”…. 😂

Zuletzt bearbeitet 4 Monate zuvor von ManFromEarth
ManFromEarth
31. 08. 2022 20:59
Antworte auf  baer

….. wahrscheinlich nicht, obwohl es auch da schon viele Varianten gab, seit dem Neolithikum wird nachweislich gezüchtet.
Mein Oma hatte immer ein Feld Hanf angebaut, einmal im Jahr kam ein Seiler der die nötigen Seile und Schnüre hergestellt hat, ohne Hanf wäre Amerika nicht entdeckt worden, die Segel und Seile wurden aus Hanf hergestellt.
Es gibt auch noch andere, wichtige, Anwendungsbereiche: https://mfe.webhop.me/gesundheit-medizin/medizin/der-therapeutische-einsatz-von-cbd-und-thc-cannabis/

Wolpertinger
31. 08. 2022 13:59

als ihm die örtlichen Behörden verhafteten

Es heißt ihn, auch wenn das die Wiener wohl nie lernen.

nikita
31. 08. 2022 16:51
Antworte auf  Wolpertinger

😃Sie hom eam …..

baer
31. 08. 2022 13:16

RentnerInnen die um ihre Stuben wärmen zu können ein bisschen “gärtnern” für die jugendlichen Abnehmer, die ihre triste Situation vergessen wollen. Meine Vision für eine sinnvolle Beilegung des Generationskonfliktes. 😉

dieWahrheitistvielmehr..
1. 09. 2022 12:10
Antworte auf  baer

Schon wieder eine Zustimmung von mir – auch wenn wir über die Notwendigkeit des Binnen-I vermutlich bleibende Differenzen haben.

nikita
31. 08. 2022 16:52
Antworte auf  baer

🎉😁

Cartman
31. 08. 2022 12:35

Ein Wort: Legalisierung.

contradiagonal_denker
31. 08. 2022 13:15
Antworte auf  Cartman

Ich bin gegen eine Legalisierung von Sozialbetrug

Cartman
31. 08. 2022 13:24

Freilich ist ihnen bestimmt klar, welche Pflanze ich damit meine.