Der Pilnacek-Untersuchungsausschuss geht in die heiße Phase. Im Mai müssen laut ZackZack vorliegendem Ladungsverlangen hohe Polizeibeamte und Angehörige der Staatsanwaltschaft Krems die Fragen der Parlamentarier beantworten – zu Handy, Laptop und einer dubiosen Auswertung.
Im Mai nimmt der Pilnacek-Untersuchungsausschuss volle Fahrt auf. Nach den Plänen der FPÖ sollen in der ersten Woche Schlüsselpersonen des niederösterreichischen Polizeiapparats geladen werden. In der zweiten Woche soll neben Pilnaceks Witwe Caroline List vor allem Staatsanwältinnen der Staatsanwaltschaft Krems befragt werden.
Chefinspektor geladen
Laut ZackZack vorliegendem Ladungsverlangen der FPÖ soll den Anfang der damalige Chefinspektor Hannes Fellner machen. Als Chef der Mordkommission leitete der Inspektor die Ermittlungen des Landeskriminalamts Niederösterreich zu den Todesumständen von Christian Pilnacek. Fellner geriet durch Aussagen eines Beamten des Bundeskriminalamts zuletzt in Erklärungsnot – ZackZack berichtete über die fehlende Smartwatch-Auswertung. Denn in seinem Abschlussbericht zu den Ermittlungen berief er sich auf eine angebliche Auswertung von Pilnaceks Smartwatch, die es nach Aussage des Forensikers nie gegeben hatte.
Fellner hat Pilnaceks Handy an den Anwalt von Gerichtspräsidentin Caroline List weitergegeben. Sogar ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger meinte, dass das Handy in der Verlassenschaft und nicht bei der Präsidentin landen hätte müssen.
Neben Fellner wird am Mittwoch, den 6. Mai, sein Stellvertreter P. befragt. Er war ebenfalls in die Ermittlungen eingebunden und übernahm Pilnaceks Handy noch am Todestag von Sobotka-Mitarbeiterin und Pilnacek-Mitbewohnerin Anna P.
Polizeiführung im U-Ausschuss
Am nächsten Tag soll nach FPÖ-Ladungsplan die niederösterreichische Polizeispitze Rede und Antwort stehen. Mit dem Leiter des LKA Niederösterreich, Stefan Pfandler, und dem Landespolizeidirektor Franz Popp sollen die zwei Führungspersonen der niederösterreichischen Polizei dem Ausschuss Fragen beantworten.
Pfandler und Popp werden erklären müssen, wie man auf List kam, warum andere mögliche Erbinnen ignoriert wurden, was mit Smartwatch und Laptop passierte und welche Rolle Bundespolizeidirektor Michael Takacs in der Affäre spielte.
Bunsenbrenner und Staatsanwaltschaft
In der Woche darauf, also am 12. Und 13. Mai, sollen drei der vier geladenen Auskunftspersonen Frauen sein. Den Anfang macht die Grazer Gerichtspräsidentin Caroline List, Pilnaceks Witwe. Sie “erbte” noch am Tag von Pilnaceks Ableben dessen Handy. Später vernichtete sie es laut eigener Angabe mit einem Bunsenbrenner. Als Grund dafür gab sie an, ein Handy ihres Mannes habe ihr schon genug Kummer bereitet.
Bis heute hat sie Antworten auf wichtige Fragen verweigert. Im U-Ausschuss wird sie wohl einige Fragen beantworten müssen.
Den Abschluss sollen laut vorläufiger Ladungsliste der FPÖ zwei Staatsanwältinnen der Staatsanwaltschaft Krems machen. Susanne Waidecker wird als Leiterin der StA Krems zu den von ihr geführten Ermittlungen befragt werden. Im Zentrum wird die fragwürdige Polizeiarbeit und der Umgang mit Pilnaceks Handy stehen. Die StA Krems wusste ursprünglich nichts von der Existenz und Weitergabe der Datenträger.
Wahrnehmungen zur Ermittlungsarbeit wird auch die fallführende Staatsanwältin M. haben. Nach einer Panne bei der Beschaffung eines Gutachtens wurde der Fall Pilnacek der StA Krems abgenommen und nach Eisenstadt delegiert.
Noch ist nicht klar, ob der Plan der FPÖ genau so umgesetzt wird. Die Parlamentsdirektion muss die geplanten Auskunftspersonen zu ihrer terminlichen Verfügbarkeit befragen. Erst nach einer Zusage ist fix, dass die Personen an den angedachten Tagen auch wirklich in den Ausschuss kommen.
Titelbild: ZackZack


