Am Mittwoch nimmt der Untersuchungsausschuss mit der Befragung von Peter Hochegger wieder Fahrt auf. Der Ex-Lobbyist weiß brisante Details zu Pilnaceks Laptop.
Am 3. Juni 2025 saß Peter Hochegger vor zwei Oberstaatsanwälten der WKStA. Dort erinnerte er sich, womit Sobotka-Mitarbeiterin Anna P. die Runde, die sich am 9. Dezember 2023 mehr als einen Monat nach Pilnaceks Tod im Keller des Journalisten Michael Nikbakhsh versammelt hatte, überraschte: „Irgendwann war klar, dass es nicht in ihrem Interesse war, dass der Laptop bei der WKStA auftaucht. Ich hatte das Gefühl, sie ist in einem Konflikt, es wurde über den Tod gesprochen, für P. und Wurm hat die Selbstmordtheorie überhaupt nicht gepasst.“
Der deutsche Unternehmer Wolfgang Rauball hatte Hochegger als seinen Vertreter zu dem Treffen geschickt: „Mein Auftrag war dort ja eigentlich nur zu fragen, was man mit dem Laptop machen kann und dann Rauball darüber zu berichten.“
Vom ehemaligen PR-Berater Peter Hochegger erwartet sich der parlamentarische Pilnacek-Untersuchungsausschuss am Mittwoch ab 10 Uhr vor allem zu Laptop und Hauskauf Antworten.
Mit Laptop zur WKStA gehen
In einem Punkt spielte Peter Hochegger, den die meisten noch aus dem BUWOG-Skandal rund um Karl-Heinz Grasser kennen, eine Schlüsselrolle. Als sein und Pilnaceks gemeinsamer Freund Wolfgang Rauball fragte, was er mit Pilnaceks Laptop machen solle, gab ihm Hochegger einen entscheidenden Rat: „Das war meine Empfehlung, dass der Laptop zur WKStA gelangt und nicht zu einer anderen Stelle. Als gelernter Österreicher weiß man, dass es nicht viele Stellen gibt, die unabhängig genug sind.“
Rauball, der den Laptop damals bei sich hatte, wollte offenbar nicht, dass er in die Hände der Staatsanwaltschaft Krems gelangt. Wie andere misstraute er der StA Krems.
Hochegger gab an, er habe über zwei Anwälte versucht, den Laptop an die WKStA zu übergeben, das habe aber nicht funktioniert. Der Journalist Michael Nikbakhsh habe ihn darauf hingewiesen, dass der Laptop „zur zuständigen Behörde“ müsse „und die sei nicht die WKStA.“
Noch nicht in der Donau
Auch Hochegger war bei dem vielzitierten Kellergespräch mit Anna P., Karin Wurm, Christian Mattura in Michael Nikbakhshs Keller am 19. Dezember 2023. Auch er bestätigte die Aussagen von P., wonach Bundespolizeidirektor Michael Takacs ihr geraten habe, den Laptop verschwinden zu lassen: „Irgendwann hat sich P. zu Wort gemeldet und sinngemäß gemeint, dass „Taki“ gesagt habe, der Laptop müsse verschwinden. P. habe „Taki“ gesagt, dass sie ihm sinngemäß mitgeteilt habe, „noch schwimme er nicht in der Donau“.
Später gelangte der Laptop über den ehemaligen Krone-Journalisten Erich Vogl und die Kreutner-Kommission zur WKStA. Da hatte diese bereits ein Verfahren wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs gegen Chefinspektor Hannes Fellner eingeleitet und war somit zuständige Behörde. Das Verfahren wurde später eingestellt.
Hauskauf und Dubai-Millionen
Neben dem Laptop wird Hochegger voraussichtlich zum dubiosen geplanten Hauskauf von Christian Pilnacek in Rossatzbach befragt werden. Dort wollte der Sektionschef um rund 1,4 Millionen Euro ein Haus kaufen. Das nötige Geld hätte ihm Rauball vorgestreckt, da Pilnacek einen weit höheren Betrag aus Dubai hätte erhalten sollen.
Hochegger gab zu Protokoll: „Ich habe Rauball gefragt, woher Mag. Pilnacek das Geld, nämlich 1,3 Millionen Euro, für die Villa hat, auch wie er Sicherheiten bieten könne, und da hat Rauball gesagt, Mag. Pilnacek erwartet diese Summe aus Dubai. Ich habe mir schon die Frage gestellt, warum kriegt jemand 1,3 Millionen Euro aus Dubai.“
Von wem die Dubai-Millionen kommen sollten, weiß auch Hochegger nicht.
Titelbild: APA-Images / APA / HANS PUNZ


