Mittwoch, Februar 8, 2023
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Noch höher: Inflation bei 85,5 Prozent in der Türkei

Noch höher:

Die Türkei steckt in der tiefsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Ein halbes Jahr vor den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen klettert die Inflationsrate auf unglaubliche 85,5 Prozent.

Ankara, 3. November 2022 | Die galoppierende Inflation in der Türkei hat weiter an Tempo zugelegt. Im Oktober lagen die Verbraucherpreise 85,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag in Ankara mitteilte. Analysten hatten diese Inflationsrate in etwa erwartet. Im Vormonat hatte die Teuerung bereits 83,4 Prozent betragen. Auf Monatssicht stiegen die Verbraucherpreise im Oktober um 3,5 Prozent.

Steilkurve rauf

Seit etwa einem Jahr geht es mit den Verbraucherpreisen in der Türkei stark nach oben. Ende 2021 hatte die Teuerung nur bei etwa 20 Prozent gelegen. Wie stark der Preisdruck derzeit ist, zeigen vor allem die Erzeugerpreise, die im Oktober um 157,7 Prozent im Jahresvergleich gestiegen sind.

Die Erzeugerpreise erfassen die Preise auf Herstellerebene, indem sie die Verkaufspreise der Produzenten abbilden. Die Jahresrate der Erzeugerpreise ist mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Herstellerpreise beeinflussen die Lebenshaltungskosten der Verbraucher mittelbar und mit Zeitverzug.

Lieferketten-Probleme

In der Türkei wird die hohe Inflation durch mehrere Faktoren getrieben. Seit längerem sorgt die schwache Landeswährung Lira für Preisauftrieb, da sie in die Türkei importierte Güter verteuert. Hinzu kommen anhaltende Probleme in den internationalen Lieferketten, die Vorprodukte teurer machen. Zudem steigen die Preise von Energie und Rohstoffen, vor allem wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine.

Im Gegensatz zu vielen anderen Zentralbanken stemmt sich die türkische Notenbank nicht mit Zinsanhebungen gegen die galoppierende Teuerung. Vielmehr hat sie ihren Leitzins zuletzt mehrfach verringert.

(red/apa)

Titelbild: YASIN AKGUL / AFP / picturedesk.com

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8 Kommentare

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nikita
4. 11. 2022 1:20

Erdowahn wird’s schon richten🙈

dieWahrheitistvielmehr..
3. 11. 2022 18:26

Genau aus dem Grund dürfen unterschiedlich leistungsfähige Länder nicht unter einer Währung zusammengefasst werden. Über die Währungsparitäten lässt sich das ausgleichen. Leider waren wir da mit Italien und dem restlichen Club Med etwas zu voreilig – und wir wollen schon wieder leichtsinnig sein. Aber die geopolitische Gier frisst oft das Hirn.

Schoerky
3. 11. 2022 20:58

Ist das nicht der Plan?

Summa summarum
3. 11. 2022 18:13

Als Brauner noch Stadträtin war, haben einige Betriebe der Wien Holding Fremdwährungskredite (auch) in türkischer Lira angedacht, dann ist allerdings diese Finanzierungsform insgesamt zusammengekracht.

der Beobachter
3. 11. 2022 21:02
Antworte auf  Summa summarum

Liebe Summa summarum, dafür ist selbige im Vorruhestand noch mit einem bestbezahlten eigens für sie geschaffenen Phantasiejob belohnt worden…
Es muss auch hier heller werden, wird es aber leider nicht mehr!

Summa summarum
4. 11. 2022 5:18
Antworte auf  der Beobachter

Unter ihrer Ägide fanden auch originelle Postenbesetzungen: statt: Man fährt mit ihr auf Urlaub, und schon wird der zukünftige Ehemann Geschäftsführer eines Holding-Betriebes.

Peer
3. 11. 2022 13:52

Die ganze Entwicklung zeichnet sich schon vor zwei Jahren ab. Im Herbst 2019 drohte der türkische Lira bereits der Ausverkauf. Damals hat die EU die Lira gestützt (Quelle, The Wall Street Journal), weil man R. Erdogan für den Flüchtlingsdeal brauchte.
Wenn bald sämtliche Hedgefonds gegen die türkische Lira wetten, dürfte die Türkei kaum eine Möglichkeit haben, aus dieser Abwärtsspirale wieder rauszukommen. Es sei denn, es kommt erneut ein finanzstarker Ritter wie die EU zu Hilfe.

Schoerky
3. 11. 2022 21:01
Antworte auf  Peer

Der finanzstarke Ritter, schwächelt jedoch schon beträchtlich.

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