Wien Energie:

Einigung zwischen Bund und Wien zu zwei Milliarden Euro Darlehen

Die Milliardenhilfe für die Wien Energie ist fixiert. Bund und Stadt Wien haben sich am Mittwochvormittag auf eine Kreditlinie in Höhe von zwei Milliarden Euro geeinigt, seit Sonntag wurde verhandelt. 

Wien, 31. August 2022 | In den Verhandlungen über Unterstützungen für den in finanzielle Not geratenen Energieversorger Wien Energie bzw. deren Mutter Wiener Stadtwerke haben sich Bund und Stadt Wien nun geeinigt. Demnach soll der Wien Energie ein Darlehen in Höhe von zwei Milliarden Euro gewährt werden. Die Kreditlinie soll kurzfristig, nämlich innerhalb von zwei Stunden, abrufbar sein, abgewickelt wird über die Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA).

Das Darlehen sei an klare Bindungen geknüpft, sagte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Die Kreditlinie werde bis April 2023 gewährt. Bis dahin werde die Stadt Wien verpflichtet, dem Bund Bericht über die Sicherstellung Energieversorgung durch die Wien Energie zu erstatten. Weiters forderte die Bundesregierung die Aufklärung der Situation, konkret der Geschäfte der Wien Energie und ob es ein ausreichendes Risikomanagement gegeben habe. Bis April 2023 werde ein Vertreter des Bundes in das Aufsichtsgremium der Wien Energie entsendet.

Offenlegung aller Handelsgeschäfte der Wien Energie

Vertreter der Stadt Wien waren bei der Regierungspressekonferenz nicht dabei. Auf Wunsch Wiens wurde im Vertrag vereinbart, dass alle Handelsgeschäfte der Wien Energie von 1.1.2020 bis jetzt offengelegt werden, so der Wiener Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ). Bis 15. September werden die Unterlagen übergeben. Den Wunsch des Finanzministeriums einen Vertreter im Aufsichtsgremium zu bestellen, “nehmen wir zur Kenntnis”, sagte Hanke zur APA. Am Montag seien 1,75 Milliarden Euro notwendig gewesen, gestern habe man 800 Millionen Euro zurückbekommen und heute weitere 530 Millionen Euro.

Hohe Volatilität des Strommarktes

Die Gelder dienen als Sicherheit, um erneute extrem Ausreißer an der Strombörse abdecken zu können. Derzeit sehe es aber so aus, dass das Abrufen der Mittel aus dem Schutzschirm nicht notwendig ist, so Hanke in einer Aussendung. Dennoch könne sich das aufgrund der hohen Volatilität des Marktes auch sehr rasch wieder ändern. Das zeige, wie dringend es sei, dass es eine österreichweite Lösung gebe, dass es für alle Marktteilnehmer der E-Wirtschaft wichtig, sei diesen Schutzschirm aufzuspannen.

(apa/red)

Titelbild: ZackZack/Christopher Glanzl

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23 Kommentare
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na servas
1. 09. 2022 22:23

So kann man auch Kommentare abwürgen, liebe zz

na servas
1. 09. 2022 22:03

In der Bilanz 2021 von Wien Energie stehen mit 31.12.2021 Aktienderivate von 3,2 Mrd €.
man kan auch Spielgeld der WE- Manager dazu sagen. Es wurde auf fallende Strompreise spekuliert, nur hat sich der Sstrompreis von 01.01.2022- 125,–€/

FRANK
1. 09. 2022 9:34

Es ist für den “normalen, europäischen Bürger” schwer verständlich und nicht nachvollziehbar, jede Krise ist hier geplant und gewünscht – der Great Reset lässt grüßen!! Die Mittelschicht soll verschwinden. Glücklich sein und nichts besitzen. (Es wird noch lustiger im Winter!) Aufwachen!!! Es gibt genügend Literatur darüber zu lesen.

LuisTrenker
31. 08. 2022 18:18

Hoffentlich verspekulieren sie diese 2 Milliarden nicht.

Error 404
31. 08. 2022 14:19

Nachdem Wien Energie Verträge hat, zu einem Fixpreis Strom zu liefern, muss daher für die Dauer der Fixpreisregelung den zukünftigen Einkaufspreis für Strom hedgen. Dazu werden Futures gekauft, die bei einer Verteuerung verkauft werden und die Differenz abdecken. Steigt der Strompreis, steigt auch der Wert der Futures, doch aufgrund von Leverage um ein Vielfaches. Deshalb frage ich mich, warum es zu Nachschusspflichten gekommen sein soll.

Danilo
1. 09. 2022 8:36
Antworte auf  Error 404

Wien Energie ist SHORT!
Den STROM haben sie nicht!
Den MARGIN CALL können sie nicht bedienen, wenn der Markt gegen sie läuft!

Anstatt die Position zu schließen, haben sie jetzt dieses Risiko auf die Steuerzahler übertragen! Das heißt, die Wien Energie spekuliert, nunmehr ohne Risiko, weiter!

