Jetzt wirds ernst! Im Pilnacek-Untersuchungsausschuss wird immer mehr Prominenz erwartet. So soll Bundespolizeidirektor Michael Takacs und die Spitze der OStA Wien in den Ausschuss kommen.
Geht es nach dem seit Donnerstagfrüh ZackZack vorliegenden Ladungsverlangen, wird der Untersuchungsausschuss immer brisanter. Denn die Personen, die nach den Plänen der Freiheitlichen bald als Auskunftspersonen geladen werden sollen, haben es in sich.
Neben Bundespolizeidirektor Michael Takacs sollen unter anderem auch die Leitungsorgane der Oberstaatsanwaltschaft Wien zu ihrer Rolle im Fall Pilnacek befragt werden.
Takacs auf Ladungsverlangen
Die zentrale Auskunftsperson in der Causa Pilnacek steht auf einem Ladungsverlangen der FPÖ für den Untersuchungsausschuss: Bundespolizeidirektor Michael Takacs. Er könnte eine Schlüsselrolle bei der Weitergabe von Pilnaceks Handy an dessen Witwe Caroline List gespielt haben. Denn er teilte der späteren Übergeberin der Gegenstände, Anna P., bereits davor telefonisch mit, dass das Handy der Witwe gehöre und sich die Polizei der Sache annehmen würde. Wenige Stunden später landete das Mobiltelefon bei Lists Anwalt Rüdiger Schender.
Dokumentiert sind auch Aussagen Anna P.s über den Bundespolizeidirektor, wonach dieser ihr nahegelegt habe, den Laptop „verschwinden“ zu lassen. Sowohl Anna P., die bereits im Untersuchungsausschuss geladen war, als auch Michael Takacs bestreiten diese Aussagen heute. Im Untersuchungsausschuss wird Takacs Gelegenheit haben, seine Kommunikation im Fall Pilnacek zu erklären.
Neben Takacs befindet sich auch der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, auf dem Ladungsverlangen. Im Fall Pilnacek ist er bisher nicht konkret in Erscheinung getreten.
Höchste Justizbeamte
Brisant ist auch die geplante Ladung der Führungsspitze der Oberstaatsanwaltschaft Wien. Ihr Leiter, Johann Fuchs, findet sich ebenso auf dem Ladungsverlangen wie dessen Stellvertreter Michael Klackl. Die OStA Wien wurde von ZackZack-Herausgeber Peter Pilz immer wieder scharf kritisiert. Sie ließ eine kritische Einstellungsbegründung der WKStA im Ermittlungsverfahren gegen Chefinspektor Hannes Fellner so umformulieren, dass die Polizeiarbeit entlastet wurde.
Außerdem unterstützte sie die Anklage gegen den ZackZack-Herausgeber wegen „Beleidigung einer Behörde“ indirekt, wie aus dem Tagebuch der Staatsanwaltschaft Krems hervorgeht: „Mag. Klackl kündigt auch an, dass aufgrund der Beleidigungen in den “zackzack”-Artikeln ein Verfahren gegen den Verfasser von Amts wegen eingeleitet werden wird.“
Fuchs und Pilnacek waren sich jedenfalls nicht unbekannt. Es existieren einige fragwürdige Chats zwischen dem heutigen Leiter der Oberstaatsanwaltschaft und dem verstorbenen ehemaligen Sektionschef.
Auch Staatsanwälte und Staatsanwältinnen der WKStA sind auf dem Ladungsverlangen der FPÖ zu finden. Sie sollen voraussichtlich zu ihren Ermittlungen gegen Chefinspektor Hannes Fellner und den Vorgängen rund um die Einstellung der Ermittlungen befragt werden.
Gerichtsmedizin nimmt Stellung
Gleich vier Personen aus der Gerichtsmedizin sollen dem Untersuchungsausschuss zudem ihre Sicht der Dinge rund um die Todesumstände Pilnaceks darlegen. Rechtsmedizinerin D. ist ebenso geladen wie derjenige Rechtsmediziner, der den Obduktionsbericht verfasst hatte: Christian Matzenauer.
Schließlich sollen auch die beiden von ZackZack beauftragten medizinischen Gutachter – Stefano Longato aus Innsbruck und Michael Tsokos aus Berlin – dem U-Ausschuss ihre Einschätzungen präsentieren.
Das ZackZack vorliegende Ladungsverlangen ist am Donnerstag in der Früh von den Ausschussmitgliedern der FPÖ beschlossen worden. Es gab keinen Widerstand der anderen Fraktionen. Wer sich auf dem Ladungsverlangen befindet, kann vom Ausschuss mittels konkreter Terminanfrage geladen werden. Noch gibt es keine konkreten Termine. Frühestens werden Takacs, Fuchs und die Rechtsmediziner an den Befragungstagen im Juni erwartet. Über die beiden Befragungstage im Mai mit Chefinspektor Hannes Fellner berichtete ZackZack am Mittwoch bereits.
Offiziell kann der U-Ausschuss bis 2. Juli 2026 Auskunftspersonen laden. Derzeit wird mit einer Verlängerung dieses Zeitraums gerechnet.
Titelbild: ZackZack


