Karl Amon war 40 Jahre Journalist beim ORF, zuletzt ein Jahrzehnt als Radio-Direktor tätig. Auf ZackZack schildert er seine jüngsten Betrugserfahrungen mit PayPal und die Wendung durch seine Hausbank.
Vor einigen Jahren habe ich mir eine PayPal-Kreditkarte zugelegt. Eine dieser Entscheidungen, die man einmal trifft und dann einfach laufen lässt – so auch den Mitgliedsbeitrag beim ZackZack-Club.
Bis vor drei Tagen.
Denn da hat sich offenbar ein Dritter gedacht: „Diese Karte schaut vertrauenswürdig aus – die nehme ich.“
Ergebnis: eine elegante, aber höchst unerwünschte Abbuchung über exakt 999 € bei „Marc Orian“, inklusive französischer Adresse. Also kein Bagatellbetrag, sondern eher ein „Merci, ich gönn mir was“-Level. Und leider – ich habe nachgesehen – kein Aprilscherz.

Aufgefallen ist mir das Ganze bei einer Kontokontrolle Anfang der Woche. Ein kurzer Moment der Verwirrung („War ich in Frankreich einkaufen?“), gefolgt von der klaren Erkenntnis: eher nicht.

Also: Hotline von PayPal.
Vier Versuche, mehrere intensive Gespräche mit einem äußerst wissbegierigen Sprachcomputer und schließlich ein Callcenter im Ausland. Beim ersten echten Kontakt wurde ich entweder charmant weggedrückt oder das Universum hat entschieden, dass wir nicht füreinander bestimmt sind.
Nach zwei weiteren Anläufen dann der Durchbruch: ein echter Mensch!
Die Ernüchterung folgte sofort: Konkrete Hilfe? Eher nicht. Man könne lediglich einen „Konfliktfall“ aufnehmen. Bearbeitungszeit: ungefähr 14 Tage. Also eine Mischung aus Hoffnung und Geduldsspiel.
Mangels besserer Optionen habe ich diesen Konfliktfall anlegen lassen und mich parallel an meine Hausbank in Österreich gewandt. Und siehe da: Dort ging plötzlich alles ganz schnell. Freundlich, effizient, lösungsorientiert.
Empfehlung: Karte sofort sperren – sicher ist sicher.
Gesagt, getan. Zusätzlich wurde die Zahlung blockiert, sodass mir letztlich kein finanzieller Schaden entstanden ist.
Damit hätte die Geschichte eigentlich enden können.
Tat sie aber nicht.
Denn mit der Kartensperre wurden offenbar auch gleich alle meine Abo-Zahlungen mit entsorgt. Darauf machte mich – schneller als jeder Algorithmus – Peter Pilz persönlich aufmerksam.
Sein Anruf kam keine 30 Minuten nach der Sperre.
Die Nachricht, die ihn erreicht hatte: Ich sei aus dem ZackZack-Club ausgetreten.
Was mir neu war. Immerhin hatte ich meinen Jahresbeitrag erst im März bezahlt und hatte nicht vor, mich still und heimlich zu verabschieden.
Die Auflösung: PayPal hat im Zuge der Kartenkündigung offenbar proaktiv sämtliche Abo-Partner informiert – frei nach dem Motto: „Wenn schon Chaos, dann bitte vollständig.“
Also durfte ich meine Mitgliedschaften wieder reaktivieren – inklusive ZackZack-Club.
Zeitbilanz des Abenteuers:
- ca. 60 Minuten PayPal (inklusive Sprachcomputer-Therapie und Konfliktfall-Eröffnung)
- 15 Minuten Hausbank (Problem gelöst, effizient und kompetent)
- 15 Minuten Wiederherstellung meiner Abos (inklusive ZackZack-Club)
Gesamt: etwa 90 Minuten Lebenszeit – für eine Erfahrung, auf die ich auch gut hätte verzichten können.
Fazit:
Ein Betrugsfall, der glimpflich ausgegangen ist.
Ein Kundenservice, der Geduld erfordert.
Eine Hausbank, die überzeugt.
Und ein Peter Pilz, der schneller reagiert als jedes automatische System.
Oder anders gesagt: Digitalisierung ist großartig – bis jemand in Frankreich für 999 € shoppen geht.
Titelbild: Pixabay, Canva


