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„Uni friert“:

Großdemo gegen Unterfinanzierung der Unis

Um mehr Geld im Bildungssystem und staatliche Unterstützung in der Energiekrise zu fordern, fanden Montagvormittag Uni-Lehrveranstaltungen im Freien statt statt. 

Wien, 07. November 2022 | Die Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH) der TU Wien hat am Montag zusammen mit anderen ÖHs zu einem Aktionstag mit dem Titel „Uni friert“ aufgerufen. Ab acht Uhr morgens fanden die Lehrveranstaltungen der TU Wien im Resselpark vor dem Universitätsgebäude statt, um auf die explodierenden Betriebskosten der Universitäten in der Energiekrise aufmerksam zu machen. Die Forderung: staatliche Unterstützung dabei, die Betriebskosten zu stemmen.

Die demonstrierenden Studierenden und Lehrenden forderten unter anderem staatliche Unterstützung in der Energiekrise. (c) ZackZack/ Christopher Glanzl

Ab 12 Uhr marschierten die mehrere Tausend Studierende und Lehrpersonal in Richtung Bildungsministerium, wo ab 15 Uhr eine Kundgebung stattfand.

Für mehr Geld …

Demonstriert wurde aber nicht nur für finanzielle Unterstützung während der Energiekrise sondern generell gegen Einsparungen in der Bildung.

Nach Bekanntwerden des Budgets für 2023 hat die Uni Wien einen vorläufigen Anstellungs-Stopp verkündet. / (c) ZackZack/ Christopher Glanzl

„Einsparungen in der Bildung sind nicht neu. Jetzt rächt es sich, dass Universitäten wie Startups ökonomisiert worden sind und ihren Bildungsauftrag nicht mehr erfüllen können, sobald sich die Rahmenbedingungen unerwartet ändern“, so Jessica Gasior vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien in einer gemeinsamen Aussendung der ÖHs.

(c) ZackZack/ Christopher Glanzl

Die Studierenden-Organisationen fürchten, dass der Lehrbetrieb in der kalten Jahreszeit in nicht beheizten Lehr- und Lernräumen oder überhaupt wieder nur digital stattfinden wird.

… gegen Kostenverlagerung ins Private

Nicht nur, dass die Verlagerung ins Internet den nach den diversen Lockdowns wiedererlangten Universitätsbetrieb wieder beenden würde. Die Studierendenvertreter wehren sich aber vor allem dagegen, dass „die realen Kosten verschoben und durch die Umkehrung der Schlafzimmer zu Hörsälen den Studierenden umgehängt“ werden, wie Maurício Ianês und Felix Kofler, die Vorsitzenden der ÖH der Akademie der Bildenden Künste sagten. Das würde besonders Studierende und Universitätspersonal mit Betreuungspflichten belasten und all jene, die unter prekären Umständen leben.

(pma)

Titelbild: ZackZack/ Christopher Glanzl

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4 Kommentare
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Rasputin Rasputin
8. 11. 2022 3:09

Wenn man dem Journalisten Ernst Wolff ( World Economic Forum, Die Weltmacht im Hintergrund) glauben darf, ist das Absicht. Das Ziel sei ökonomischen Druck auf den Mittelstand (die einzige wehrhafte Gruppe und Träger der “Demokratie”) zu erzeugen, um dann über eine staatliche Rettung (“Koste es was es wolle”) und staatliche Verteilung eines Grundeinkommens die Leute zu bewegen die neue Digitalwährung (2025) zu akzeptieren.
Mit der Digitalwährung der Zentralbanken sind dann alle Leute beliebig kontrollierbar.
Natürlich der Digital-Finanzielle-Komplex (20 weltweit große Unternehmen und Finanzanleger) ausgenommen:
Grund: Das gesamte Finanzsystem ist marod.
Interview gibt es auf YT Kissy Rieger Ernst Wolff.

Zuletzt bearbeitet 23 Tage zuvor von Rasputin Rasputin
Sinclai
8. 11. 2022 5:58
Antworte auf  Rasputin Rasputin

So ist es. 👍

Sinclai
7. 11. 2022 20:39

“Schöpferische Zerstörung”, durchgezogen von einer neoliberalen Regierung mit Ansage . Die letzten zwei Jahre haben ja alles offenbart. Ein Sozialstaat wird bei laufender Kamera filetiert und der Bürger seiner Rechte betrogen. Und nun ist die Schei… am dampfen. Ja, so ist das, liebe Studierende. Wer kein Talent für die Demokratie hat, dem friert bald der Arsch ab…..

Cartman
7. 11. 2022 19:24

Die Studierenden scheinen noch gar nicht den internen, neuesten Missstand mitbekommen zu haben. Die TU soll laut meiner äußerst glaubwürdigen Quelle (ein guter Bekannter meinerseits, der glaube ich gut 15 jahre dort beschäftigt ist und generell sehr gut über die Vorgänge vor Ort informiert ist) für zwei Monate, aufgrund der zu hohen Energiekosten, geschlossen werden. Es wird den Angestellten auch versucht, diese Schließung von deren Urlaubstagen abzuziehen! Die nächste Sauerei…..