Dienstag, Mai 19, 2026

Paolo Zampolli: Trumps Model-Lieferant

Der Mailänder Trump-Freund Paolo Zampolli führt erfolgreich ein Geschäft: den Import osteuropäischer Models nach New York. Eine von ihnen war Melania Trump. Auch bei der Wahlkampfunterstützung für Orbán war Zampolli dabei.

Am 7. April 2026 landet eine hochrangige US-Delegation in Budapest. Angeführt von Vizepräsident JD Vance versucht das Trump-Lager ein letztes Mal vor der Parlamentswahl, ihrem Freund Viktor Orbán zu helfen.

Mit dabei war Paolo Zampolli. Der Mailänder vermittelte früher Frauen aus Osteuropa in elitäre Kreise in New York. Das führte ihn bald zu Donald Trump. „Wir beide liebten schöne Dinge“, zitiert die New York Times Zampollis Gemeinsamkeit mit Trump.

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Quelle: https://www.facebook.com/vkunko/posts/paolo-zampolli-arrived-in-budapest-with-vance-last-week-stay-tuned-/10238374486814104/

Eines dieser schönen Dinge war die heutige First Lady Melania Trump. Ihre skurrile Pressekonferenz am 9. April im Weißen Haus warf Fragen auf – die Antworten führen zu Zampolli, den der kanadische Journalist Dean Blundell als Trumps “Pimp” – also Zuhälter – bezeichnete.

Die Frauen im New Yorker Nachtleben

Heute ist der gebürtige Italiener im engsten Regierungskreis Trumps angekommen und reist für Vance und ihn durch die Welt. Zampolli kümmert sich um Trumps “Deals” – Atomkraft in Ungarn, ein Trump-Park in Rumänien, Boeing-Flugzeuge in Usbekistan.

Das Vertrauen, das ihm Trump schenkt, hat eine lange Geschichte. In den späten 1990er Jahren war der Italiener in den Nachtclubs von New York anzutreffen, wo er regelmäßig mit dem ebenfalls nachtaktiven Donald Trump feierte.

Zampolli erkannte rasch, wie man Zugang zu den reichen und mächtigen Männern gewinnt: mit jungen Frauen. Mitte der 1990er Jahre gründete er seine eigene Modelagentur – ID Models – und war in den angesagten Clubs und Bars in New York meist von einer Schar junger Frauen umringt.

Im Jahr 1995 machte er eine schicksalhafte Bekanntschaft. Bei einem Casting in Mailand stieß er auf Melania Knauss, die heutige Frau von Donald Trump. Das slowenische Model sagte später über die Begegnung: “Ich kenne Paolo Zampolli seit 1995, als wir uns zum ersten Mal in einer Modelagentur in Mailand trafen. Ihm gefiel mein Portfolio sehr und er ermutigte mich, meine Karriere nach New York City auszuweiten.”

Zampolli hatte offenbar Pläne mit Melania und besorgte ihr ein Touristenvisum für die USA. Bald machte ihre Karriere einen Sprung: Auf einer von Zampolli im Jahr 1998 organisierten Party vermittelte er Melania an Donald Trump. Die beiden wurden ein Paar und heirateten sieben Jahre später.

Für Zampolli war das ein Glücksfall. Die Freundschaft mit den Trumps ließ ihn in den engeren Machtkreis aufsteigen, bis in den Jet von JD Vance in Budapest, wo Zampolli in seiner Rolle als “Sonderbeauftragter des Weißen Hauses für globale Verbindungen” dabei war. Beruflich waren die Fertigkeiten Zampollis auf die globale Verbindung reicher US-Amerikaner mit Models beschränkt. Wie er seine Rolle als Sonderbeauftragter auslegt, erklärte er der Financial Post: „Wenn du den Präsidenten glücklich machen willst, kauf Boeing. Es ist das Einfachste der Welt.“

Epstein und das System Zampolli

Auch Trump fand Gefallen am Modellbusiness und gründete 1999 seine eigene Agentur Trump Model Management. Im Wettstreit um die gefragtesten jungen Frauen mischten auch andere mit, wie beispielsweise Jean-Luc Brunel, ein ehemaliger Modelagent und enger Epstein-Vertrauter. Sie alle waren auch mit Jeffrey Epstein bekannt. Brunel versorgte Epstein mit jungen Frauen. Er nahm sich wie dieser im Gefängnis das Leben.

In den vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein Files taucht der Name Zampolli immer wieder neben Epstein auf. So war Epstein etwa auch bei Zampollis Modelagentur, um sich Frauen anzusehen. Laut einer Passage in den Epstein Files war es übrigens er, der Melania an Trump vermittelt hatte – die Fakten sprechen jedoch eher für Zampolli.

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https://www.justice.gov/epstein/files/DataSet%209/EFTA00159321.pdf, Zampolli wird fälschlich als “Zempoli” bezeichnet

Wie der kanadische Journalist Dean Blundell berichtet, hat das Vorgehen von Zampolli System. Models aus Südamerika und Osteuropa werden mit Touristenvisa in die USA gebracht und wohnen in Appartements, die den Agenturbetreibern gehören. Ihr Aufenthaltsstatus ist für sie selbst oft unklar, was sie von den Agenturbetreibern zusätzlich abhängig macht. Im Anschluss werden die oft sehr jungen Frauen dann auf Partys an reiche Männer herangeführt. Im Fall von Melania geschah das im “Kit Kat Club” 1998.

Melanias Vergangenheit

Was genau Melania Trump der Welt mit ihrer Pressekonferenz im Weißen Haus am 9. April mitteilen wollte, weiß wohl nur sie selbst. Wenige Minuten lang verlas sie einen Text, laut dem sie mit Jeffrey Epstein nichts Näheres zu tun hatte. Doch Zeitpunkt und Inhalt ihres Statements sorgte bei hellhörigen Journalisten für einen Verdacht: Die First Lady versuchte, ihre nebulöse Vergangenheit mit einem medialen Streich wegzuwischen.

Denn diese drohte sie einzuholen. Und wieder steht Zampolli im Mittelpunkt. Der Italiener fand auch seine eigene Frau im Netzwerk der New Yorker Modelagenturen. Die Brasilianerin Amanda Ungaro kam via Paris in Epsteins Privatjet nach New York und lernte Zampolli über Epsteins mutmaßlichen Frauenhändler Jean-Luc Brunel kennen.

Kurz vor Melanias Pressekonferenz sorgte sie mit einigen Postings auf Social Media für Schnappatmung im Weißen Haus:

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Der Hintergrund: Zampolli hatte seine Ex-Frau nach einem Sorgerechtsstreit abschieben lassen, um den gemeinsamen Sohn zurückzubekommen. Er nutzte dafür seine guten Kontakte nach oben, um bei einem ICE-Beamten nachzuhelfen. Schließlich landete Ungaro in ihrer Heimat Brasilien. Dort startete sie vor kurzem ihren Rachefeldzug gegen das System Zampolli und die Trumps.


Titelbild: WikiCommons: DoD photo by U.S. Air Force Staff Sgt. Marianique Santos, NikoPat1

Autoren

  • Daniel Pilz

    Redakteur. Studierte Philosophie an der Uni Wien. Schwerpunkte liegen in der Innen- und Europapolitik, sowie im Konsumentenschutz.

  • Johannes Neumeister

    Johannes Neumeister studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien. Bei ZackZack ist er hauptsächlich für Content Creation und Social Media zuständig. Er ist Mitte 20 und freut sich schon auf die Pension.

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