Dienstag, Juli 23, 2024

»Hass geschürt« – Nepp kassiert lebenslange Twitter-Sperre

Das ist eine Unterüberschrift

Weil er die “Regel gegen Hass schürendes Verhalten” verletzt habe, wurde der Wiener FPÖ-Chef dauerhaft auf Twitter gesperrt.

Wien, 22. Dezember 2022 | Die vielen Krawall-Einträge des Wiener FPÖ-Stadtrats Dominik Nepp dürften schlussendlich auch einem Twitter unter Elon Musk zu viel geworden sein. Am Mittwoch war die Seite des Politikers plötzlich nicht mehr aufrufbar. “Account gesperrt”, war stattdessen zu lesen, denn wer gegen die Twitter-Regeln verstößt, muss gehen, heißt es.

“Darf keine neuen Accounts erstellen”

Im Wortlaut war in einer entsprechenden Meldung des Kurznachrichtendienstes zu lesen: “Wir haben den Account von @DominikNepp gesperrt, weil er unsere Regel gegen Hass schürendes Verhalten verletzt hat. Dieser Regelverstoß wurde durch verschiedene Meldungen festgestellt, die zu seinem Verhalten eingereicht wurden.” Und die Sperre dürfte sogar auf Dauer gelten: “Die Person darf keine neuen Accounts erstellen.”

Diese Meldung bekamen jene, die Nepp auf Twitter gemeldet haben (Screenshot Twitter)

Erst am Dienstag machte sich Nepp auf Twitter nicht gerade beliebt. Er postete ein Bild eines Altpapiercontainers mit leeren PCR-Test-Verpackungen darin und wollte damit zur kollektiven Empörung wegen Steuergeldverschwendung aufrufen. Das ging aber nach hinten los und löste eine Debatte über das Gehalt des nicht amtsführenden Stadtrats aus.

Sperre wegen Krankenhaus-Tweet

Der tatsächliche Grund für die Sperre sei aber laut der Tageszeitung “Heute” ein anderer Post gewesen. Nepp echauffierte sich am 15. Dezember darüber, dass Niederösterreicher in Wiener Spitälern nicht mehr behandelt würden. Dafür seien diese voll mit “zahlreichen illegalen Syrern, Afghanen etc.” Ohne Belege dafür schrieb der FPÖ-Politiker: “Mehr Platz für Messerstecher, dafür kein Platz für arbeitende Niederösterreicher.”

Während viele die Nepp-Sperre feiern, rückt ein Parteikollege für den Wiener FPÖ-Chef auf Twitter aus, um Elon Musk persönlich zur Rede zu stellen. “Free speech, @elonmusk?”, will Harald Vilimsky vom neuen Twitter-Chef wissen. Auch der Blogger und Ex-Bundespräsidentenkandidat Gerald Grosz kann die Sperre nicht fassen: “Lieber @elonmusk, wo ist die versprochene Meinungsfreiheit auf Twitter?”

Angriffe gegen Stadt Wien und Labor

Das Spritzenmaskottchen der Stadt Wien? “Ein Rohrkrepierer” Die Wiener Corona-Politik? “Schikanös” Die Weihnachtsfeier der Wien Energie? “Pure Dekadenz” Nepp ist zuletzt vor allem mit harten Wortmeldungen gegenüber der Wiener SPÖ und dem Labor Lifebrain, das gemeinsam mit der Stadt Wien die PCR-Tests abwickelt, aufgefallen. Lifebrain sei “Teil einer roten Testmafia” und Aufträge würden von der Wiener Stadtregierung nur “im Wege der Freunderlwirtschaft” vergeben, hat Nepp zuletzt behauptet.

Das Labor hat dagegen geklagt und das Wiener Handelsgericht hat der Wiener FPÖ und Nepp per Einstweiliger Verfügung untersagt, derartige Behauptungen öffentlich zu verbreiten. Dies sei ehrenbeleidigend und kreditschädigend.

(mst)

Titelbild: SAMUEL CORUM / AFP / picturedesk.com, HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com, Montage: ZackZack

Autor

  • Markus Steurer

    Hat eine Leidenschaft für Reportagen. Mit der Kamera ist er meistens dort, wo die spannendsten Geschichten geschrieben werden – draußen bei den Menschen.

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