Dienstag, Februar 7, 2023
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Tiroler Gletscher-Ehe: Verdacht auf Wahlbetrug im Pitztal

Tiroler Gletscher-Ehe:

Im Juli ging eine Volksbefragung zur umstrittenen Gletscher-Ehe im Pitztal knapp gegen das Großprojekt aus. Nun ermittelt das Landeskriminalamt wegen Verdachts auf Wahlbetrug.

St. Leonhard im Pitztal, 28. September 2022 | In St. Leonhard im Pitztal (Bezirk Imst) hat sich am 17. Juli eine knappe Mehrheit der Bevölkerung in einer Volksbefragung gegen eine im Raum stehende “Liftehe” zwischen den Gletscher-Skigebieten Pitztal und Ötztal ausgesprochen. Daraufhin bliesen die Pitztaler Gletscherbahnen das Projekt endgültig ab. Nun ermittelt das Landeskriminalamt wegen Verdachts des Wahlbetrugs. Die Polizei bestätigte einen Bericht der “Tiroler Tageszeitung” (Mittwochsausgabe).

Falsche Unterschriften und Wähler

Der Vorwurf: Unterschriften sollen gefälscht, Stimmkarten von anderen Personen als dem jeweiligen Wahlberechtigten ausgefüllt worden seien. 353 Wahlberechtigte hatten gegen den Zusammenschluss gestimmt. Fünf Wähler weniger, 348, hatten hingegen mit “Ja” votiert. Kurz nach der Abstimmung war die Pitztaler Gletscherbahn vom Vorhaben, das im Jahr 2016 angestoßen und dann stillgelegt wurde, zurückgetreten.

Die Ermittlungen liefen, so die Polizei. Der Vize-Bürgermeister von St. Leonhard, Philipp Eiter (Eine Gemeinde – Meine Liste), wunderte sich indes gegenüber der “TT” darüber, dass die Ermittlungen “noch immer nicht abgeschlossen” sind: “Vor allem wundere ich mich darüber, dass man zu keinem Abschluss kommt, bevor die Einspruchsfrist zur Volksbefragung abgelaufen ist.” Bei Ungereimtheiten hätte man die Volksbefragung wiederholen müssen. Dies sei momentan aber nicht vorrangig, sondern ein Bürgerdialog.

Umstrittenes Großprojekt

Die “Gletscher-Ehe” war seit Jahren mit heftigem Gegenwind konfrontiert. Eine Allianz bestehend aus WWF, Alpenverein und Naturfreunden wehrte sich vehement gegen die Fusion. Ende April war eine Petition einer Bürgerinitiative mit rund 168.000 Unterschriften an die Tiroler Landesregierung übergeben worden.

Bei einem Investitionsvolumen von 130 Millionen Euro waren drei neue Seilbahnen und 60 Hektar zusätzliche Pisten vorgesehen. Allerdings war die ursprünglich für Jänner 2020 angesetzte mündliche Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) auf Ersuchen der Projektbetreiber bereits zwei Mal vertagt worden. Wäre das Verfahren fortgesetzt worden, hätten die Unterlagen erneuert werden müssen.

(red/apa)

Titelbild: JOE KLAMAR / AFP / picturedesk.com

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Pia Miller-Aichholz
Pia Miller-Aichholz
Hat sich daran gewöhnt, unangenehme Fragen zu stellen, und bemüht sich, es zumindest höflich zu tun. Diskutiert gerne – off- und online. Optimistische Realistin, Feministin und Fan der Redaktions-Naschlade. @PiaMillerAich
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7 Kommentare

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nikita
29. 09. 2022 11:42

Was gibt’s da überhaupt noch zu diskutieren?
Die Tiroler sollten nachdenken wo sie das erste Windrad hinstellen und wie sie Seilbahnstützen recyceln wollen.
Und der Hörl kann ein paar Palmen pflanzen.

Zuletzt bearbeitet 4 Monate zuvor von nikita
ManFromEarth
29. 09. 2022 6:49
CarpeDiem
28. 09. 2022 22:22

Tatsache ist, dass nicht einmal im hintersten Pitztal eine satte Mehrheit für den Zusammenschluss am Gletscher gestimmt hat. Wenn umgekehrt fünf Stimmen Mehrheit FÜR die Gletscherehe gewesen wären ändert das gar nichts an diesem ursprünglich geplanten Umweltverbrechen. Die Vorderen im Tal und auf den Anreiserouten schlucken den Dreck damit die Liftkaiser ihren Rebag machen. So schaut’s aus.
Dass die Gletscher in ein paar Jahren nicht mehr existent sind ist nun einmal eine Tatsache, warum hier noch herumeiern?

Kritiker123
28. 09. 2022 20:21

Wer soll denn betrogen haben?
Die Befürworter oder die Gegner des Projektes?

Das im Artikel klar anzusprechen wäre schon hilfreich für die Leser.

Dealer
28. 09. 2022 11:41

Gegen welche Seite wird hier eigentlich ermittelt?

baer
28. 09. 2022 11:20
Wolpertinger
28. 09. 2022 11:53
Antworte auf  baer

Diesen Sommer war es wirklich extrem, Hauptgrund dieses Jahr war nicht unbedingt die Hitze, sondern meiner Meinung nach das mehrmalige Aufkommen des Saharastaubs. Der Bergrücken gegenüber von mir war die letzten 12 Jahre noch nie vor Ende Juli schneefrei, dieses Jahr war es bereits Ende Juni so weit.

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