Samstag, Juli 13, 2024

Corona-Welle in China: Vorerst keine Maßnahmen in Österreich

China erlebt eine heftige Corona-Welle, mehrere Staaten haben Einreisebeschränkungen gesetzt. Die österreichische Regierung möchte abwarten.

Peking, 29. Oktober 2022 | Die SPÖ forderte am Donnerstag verpflichtende Tests für aus China Einreisende auch auf österreichischen Flughäfen. Nachdem die Behörden in China fast alle Corona-Schutzmaßnahmen aufgehoben hat – eine 180-Grad-Wende nach einer strikten Zero-Covid-Politik –, schießen dort die Infektionszahlen in die Höhe. Das österreichische Gesundheitsministerium hatte am Mittwoch noch gesagt, man plane derzeit keine Beschränkungen und beobachte die Lage.

Auch Deutschland und Frankreich wollten vorerst noch abwarten. Die Corona-Welle allein stelle derzeit keine Grundlage für Einschränkungen dar.

SPÖ-Deutsch: „auf Nummer sicher gehen“

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch sagte am Donnerstag in einer Aussendung, die Corona-Situation in China gerate außer Kontrolle. „Wenn es um die Sicherheit der Bevölkerung und den Schutz der Menschen in Europa und Österreich vor der Einschleppung möglicher neuer Corona-Varianten geht, sollten wir auf Nummer sicher gehen und nach dem Prinzip ‚Vorsorge ist besser als Nachsorge`verfahren”, so Deutsch. Man solle die Einführung einer Corona-Testpflicht prüfen und mit anderen europäischen Ländern abstimmen.

EU berät koordinierte Maßnahmen

Es haben bereits mehrere Länder Einreisebeschränkungen beschlossen. Italien testet bereits Flugzeugpassagiere, die aus China einreisen. Italien entschloss sich zu der Verordnung, nachdem aus Mailand besorgniserregende Zahlen gemeldet worden waren. Am 26. Dezember landeten zwei Flieger aus China in der norditalienischen Stadt. Von den 210 getesteten Passagieren gaben 97 einen positiven Corona-Test ab. Die Proben wurden zur weiteren Entschlüsselung der Covid-Varianten untersucht. Der Gesundheitsausschuss der Europäischen Union berief am Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung ein, um Maßnahmen zu koordinieren. Ergebnisse der Sitzung des EU-Gesundheitsausschusses werden noch im Laufe des Tages erwartet.

USA fürchten neue Varianten

Indien und Japan haben ebenfalls Sicherheitsmaßnahmen getroffen, Indien gleich für Einreisende aus mehreren ostasiatischen Staaten. Die USA verlangen ab 5. Jänner einen negativen PCR- oder Antigen-Test von aus China, Hongkong und Macau Einreisenden im Alter über zwei Jahren, der nicht älter als 48 Stunden ist. Auch ein Genesungszertifikat werden akzeptiert, sofern der positive Test mehr als zehn Tage zurückliegt. Die USA sind besorgt, dass die schnelle Übertragung des Virus in China zur Entstehung neuer Varianten führen könnte.

Welle nach Maßnahmen-Ende

Peking war Anfang Dezember in einer radikalen Kehrtwende von seiner strengen Null-Covid-Politik abgerückt. Am Montag hatte Peking auch das Ende der Corona-Quarantänepflicht für Rückkehrer aus dem Ausland angekündigt und damit einen Ansturm reisewilliger Chinesen bei Buchungsplattformen ausgelöst.

Seit Wochen breitet sich das Coronavirus in China rasant aus, das Land erlebt den weltweit höchsten Anstieg an Infektionen. Zwar ist dder Großteil der Bevölkerung grundimmunisiert, aber nur rund 60 Prozent haben sich einen dritten Stich geholt. Außerdem ist der chinesische Impfstoff Sinovax weniger wirksam als jene, die sonst international eingesetzt werden. China will aber weiterhin den eigenen Impfstoff verwenden.

Keine genauen Zahlen

Genaue offizielle Corona-Zahlen gibt es in China nicht mehr. Nach dem Ende der Testpflicht ist es nach Behördenangaben inzwischen unmöglich, die Zahl der Corona-Fälle abzuschätzen. Am Sonntag hatte China daher die Veröffentlichung täglicher Corona-Daten eingestellt.

Schätzungen zufolge könnten in China in den kommenden Monaten etwa eine Million Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion sterben. Bereits jetzt sind Krankenhäuser vielerorts überfüllt.

(pma/apa)

Titelbild: ISAAC LAWRENCE / AFP / picturedesk.com

Autor

  • Pia Miller-Aichholz

    Hat sich daran gewöhnt, unangenehme Fragen zu stellen, und bemüht sich, es zumindest höflich zu tun. Diskutiert gerne – off- und online. Optimistische Realistin, Feministin und Fan der Redaktions-Naschlade. @PiaMillerAich

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