Dienstag, Februar 27, 2024

Ausgerechnet: Trotz Pensionsplus ins Minus

Wer ein Leben lang gearbeitet hat, soll in der Pension den Lebensabend in Ruhe genießen. So lautet zumindest die Erzählung. In der Realität sieht die Sache allerdings anders aus. Die enorme Teuerung frisst Menschen im Ruhestand ihre Pension einfach auf.  

Von Alexander Huber

Um die Inflation auszugleichen, werden die Pensionen zwar jährlich angepasst. Aber trotz dieser Anpassungen haben die Pensionen allein in den vergangenen zwei Jahren erheblich an Wert verloren. Eine pensionierte Person, die im Jänner 2020 eine durchschnittliche Pension von 1.631 Euro pro Monat bezog, kann sich heuer im Juni davon nur noch Waren im Wert von 1.502 Euro leisten. Obwohl die Pensionen also jährlich mit der Teuerung wachsen, können sich durchschnittliche Pensionist:innen um 130 Euro weniger leisten. Eine enorme Last für Pensionierte, denn die Preissteigerungen machen auch vor ihnen nicht Halt. Sie trifft die Teuerung sogar noch härter, denn Menschen in Pension geben den Großteil ihres verfügbaren Geldes zur Deckung der Grundbedürfnisse – Wohnen, Heizen, Essen – aus und genau das sind auch die größten Treiber der Inflation.  

Auch nächste Erhöhung bringt zu wenig 

Die nächste Pensionserhöhung kommt Anfang 2024. Auch sie wird diesen Wertverlust wohl nicht wieder wett machen. Um wie viel die Pensionen steigen, setzt das Bundesministerium für Soziales Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz fest. Dabei berücksichtigt das Ministerium die Inflationsrate der letzten zwölf Monate – sprich August 2022 bis Juli 2023. Voraussichtlich wird die Erhöhung kommendes Jahr 9,7 Prozent betragen. Selbst damit liegen die Pensionen im Schnitt weiterhin 24 Euro monatlich unter dem Kaufkraftniveau von 2020.  

Noch drastischer ist die Situation für Personen, die gerade erst in Pension gehen. Weil die durchschnittlichen Einkommen für 2023 erst im Laufe von 2024 bekannt sind, die Pensionsansprüche aber mit Jahresende aufgewertet werden, hinkt die Anpassung der Pensionen der Inflation um zwei Jahre hinterher. Auf die gesamte Pension hochgerechnet kostet das frisch Pensionierten zehntausende Euro.  

Anhebung Frauenpensionsalter 

Für Frauen, die nächstes Jahr in Pension gehen, ist die Situation noch schwieriger. Ab nächstem Jahr wird das Antrittsalter zur Pension für Frauen sukzessive bis 2033 jährlich um sechs Monate angehoben. Ziel ist es das Antrittsalter der Frauen von aktuell 60 Jahren, an jenes der Männer von 65 Jahren anzugleichen. Der Gedanke dahinter: Wenn Frauen länger in die Pensionsversicherung einzahlen, beziehen sie später auch mehr Pension. Dieses Versprechen hinkt aber: Eine Frau, die im kommenden Jahr mit 60,5 Jahren in Pension geht, arbeitet zwar ein halbes Jahr länger, muss aber über 20 Pensionsjahre hinweg einen Pensionsverlust von rund 54.000 Euro schlucken, als eine Frau, die mit 60 Jahren noch 2023 in den Ruhestand geht.  

Altersarmut von Frauen 

Dabei sind gerade Frauen besonders häufig von Altersarmut betroffen. Wer eine ordentliche Pension will, muss nämlich das ganze Leben Vollzeit und gut bezahlt arbeiten. Für viele Frauen aber ein Ding der Unmöglichkeit. Sie schupfen den Löwenanteil der unbezahlten Sorgearbeit, kümmern sich um die Kinder, pflegen Angehörige und bewältigen den Haushalt. Dafür reduzieren sie ihre Erwerbsarbeit erheblich, anders geht es sich eben nicht aus. In der Pension müssen sie dann mit mickrigen Bezügen auskommen.  

