Die weltweiten Rüstungsausgaben steigen, getrieben vor allem durch einen Anstieg der europäischen Militärausgaben um 14 Prozent. Da ist es: das Geld, das wir angeblich nicht haben. So beschleunigt Europa seinen Niedergang.
Ein Artikel der Tageszeitung Der Standard, der als Quelle die Nachrichtenagentur Reuters nennt, zitiert eine Studie des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri, das die aktuellen weltweiten Rüstungsausgaben unter die Lupe nimmt.
Die weltweiten Militärausgaben sind im vergangenen Jahr nach Angaben des Friedensforschungsinstituts Sipri auf fast drei Billionen Dollar gestiegen. Die globalen Rüstungsausgaben kletterten 2025 um 2,9 Prozent auf 2,89 Billionen Dollar, teilte die Organisation am Montag mit. Dies entspreche 2,5 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und sei der höchste Wert seit 2009.
Auch der SRF berichtet und fügt hinzu:
Dass die globalen Militärausgaben 2025 insgesamt erneut gestiegen sind, ist laut den Forschern vor allem auf die Aufrüstung in Europa zurückzuführen. Die Ausgaben der europäischen Staaten stiegen im vergangenen Jahr um 14 Prozent.
Da ist es also: das Geld, das wir angeblich nicht haben. Viel Geld, das wir ausgeben, um das Ausbrechen des Friedens zu verhindern. Der reiche Westen lässt sich auf die Philosophie der Gewaltspirale ein und opfert ihr alles. Aufrüstung bringe Sicherheit, so der Trugschluss. Aufrüstung in Europa bedeutet (wie auch bei der IT in Europa) wirtschaftliche Umverteilung zugunsten US-amerikanischer Konzerne. Es bedeutet damit auch, dass das soziale Gefälle, die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinanderklafft, was in der Folge weitere Konflikte und Kriege bringen wird.
Anstatt sich der großen Aufgaben zu stellen, die Energieversorgung Europas von Abhängigkeiten zu entkoppeln und Energie, Industrie und Verkehr in den nächsten Jahrzehnten zum Nutzen aller besser und ökologisch zu machen, anstatt mit diesen großen Projekten Arbeitsplätze und Zukunftsaussichten zu schaffen, wird Europa mehrheitlich von destruktiven Gedanken getrieben. Kein Wunder, dass die Stimmung sinkt, die Zukunftsaussichten trist sind. Kultur, Bildung und Frieden werden mutwillig zerstört. Die europäische Kultur geht verloren. Auch die deutsche Tagesschau berichtet auf ihrer Webseite über die Sipri-Studie:
Die weltweite Aufrüstung dürfte sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen, erwarten die SIPRI-Friedensforscher. […]”Wir sehen bereits Anzeichen, die auf wieder steigende Militärausgaben hindeuten.” Es gebe den Krieg mit Iran, der immer noch andauere. Und im Haushaltsantrag für 2027 würden bis zu 1,5 Billionen US-Dollar für das Militär gefordert. Außerdem hätten sich die NATO-Mitgliedsländer im vergangenen Jahr verpflichtet, in den 2030er Jahren fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in die Verteidigung zu investieren, erinnert der SIPRI-Forscher. “2026 scheint nicht weniger Krieg zu bringen als 2025. Die weltweiten Spannungen nehmen zu. Insgesamt deutet der Trend also zumindest kurzfristig auf einen weiteren Anstieg der Militärausgaben hin.”
Wer oder was ist die NATO?
Wer oder was die NATO ist, wissen wir heute nicht mehr so genau. Die USA, ein Gründungsmitglied der NATO, hat soeben zwei völkerrechtswidrige Angriffskriege gegen Venezuela und den Iran begonnen. Weil sie sich bei diesen Kriegsverbrechen von manchen NATO-Ländern wie Spanien und Großbritannien zu wenig unterstützt fühlt, stellen die USA dieses Bündnis aber offenbar in Frage. Die Tageszeitung Die Presse berichtet – ebenfalls mit Hinweis auf seine Quelle, die Nachrichtenagentur Reuters – unter dem Titel »Wegen mangelnder Iran-Hilfe: Droht Spanien der Nato-Rauswurf?«:
Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums erklärte: „Wie Präsident Trump gesagt hat, waren unsere Nato-Verbündeten trotz allem, was die USA für sie getan haben, nicht für uns da.“ Das Pentagon werde sicherstellen, dass der Präsident über glaubwürdige Optionen verfüge, damit die Verbündeten „nicht länger ein Papiertiger sind, sondern ihren Teil beitragen“. Trump hatte die Bündnispartner scharf dafür kritisiert, dass sie keine Kriegsschiffe entsandt hatten, um die seit Beginn des Iran-Kriegs gesperrte Straße von Hormus zu öffnen.
Dazu ist zu sagen, dass die Straße von Hormus kein internationales Gewässer ist, sondern durch die Hochheitsgewässer des Iran und des Oman führt, und dass eine dortige Intervention der USA eine aggressive kriegerische Handlung wäre und kein Akt der Verteidigung. Jedenfalls scheint es in diesem Bündnis nicht sehr brüderlich zuzugehen.
Solange es Staaten gibt, die der NATO und der EU gleichzeitig angehören, wird es nicht möglich sein, Europa auf eine klare Linie zu bringen. Dieser Interessenkonflikt macht eine eigenständige europäische Politik unmöglich. Was es bedeutet, wenn der notorische Lügner Trump vom Frieden spricht, bekommt die Welt täglich zu sehen. Sich an diesen Vereinigten Staaten zu orientieren oder sich ihnen gar anzuschließen ist blanker Irrsinn. Europa sollte sich endlich seiner Qualitäten besinnen und sich unabhängig machen. Dazu muss man die Billionen aber anders einsetzen.
Titelbild: Manon Véret


