Samstag, Juli 20, 2024

Teil 20: Insolvenzverfahren über Benkos Warenhauskette Galeria eröffnet

René Benko schafft es wieder in die Nachrichten: Das Amtsgericht im deutschen Essen hat das Insolvenzverfahren über die Kette Galeria des Kaufhaus-Jongleurs eröffnet.

Essen | Keine guten Wochen für den österreichischen René Benko: Nachdem er erst vergangene Woche vor dem OGH mit seiner Slapp-Klage gegen ZackZack endgültig scheiterte, schafft er es nun erneut in die Schlagzeilen. Das Insolvenzverfahren bei der Kaufhauskette Galeria, die Benkos Signa Holding gehört, wurde eröffnet.

Das Gericht habe am Mittwoch grünes Licht für das Verfahren in Eigenverwaltung gegeben, nachdem der Sanierungsplan fristgerecht bei Gericht eingereicht worden sei, teilte das Unternehmen mit.

Muss nun Löhne wieder selbst zahlen

Die Geschäftsführung mit dem deutschen Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz könne nun die Restrukturierung des Galeria-Unternehmens fortsetzen, Frank Kebekus sei als Sachwalter für die Warenhauskette bestätigt worden. Das Restrukturierungskonzept sieht vor, Galeria mit einem Sortiment neu zu positionieren, das stärker auf die lokalen Bedürfnisse ausgerichtet sei. Dazu zähle auch eine Verzahnung von Mobile-, Online- und Filialkaufmöglichkeiten. Wie das Filialnetz künftig aussehen wird, ist weiter unklar – Gespräche mit den Vermietern liefen weiter. Geiwitz hatte im vergangenen Jahr ursprünglich angekündigt, im Laufe des Jänners werde wohl Klarheit darüber herrschen, welche der 131 Warenhäuser die Pforten schließen müssen.

“Fokussierung, Priorisierung, Effizienz und Schnelligkeit sind die klaren Leitplanken, die nun vom Management konsequent umgesetzt werden müssen”, kündigte Geiwitz am Mittwoch weiter an. Gelinge dies, habe Galeria “in Deutschland eine positive Zukunft”. Sachwalter Kebekus sieht zudem “sehr gute Chancen, dass auch die Gläubigerversammlung, die voraussichtlich Ende März stattfinden wird, dem Plan zustimmen wird”. Galeria muss nach der Eröffnung des Verfahrens nun auch wieder Löhne und Gehälter für die Beschäftigten selbst zahlen, das Insolvenzgeld lief in den vergangenen drei Monaten über die deutsche Bundesagentur für Arbeit (BA).

Habeck: “Strukturelle Probleme”

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck sagte in Berlin, er wolle sich nicht konkret zum Insolvenzverfahren äußern. Die deutsche Regierung habe das Unternehmen in der Coronazeit indes zweimal gestützt – wegen der besonderen Bedeutung der Filialen für die Innenstädte. “Trotzdem gibt es strukturelle Probleme, die nicht aufgelöst werden konnten während dieser Unterstützungsphase”, fügte er hinzu.

(red/apa)

Titelbild: HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com

Autor

  • Benedikt Faast

    Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.

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