Mindestpension armutsfest machen 

Wenig überraschend beziehen somit bei weitem mehr Frauen eine Ausgleichszulage (Mindestpension) als es Männer tun. Wer aber eine Mindestpension bezieht, ist besonders schlecht dran. Sie liegt nicht nur weiterhin ganze 155 Euro unter der Armutsgrenze von 1.476 Euro brutto pro Monat für einen Ein-Personen-Haushalt. Sie ist heute um 3,3 Prozent weniger wert als noch 2020. Wer also schon 2020 mit einer mickrigen Pension schauen musste, wie man sich über Wasser hält, ist gezwungen, den Gürtel heuer und nächstes Jahr noch enger zu schnallen.  

Damit die Pension im Alter ausreichend absichert, sollte die Ausgleichzulage dringend über die Armutsgrenze gehoben werden. Um Frauen nicht länger mit Anlauf in die Altersarmut zu schicken, müssen Zeiten für die Kinderbetreuung und Altenpflege besser in der Pension angerechnet werden. Verkürzen wir die Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden, übernehmen Männer einerseits mehr von der unbezahlten Sorgearbeit und wir ermöglichen Frauen, die aufgrund der Doppelbelastung nur in Teilzeit arbeiten können, die Aufstockung auf die ‘neue’ Vollzeit.   

Alexander Huber hat an der WU Wien Volkswirtschaft studiert. Besonderes interessiert er sich für soziale und räumliche Ungleichheiten, Steuerthemen und wie viel unser tägliches Leben eigentlich kostet.

Titelbild: Miriam Moné /ZackZack

Momentum
Momentum
„Momentum“ rechnet nach und analysiert. Jenseits von Regierungspropaganda und „Wirtschaftsinteressen“.
LESEN SIE AUCH

Liebe Forumsteilnehmer,

Bitte bleiben Sie anderen Teilnehmern gegenüber höflich und posten Sie nur Relevantes zum Thema.

Ihre Kommentare können sonst entfernt werden.

30 Kommentare

  1. Zum grossen Teil sind das doch altbekannte Problemfälle, die aber leider in dieser Regierung auch wieder nicht angegangen wurden.

  2. Saldo
    (Hofnarr Klausens Klausur – ein Bilderberg)

    Mit der Philosophie kamen Mathematik
    und Demokratie zugleich in diese Welt
    in antiker Besetzung
    einstens bei den Griechen
    wurden im Zuge des Zeitwandels
    mit Aufkommen des Münzhandels
    dann Rechnungen bar beglichen
    τιμή / timē – Ehre und Wert[]schätzung –
    hießen damals noch gleichzeitig Geld.

    Später erfanden Reiche Banken für die Herrscher,
    um Kriege, Kirche, Prunk zu finanzieren.
    Arme durften schuften, ihr Leben lassen,
    in Leibeigenschaft vegetieren.

    Dann leisteten sich die Völker Reiche
    für ihre Banken, industrialisiert
    wurden ihnen Wohlstand und Wachstum
    humanistisch modern suggeriert
    und aus Staatsbürger wurden Staatsbürger
    imperial etwa im Commonwealth
    zynisch zum Gemeinwohl inthronisiert.

    Heute leisten sich Mächtige mit Banken
    ihre Staaten, Konzerne Humankapital
    argumentieren freien Personenverkehr
    mit Menschenrechten als Garanten
    wird Volksvermögen nach oben verschoben.
    Diese Verhältnisse nennt man dann
    vertraglich geregelt, sozial stabil
    fair und demokratisch ausgewogen.

    Inzwischen werden von (Polit)Handlangern
    Banken global verlogen Bank-rott saniert,
    freilich nur mit irgendwann noch
    zu verdienenden Volksvermögen,
    die wahren Eigentümer diskret verwoben
    – Haftungen bleiben undiskutiert –
    aus ihrer sündteuren Verantwortung
    verdient und schonend geschoben…

    … von jenen wird liberale Demokratie für eine
    neoliberal-modern grenzenlose Gesellschaft
    nur als kurzsichtige Gefahr interpretiert,
    verachtend, dass nur vom und für das Volk
    gewählt man in die Verantwortung wird
    – jene, die zynisch Lobbyismus verpönen
    um ihm lukrativ für Reiche, Konzerne
    bestens vernetzt diskret zu frönen.

    Solch (Polit)Verwaltung fühlt sich akademisch
    professoral einzig kompetent genug,
    des Einzelnen Glück, Wohl und Wehe
    zum Erhalt(!?) im Gemeinwohl(!?) zu kennen
    und es grenzt an trainiertem Selbstbetrug
    ignorant der Basis traurige Wahrheit
    – speziell vor Wahlen – nicht zu nennen.

