Aktivisten der "Letzten Generation" in der Alten Pinakothek in München

Strafbefehl gegen Aktivisten nach Klebe-Protest in Museum

Für drei Aktivisten aus München könnte es jetzt richtig teuer werden. Das Amtsgericht hat nach einer Klebe-Aktion nun Strafbefehle gegen sie erlassen.

München, 18. November 2022 | Es war der 28. August dieses Jahres, als zwei Aktivisten der “Letzten Generation” sich am Rahmen des Gemäldes “Der bethlehemitische Kindermord” von Peter Paul Rubens festgeklebt hatten. Die beiden Männer konnten damals mit Lösungsmittel wieder davon getrennt gewerden, der historische Rahmen des Kunstwerkes aus dem 17. Jahrhundert wurde dabei aber beschädigt. Auch die Wandbespannung hat etwas abbekommen, teilte das Museum damals mit.

Die Protest-Bewegung teilte damals ein Video aus der Alten Pinakothek auf Twitter:

11.000 Euro Schaden

Jetzt könnte die Aktion ein teures Nachspiel für die Beteiligten haben. Das Amtsgericht München hat Strafbefehle gegen die drei Aktivisten erlassen. Zwei dieser Strafbefehle seien gegen die beiden Männer verhängt worden, die sich festklebten, einer gegen denjenigen, der die Aktion filmte, bestätigte ein Gerichtssprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft München I, die die Strafbefehle beantragt hat, wurde jeweils “eine erhebliche Geldstrafe festgesetzt”, die die Sprecherin der Behörde allerdings nicht bezifferte. Teuer könnte es aber auch unabhängig davon werden: “Wir werden selbstverständlich unsere Ansprüche zivilrechtlich geltend machen”, sagte Tine Nehler, Sprecherin der Pinakotheken. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll ein Schaden von 11.000 Euro entstanden sein.

Einer der beiden Männer, die sich festklebten, und der, der gefilmt hat, legten nach Gerichtsangaben Einspruch gegen den Strafbefehl ein. Damit kommt es in der Sache zum Prozess am Amtsgericht. Wann das sein soll, konnte der Sprecher allerdings noch nicht sagen. Gegen den dritten Strafbefehl war zunächst noch kein Einspruch eingegangen.

Protest auch in Wien

Klebe- und Schütt-Aktionen in Kultureinrichtungen kommen seit Monaten in ganz Europa immer öfter vor. Erst diese Woche wurde erstmals ein österreichisches Museum Schauplatz. Aktivisten des Österreich-Ablegers der “Letzten Generation” schütteten schwarze Farbe auf das berühmte Klimt-Gemälde “Tod und Leben”. Bei dieser Aktion entstand allerdings kein Schaden, auch weil das Kunstwerk im Wiener Leopold Museum durch Glas geschützt war.

ZackZack hat sich am Tag danach im Museum umgesehen.

(mst/apa)

Titelbild: Letzte Generation

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1 Kommentar
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kkika
18. 11. 2022 16:52

Nur Idioten zerstören Kunstwerke um auf das Klimaproblem aufmerksam zu machen !