Nach ZackZack-Recherchen gibt die Chefin der Salzburger Traditionsbäckerei Essl ihre Funktion im ÖVP-Wirtschaftsbund ab. Ehemalige Mitarbeiter des Betriebs üben schwere Kritik.
Als erstes Medium hat ZackZack vor knapp zwei Wochen über schwere Vorwürfe gegen die Salzburger Traditionsbäckerei Essl berichtet. Mehrere Mitarbeiter schilderten Ausfälle bei der Bezahlung, das Fehlen von Abrechnungen und Lohnzetteln und Unstimmigkeiten bei Arbeitsverträgen. Die Arbeiterkammer Salzburg sprach von einer „systematischen Vorgehensweise“ und registrierte in den Vorjahren zwischen 20 und 30 Beschwerdefälle.
In den vergangenen Tagen berichteten weitere Medien über die von ZackZack aufgedeckten Missstände. Am Mittwoch ließ Chefin Stefanie Essl schließlich mit einer Neuigkeit aufhorchen: Sie stellt ihr Amt als ÖVP-Wirtschaftsbund-Obfrau des Bezirks Salzburg-Stadt ruhend.
Chefin gibt Funktion im ÖVP-Wirtschaftsbund ab
„Meine volle Kraft werde ich der positiven Abwicklung des laufenden Insolvenzverfahrens widmen“, ließ Essl am Mittwoch in einer Medieninformation verlautbaren. Ihr Stellvertreter Florian Ritter soll ab sofort als geschäftsführender Bezirksobmann des ÖVP-Wirtschaftsbundes nachrücken. Wie ZackZack berichtete, kämpft der renommierte Bäckereibetrieb mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Ein vergangenes Jahr vorgelegter Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent wurde von den Gläubigern angenommen, die Zahlungsfrist ist Ende 2026. Die gesamten Verbindlichkeiten beliefen sich per 31. Jänner 2025 auf 884.000 Euro.
Die ihr als Bäckereichefin angelasteten Vorwürfe werden von Stefanie Essl bestritten. „Bei Ungereimtheiten waren wir mit der AK in Kontakt“, hieß es gegenüber ZackZack. Heimo Typpl von der Arbeiterkammer hielt zuletzt gegenüber der APA dagegen: „Die Leute arbeiten, werden aber nicht ordnungsgemäß bezahlt. Dann treten sie vorzeitig aus. Oder das Dienstverhältnis wird von der Essl GmbH beendet, wenn sich die Leute an uns wenden.“ Erst heuer im Jänner sind zwei neue Beschwerdefälle bekannt geworden, weitere sind beim Arbeits- und Sozialgericht anhängig.
Titelbild: ZackZack


