Montag, Juli 15, 2024

So stark sind extreme Armut und Hyper-Reichtum ewig nicht gestiegen

Das ist eine Unterüberschrift

Während Milliarden Menschen durch Krisen hungern und verarmen, wachsen Vermögen und Gewinne von Überreichen und Konzernen extrem. Die Ursache ist politisch.

Wien, 16. Jänner 2023 | Während Millionen von Menschen nicht wissen, wie sie Lebensmittel und Energie bezahlen sollen, streichen Milliardäre und Konzerne riesige Vermögens- und Gewinnzuwächse ein. Extremer Reichtum und extreme Armut haben erstmals seit 25 Jahren zugenommen. Nach Angaben der Weltbank erleben wir derzeit die wohl größte Zunahme der weltweiten Ungleichheit und Armut seit dem Zweiten Weltkrieg.

Konzern-Gewinne verdoppelt

Laut „Survival of the Richest“, dem neuen Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam, haben 95 Lebensmittel- und Energiekonzerne ihre Gewinne in Folge der Krisen im Jahr 2022 mehr als verdoppelt. Die gestiegenen externen Kosten seien als Deckmantel genutzt worden, um die Gewinnspannen zu erhöhen, was die Inflation verschärft, heißt es von Oxfam.

Durch die steigenden Gewinne von Konzernen würden die Hyperreichen noch reicher werden, da Aktionäre und Eigentümer am meisten von den Unternehmensgewinnen hätten.

Währenddessen hungert jeder zehnte Mensch auf der Welt und für mindestens 1,7 Milliarden Menschen steigen die Lebenshaltungskosten schneller als die Löhne. Die Ärmsten der Welt müssen zwei Drittel ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben.

Frauen besonders stark betroffen

Vor allem Frauen sind von den Krisen betroffen. Sie machen fast 60 Prozent der hungernden Menschen aus, da sie durch patriarchale Strukturen weniger verdienen und öfter in unsicheren Arbeitsverhältnissen sind.

Auch von den Auswirkungen der Corona-Pandemie sind Frauen stärker betroffen: Weltweit verloren 64 Millionen Frauen durch Betriebsschließungen und den Konjunkturrückgang ihre Arbeit. Die unbezahlte Pflegearbeit von Erkrankten sowie die Kinderbetreuung durch das Schließen von Schulen und Kindergärten wurde größtenteils von Frauen übernommen. Bereits vor Corona übernahmen Frauen bereits zwei Drittel der Care-Arbeit.

Arme höhere Steuersätze als Reiche

Die Ursache für die extreme Ungleichheit zwischen Arm und Reich sind für Oxfam klar politisch und zwar „jahrzehntelange Steuersenkungen für die Reichsten und Unternehmen auf Kosten der Allgemeinheit.“ Das habe dazu geführt, dass die Ärmsten in manchen Ländern höhere Steuersätze hätten als Milliardäre.

Weltweit stammen nur noch vier Prozent der Steuereinnahmen aus Steuern auf Vermögen, kritisiert die Organisation. Gleichzeitig hätten viele Regierungen die Steuern auf Waren und Dienstleistungen wie etwa Mehrwertsteuern erhöht, was die Ärmsten unverhältnismäßig stark belaste und die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern noch verschärfe.

Forderung: Höhere Reichensteuern

Oxfam fordert deshalb vor allem höhere Steuern für Reiche, damit diese endlich einen fairen Beitrag zum Gemeinwohl leisten: eine höhere Übergewinnsteuer von mindestens 50 Prozent für Unternehmen, die Wiedereinführung der Vermögenssteuer (Forderung für Deutschland) und Investitionen in Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung sowie Geschlechtergerechtigkeit.

(sm)

Titelbild: ZackZack/Christopher Glanzl

Autor

  • Stefanie Marek

    Redakteurin für Chronik und Leben. Kulturaffin und geschichtenverliebt. Spricht für ZackZack mit spannenden Menschen und berichtet am liebsten aus Gerichtssälen.

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