Freitag, Juli 19, 2024

Japan: Kater zum Verkehrspolizisten ernannt

Einen ungewöhnlichen neuen Kollegen darf die japanische Polizei begrüßen. Kater Pitaro ist nun offiziell Verkehrspolizist.

Tokio, 24. November 2022 | Mit einem kleinen Fahrradhelm auf dem Kopf tritt der zehnjährige Pitaro in einem YouTube-Video der Polizeiverwaltung der Präfektur Shimane auf, um die Bürgerinnen und Bürger zu ermuntern, es Pitaro gleich zu tun und ebenfalls Helm zu tragen. Mit seinem Aussehen vermittele Pitaro Männern und Frauen jeden Alters die Bedeutung der Verkehrssicherheit, erklärte ein Sprecher der Polizeiverwaltung.

Pitaro passt auf

Die Polizei bedient sich dabei dem Phänomen “kawaii”, was auf Deutsch “süß” oder “niedlich” bedeutet. Es handelt sich dabei um ein regelrechtes Lebenskonzept und bezeichnet eine Niedlichkeitsästhetik, die alle Bereiche der japanischen Gesellschaft erfasst. Unzählige Firmen wie Banken oder Bahngesellschaften, Tourismusagenturen und selbst Ministerien – sie alle haben ein eigenes Maskottchen, die im Kindchenschema daherkommen. Sie sind nicht nur in der Werbung allgegenwärtig, auch ernste Botschaften wie die von Pitaro werden im kawaii-Stil unters Volk gebracht. An anderer Stelle ermahnt Japans Polizei auch mit kulleräugigen Beamtinnen, die Gesetze einzuhalten.

Beobachter erklären das “kawaii”-Phänomen unter anderem mit dem Harmoniebedürfnis der japanischen Gesellschaft. Überbringe man eine Nachricht mit einem süßen Maskottchen statt strengen Verboten, wirke dies harmonischer. Angeblich soll der Anblick von etwas im kawaii-Stil wie Pitaro sogar die Konzentrationsfähigkeit fördern.

(bf/apa)

Titelbild: screenshot/ youtube

Autor

  • Benedikt Faast

    Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.

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