16. Okt. 2026
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    Österreich & Ungarn vor moderner Renaissance

    Péter Magyar hat die Wahl in Ungarn gewonnen. Jetzt sollen Ungarn und Österreich mit Verweis auf alte Zeiten zusammenrücken.

    Wie Politico berichtet, will der bis 9. Mai neu vereidigte Premier von Ungarn einen alten Machtblock Europas wiederbeleben: Österreich und Ungarn.  

     „Wir haben einmal ein gemeinsames Land geteilt, und Österreich ist ein wichtiger Wirtschaftspartner Ungarns“, erklärte Magyar. Die Beziehungen zu Wien sollen ausgebaut werden – wirtschaftlich, kulturell und politisch.

    Habsburg-Nostalgie geweckt

    Magyar beweist schon vor Beginn seiner Amtszeit, dass er gerne groß denkt. Ungarn und Österreich sollen wieder enger zusammenrücken, so der konservative Politiker: „Ich möchte die Beziehungen zwischen Ungarn und Österreich aus historischen, aber auch aus kulturellen und wirtschaftlichen Gründen stärken.“ Auch das Habsburgerreich bringt Magyar ins Spiel: „Wir haben schon einmal ein Land geteilt“, so der ungarische Wahlsieger.

    Doch nicht nur Österreich und Ungarn spielen in seinen Überlegungen eine Rolle. Nach den Vorstellungen Magyars könnte der Visegrad-Block aus Tschechien, Ungarn, Slowakei und Polen mit der Slavkov-Zusammenarbeit verschmelzen. Diese beinhaltet Österreich, die Slowakei und Tschechien. De facto ein Visegrad-Bund inklusive Österreich. So will man mehr politisches Gewicht in Brüssel gewinnen.

    Österreich zeigt sich offen

    In Wien stößt die Äußerung Magyars auf Gegenliebe. Politico zitiert einen anonymen Diplomaten Österreichs mit den Worten, das sei eine „logische Vertiefung regionaler Kooperationen nach dem Benelux-Modell“.  

    ÖVP-EU-Abgeordneter Reinhold-Lopatka unterstrich, dass eine Zusammenarbeit mit der Regierung unter Viktor Orbán zuletzt fast unmöglich geworden war. Bundeskanzler Christian Stocker freute sich über den Machtwechsel in Ungarn. Er hoffte auf vertiefte Zusammenarbeit und schrieb über Magyar: „Die ungarische Bevölkerung hat mit überwältigender Mehrheit das destruktive Gegeneinander abgewählt und sich für eine proeuropäische Zukunft entschieden.“

    Dass es Magyar mit seinem Vorhaben ernst meint, beweisen seine ersten Auslandsreisen: Als frischgebackener Premierminister will er zuerst nach Warschau reisen. Seine zweite Station soll Wien sein. Dort wird er bis 20. Mai erwartet. Dann geht es weiter nach Brüssel.


    Titelbild: APA-Images / AFP / ATTILA KISBENEDEK

    Autor

    • Daniel Pilz

      Redakteur. Studierte Philosophie an der Uni Wien. Schwerpunkte liegen in der Innen- und Europapolitik, sowie im Konsumentenschutz.

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