    In realer Konsequenz muss nun das Stimmvieh
    in organisierter Vermögensenteignung
    an den Börsen gegen die eigenen und
    die Arbeitsplätze anderer Wähler wetten,
    um eine so genannte „menschenwürdige“ Rente
    ein in Aussicht gestelltes Auskommen
    zur Mindestsicherung im Alter zu retten…

    Warum ist Geld immer noch Alles, was zählt?
    Warum sind so wenig offiziell wirklich verstört?
    Wo doch nur mehr rund 8 (acht!) Menschen
    gedeckt in Steueroasen und Stiftungen versteckt
    mehr als die halbe Welt inzwischen gehört
    gnadenlos das, was noch in Takt ist, uns zerstört?

    (… nimm JETZT anderen Menschen ihre Arbeit weg,
    um im ALTER nicht mehr „schuften“ zu müssen;
    begleiche die Schulden deiner Lenker & Denker
    im Inland, damit sie in- und dazwischen weiterhin
    jeweils 1000e Menschenleben „verdienen“ können,
    um im Ausland ihre „Reputation“ nicht zu verlieren…)

    ©AntonYm 2017

    • Ist das hier ein Forum oder eine Plattform, auf der Hinterzimmerdichter auch einmal was veröffentlichen dürfen bzw. die Leserschaft belästigen dürfen? Schick doch dein Scheiss an eine Literaturzeitschrift, das gehört nicht hierher.

        • Ich muss nicht kotzen, dymmer Toni. Ich möchte einfach, dass du mit deinen Gedichte-Belästigungen etwas sparsamer umgehst. Es ist halt nun einmal ein Forum hier und kein Veröffentlichungsangebot. Die gibts woanders.

          • Was du “Volks-Trottl” aka Voitrottl möchtest oder nicht, wird niemanden auf dieser Welt interessieren. (nicht einen Menschen – darauf kannst einen lassen) … und wenn ich !dich wenigstens nur a bissl damit ärgern kann, dann hab’ ich schon massiv gewonnen … 😎 Deine Proteste sind also vorherseh kontraproduktiv. 😉 Deinen asozialen Dauermüll im diffamierenden Stänkermodus müssen wir auch !alle hier herinnne aushalten – also schreib dir deine Präferenzen auf einen Wunschzettel ans Christkind und veroll dich damit auf den Lokus zum Auswischen…

          • Doe Gedichte kann man auch irgendwo abspeichern und den Link dazu angeben. Es wird schwierig die Kommentare durchzublättern.
            Alternative ist eine Zeichenbeschränkung von ZZ. Das will aber auch keiner.

          • Alle paar Wochen ein Gedicht im Schnitt wirst auch du aushalten. Tipp: Kauf dir eine Mouse mit “rädchen” zum Scrollen, geh einfach drüber – und deine Welt ist wieder in Ordnung. Seid’s net gar so pikiert, wenn ich nicht nur sinnentleerte Stänkereien hier von mir gebe, so wie leider einige nur dazu im Stande sind – anscheinend…

        • @AntonYm
          Ich finde Deine Gedichte sehr gut und wünsche mir mehr davon. 👍
          Und da bin ich sicher nicht der Einzige …..

          • @Gruftie Tu nicht so gescheit daherreden. Du kannst die “Gedichte” des dymmen Toni gar nicht nachvollziehen, weil der nämlich gerne und viele Fremdwörter einsetzt. Lernt man nicht in der Hauptschule, Klassenzug B.

  3. Wichtig ist halt schon dass ÖVP, SPÖ und BRÜNE 2014 die Fortzahlung der Luxuspensionen im öffentlichen Dienst mit Verfassungsmehrheit beschlossen. Immerhin sind 90% dieser Bezieher Rote und Schwürkise. Nicht umsonst grausen nähere Details dermaßen, dass gar die HAA dagegen zum Fliegenschiss verkommt.
    Grausamster Fakt ist dass 12% der gesamten Pensionsbezieher mehr als die Hälfte des Pensionsbudget auffrisst. Einfach nur ekelhaft und grausem.

