Accounts verwechselt?

Bayerns Wirtschaftsminister spricht auf Twitter mit sich selbst

Peinlich! Ein Tweet des bayrischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger lässt darauf schließen, dass er beziehungsweise sein Social-Media-Team wohl mit Fake-Accounts arbeiten.

 

München, 03. Oktober 2022 | Twitter-Nutzer staunten vergangenen Freitag nicht schlecht, als Bayerns Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident, Hubert Aiwanger, unter einem kritischen Beitrag des Klimaforschers Christian Scharun zum vermeintlichen Eigenlob ausrückte.

„Sie sind ein Kämpfer!“

„Herr Aiwanger, wir bräuchten mehr Politiker wie sie, mit Verstand und Pragmatik. Mit dem Ohr am Bürger. und nicht wie viele andere weltfremd im Wolkenkuckucksheim! Sie sind ein Kämpfer und haben sich ihren Posten als bayr. Wirtschaftsminister hart erarbeitet gegen Widerstände!“, kommentierte Aiwanger unter Scharuns Tweet, in dem der Forscher den Minister wegen eines Interviews kritisierte.

Verwunderung machte sich auf der Social-Media-Plattform breit. Wieso sprach Aiwanger mit sich selbst? Die Antwort auf die Frage war aber schnell geklärt. Es scheint, dass Aiwanger – beziehungsweise sein Social-Media-Team – mit einem oder mehreren Fake-Accounts arbeiten. Diese sollen wohl für den Politiker bei Debatten in den sozialen Netzwerken zur Verteidigung ausrücken und dabei den Anschein erwecken, dass es sich um echte Bürger handele.

Im Falle Aiwangers dürfte man allerdings vergessen haben, den Account vor Absetzen des Lobes zu wechseln, sodass es infolge der Minister selbst war, der sich auf Twitter hochleben ließ.

Politiker weist Vorwürfe zurück

Aiwanger wies die Vorwürfe, Zweit-Accounts zu benutzen, daraufhin zurück. Er habe „nur weitergeleitet wie andere kommentieren“, schrieb er auf Twitter. Einen Screenshot eines Original-Tweets mit dem im Wortlaut gleichen Lob, verfasst von einem Account namens „Peter Müller“, fügte Aiwanger bei.

Für die Mehrheit der Twitter-Community scheint die Erklärung des Wirtschaftsministers weniger glaubwürdig. Eine Welle an Spott und Häme muss Aiwanger daher seitdem über sich ergehen lassen.

(mst)

Titelbild: Pixabay/Screenshot Twitter

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4 Kommentare
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Zackig
3. 10. 2022 15:02

Dann sollte man jetzt einmal Aiwanger-Lobhudel-Tweets aus den vergangenen Wochen online recherchieren. Damit sollten einige der mutmasslichen Fake-Accounts doch recht leicht zu enttarnen sein.

bmtwins
3. 10. 2022 13:40

jetzt erstaunt es mich ja fast, dass unsere werten wunderwuzzis wie kurz, schmid und konsorten noch gar nicht auf die idee gekommen sind zu behaupten, dass die ganzen chats nur weitergeleitete nachrichten sind ………

baer
3. 10. 2022 13:10

Peter Müller….?😂😂😂

Re Mario
3. 10. 2022 12:26

Der Hubert wäre in der Sendung QUER bei Christopher Süß besser aufgehoben….