Lojzek
31. 08. 2022 14:14

Krisenbedingt soit des oiso ka Problem sei, afoch zur Bank zu gehen und einen Kreiderer zu verlangan, für den i 3 Leben brauchat um eam ohzuzoihn …

Wird sicher gschmeidig und kommod geh.

baer
31. 08. 2022 13:10

Schon sehr dreist von der ÖVP. Wir sind zwar gegen Eingriffe in den Markt aber wenn ein Stromversorger dann aufgrund der grotesken Situation in Turbulenzen gerät, dann schicken wir ihm einen “Aufpasser”. Schließlich hat ein jeder unser Regierungstotalversagen gefälligst zu kompensieren….

nikita
31. 08. 2022 12:06

Bei diesem Artikel frage ich mich bei wem sich ZackZack informiert hat, bei der ÖVP oder bei den Grünen oder gar nicht, Copy and Paced.
Sorry , aber das ist keine Information und den Artikel nicht wert.

Piter_Pelz
31. 08. 2022 17:50
Antworte auf  nikita

Hust…paste…hust

nikita
31. 08. 2022 17:54
Antworte auf  Piter_Pelz

Ui, sorry 🙈 diese auto….😀

Zuletzt bearbeitet 2 Monate zuvor von nikita
Dealer
31. 08. 2022 12:03

1,4 Milliarde und 2 Milliarden sind 3,4 Milliarden.
… – immer noch doppelt so hoch wie Wirecard (der größte deutsche Finanzskandal) und Commerzialbank Mattersbrug zusammen

Istria
31. 08. 2022 16:14
Antworte auf  Dealer

Bei Wirecard und Commerzb gibt es geschädigte, wo bei Wien Energie ???

LuisTrenker
1. 09. 2022 5:55
Antworte auf  Istria

Die Geschädigten sind natürlich die Steuerzahler.

nikita
1. 09. 2022 5:59
Antworte auf  LuisTrenker

Schmafu

Dealer
31. 08. 2022 17:11
Antworte auf  Istria

Die Wiener Steuerzahler mussten bereits 1,4 Milliarden pecken und der Staat vermutlich weitere 2 Milliarden und das ohne weiter absehbaren Ausgang.

Aber der Strompreis wurde schon fast verdoppelt, wo die anderen vieleicht 10 bis 20 Prozent erhöhten.

Eine energielastiges Wiener Unternehmen im harten Wettbewerb mit einem Tiroler, wird wohl nun den Kürzeren ziehen müssen, usw.?
Der Standort Wien muss deshalb wohl im Wettbewerb zu den anderen Bundesländern nun massiv sich verschlechtert haben und kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Wien im Städteranking noch so weit vor bleiben wird?

Aber natürlich kann man auch alles sich weiter schön reden und sich so wie man so schön zu sagen pflegt, “damit in den eigenen Sack hinein lügen…”

Es gibt also nochmals zusammengefasst Privatgeschädigte, Landesgeschädigte und Staatsgeschädigte und verutlich dafür ein paar neue Milliardäre, die vermutlich ihre EK-Steuer nicht nach Österreich zahlen werden?

nikita
31. 08. 2022 17:14
Antworte auf  Dealer

Unfassbar was Sie sich zusammenreimen.

Dealer
31. 08. 2022 18:19
Antworte auf  nikita

Seien Sie froh, dass sie nicht selbstständig sind, oder sonst ohne Hilfe in dieser aktuellen Situation um das nackte Überleben kämpfen müssen.
Natürlich verstehe ich, dass sie sich nun um ihre Mäzene und Beschützer große Sorgen machen und muss aber auch das genauso legitim sein, wie ich mir um die anderern ungeschützten Personen eben sehr große Sorgen mache?

Danilo
1. 09. 2022 10:57
Antworte auf  Dealer

Österreichs Steuerzahler traden am Futures Markt!
Tatsächlich hat Wien Energie und auch der Steuerzahler bisher KEINEN VERLUST gemacht!
Wien Energie spekuliert allerdings in Dimensionen die die Kapitalkraft des Unternehmens bei weitem übersteigen. Das ist grob fahrlässig! Das Risiko für diese grob fahrlässigen Geschäfte haben Wien Energie und deren Eigentümer Ludwig jetzt auf die Steuerzahler abgewälzt!
Der Steuerzahler bringt somit die Sicherheiten ( Margin ) für die Futures Geschäfte der Wien Energie auf!

nikita
31. 08. 2022 23:22
Antworte auf  Dealer

Woher wollen Sie meine Lebensumstände kennen?

Dealer
1. 09. 2022 20:09
Antworte auf  nikita

Da wenn sie selbständig wären, sich nie so argumentieren würden, da sie hoffentlich kein wirtschaftlicher Selbstmörder sind?

LuisTrenker
1. 09. 2022 5:56
Antworte auf  nikita

Als Selbständiger wären Sie keine 3 Monate überlebensfähig.

nikita
1. 09. 2022 5:58
Antworte auf  LuisTrenker

Aja