  4. Wenn die SPÖ nach ordentlicher Kinderbetreuung ruft, stellt sich die Regierung taub.
    Am Land ist es besonders schwer, für Frauen einer gut bezahlten Arbeit nachzugehen. Dazu kommt noch die schwarze Doktrin, daß Frauen an den Herd sollen.
    Bei der Frauenpension siehts dann düster aus.
    Hier in meiner Gegend haben viele Bauern ihre Ehefrauen am Hof oder am Weinbau angemeldet.
    So gibt’s für diese Frauen dann doch etwas Pension.

    Da aber ein Herr Loacker von den Neos weiter Pensionen verringern will und Alt gegen Jung ausspielt, wird das Pensionsthema noch lange nicht befriedigend ( für die Pensionisten) erledigt werden.

    Bei Schwarz ist man seit dem Pensionsraub eines Dr. Lüssel sowieso nicht geneigt hier einzugreifen.

    • Es ist nicht nur Alt gegen Jung, sondern den Jungen wird quasi die späte “Zukunft” – ihr Alter – genommen, mit vielen Auswirkungen:
      im hier und jetzt leben,
      alternative lebensweisen,
      wenig motivation nach einem misserfolg in eine koventionelle karriere einzusteigen, es nochmals zu versuchen,
      stress, desintegration,
      soziale spannungen,
      nicht heiraten, bzw. erst wenn das einkommen / wohung gesichtert ist,
      kinder, wenn überhaupt nur eines,
      statt heiraten nur partnerschaft, etc.

      • Wer nimmt den Jungen ihre Zukunft?

        Glauben Sie echt für uns sogenannte ” Boomer” war es leicht? Ich habe 47 Jahre gearbeitet und eingezahlt. Bin mit 62 in Pension gegangen , mit Abschlägen.

        Das Geld für die Pensionen ist da…auch in der Zukunft. Es muss nur ” gewollt” werden.

        Für eine Cofag hats auch keine Überlegungen gegeben und sehr viel Geld ist verteilt worden, nicht immer an die, die es gebraucht haben.

        Aber bei Pensionen soll das nicht funktionieren??

        • Du lügst schon wieder. Ich hab dir ja gesagt, dass ich weiss wer du bist. Und du hast nicht 47 Jahre durchgehend gearbeitet. Warum lügst du immer wieder ?

          • Wenn mit 14-15 in Berufsschule geht, mit 62 in Pension.
            Nie AMS.ag-gmbh und nie unterbrochen.
            Wie viele arbeits Jahren sind insgesamt ?

          • @Pattaya Schon wieder hab ich dir die Larve herunter gezogen. Zuerst behauptest du “47 Jahre gearbeitet” und nachdem ich dir gesagt habe, dass ich weiss, dass das nicht stimmt, wechselst du auf “Beitragsjahre…. weil als Arbeitsloser …..usw”.
            Ich werde dir noch mehr deiner Lügen hier aufdecken, Bürschchen. Eine nach der anderen.

          • @bad_MF
            Ja…..einfache Rechnung. Es sollte eigentlich 47 Beitragsjahre heissen. Auch in der gemeldeten Arbeitslosen zahlt man weiter.
            Und in der Selbstständigkeit dann genau so.

          • @PV um 11:13

            Du weisst gar nix. Über meine Jobs weiss jeder Bescheid , der das Standard Forum liest.
            Hast halt ein bisschen gestalkt.

            Du hast die Forenregeln schon beim User baer verletzt.

            Wenn Du wirklich glaubst mich zu kennen, erlaube ich Dir , es hier öffentlich kund zu tun.

            Du Volltrottel fühlst Dich in der Anonymität sicher hier User zu beschimpfen..zb. als Ladyboy, Nazi, Grufti.

            Sei Dir nicht so sicher, dass Du das weiter unbehelligt tun wirst dürfen. Deine Anonymität ist ganz schnell aufgedeckt, egal wo und an welchen Küchentisch Du sitzt.

  5. Den Analysen des Autors kann man zustimmen. Bei den Lösungen bzw. den vorgeschlagenen Aufstockungen müsste man nicht so bescheiden fordern. Zurückhaltung ist nicht angebracht, Geld ist genug da.

Kommentarfunktion ist geschlossen.

ZackZack gibt es weiter gratis. Weil alle, die sich Paywalls nicht leisten können, trotzdem Zugang zu unabhängigem Journalismus haben sollen. Damit wir das ohne Regierungsinserat schaffen, starten wir die „Aktion 3.000“. Wir brauchen 3.000 Club-Mitglieder wie DICH.