Donnerstag, Mai 14, 2026

Orbáns Kapitalflucht: Österreichischer Oligarchen-Jet entdeckt!

Péter Magyar ortet Kapitalflucht ungarischer Oligarchen, Medien berichten von einer Wien-Connection. ZackZack stieß auf eine brisante Spur: ein vom Orbán-Vertrauten Lőrinc Mészáros genutzter Jet hob letzte Woche Richtung Abu Dhabi ab – das Flugzeug ist in Österreich registriert.

„Oligarchen aus Orbáns Umfeld transferieren Dutzende Milliarden Forint in die Vereinigten Arabischen Emirate, die USA, Uruguay und andere ferne Länder“ – mit diesen Worten ließ der neugewählte ungarische Premier Péter Magyar am Wochenende aufhorchen.

Zudem berichtete der Guardian über eine Wien-Connection: Laut nicht näher genannten Quellen soll Wien als Drehscheibe für Privatjets jener Oligarchen dienen, mit denen das Vermögen aus Europa gebracht wird. Die Story schlägt hohe Wellen, die Österreich-Connection wurde bislang allerdings nur knapp erwähnt.

ZackZack stieß nun auf eine brisante Spur. Denn Lőrinc Mészáros – Ungarns reichster Mann, Orbán-Vertrauter und im aktuellen Fall zentral genannte Figur – nutzt gleich mehrere in Österreich registrierte Jets. Eines der Flugzeuge hob vergangene Woche Richtung Abu Dhabi ab – und kehrte am Folgetag zurück.

Österreichischer Oligarchen-Jet flog in die Emirate und retour

Mithilfe der Plattform ADS-B Exchange konnte ZackZack Aktivitäten zweier Jets nachverfolgen, die laut dem ungarischen Medium Atlatszo.hu von Milliardär und Orbán-Vertrauten Lőrinc Mészáros genutzt werden. Sie sind mit den österreichischen Kürzeln OE-HOZ und OE-HUG registriert. Ersterer wird laut Atlatszo.hu vom Oligarchen seit Sommer 2024 verwendet, der zweite Jet schon länger.

Was an Bord des Privatjets der Marke Bombardier war, als Mészáros von Ungarn in die Emirate flog, ist unklar. Klar ist aber: Der Flieger mit dem Kürzel OE-HOZ hob am 22. April, also zehn Tage nach Orbáns vernichtender Wahlniederlage, um 07:43 von Budapest in Richtung Abu Dhabi ab, wo er um 13:36 landete. Am nächsten Tag ging es wieder retour. Zwei Tage später ließ Péter Magyar mit seinen Äußerungen zum Kapitalabfluss von Oligarchen aufhorchen. Eine weitere Reisebewegung des Jets ist seit der Wahl nicht verzeichnet.

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Der vom Oligarchen Mészáros genutzte Jet hob am 22. April von Budapest aus Richtung Abu Dhabi ab und kehrte am nächsten Tag zurück. Kurz darauf ließ Péter Magyar mit Äußerungen über Kapitalabfluss in den Nahen Osten aufhorchen.

Lőrinc Mészáros ist Bauunternehmer und kontrolliert über Firmenbeteiligungen einen großen Teil der Orbán-treuen Medien. Péter Magyar sagte dann am Samstag in einem Facebook-Video, er wisse, dass Mészáros TV2 und andere Medien „unter Wert verkaufen“ würde und dass „mehrere Oligarchenfamilien bereits das Land verlassen haben und die Familie Mészáros in den kommenden Tagen ebenfalls nach Dubai fliegen wird”, wie ihn das Medium Infostart zitierte.

Weiterer Jet steht in Wien bereit

OE-HOZ ist aber nicht der einzige Jet, der laut ungarischen Medien häufig von Mészáros genutzt wird. Das zweite entsprechende Privatflugzeug der Marke Bombardier ist auf OE-HUG registriert und befindet sich laut Flugtracker (Stand Dienstagnachmittag) am Flughafen Wien-Schwechat.

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Beide Flugzeuge gehören dem österreichischen Dienstleister Avcon Jet AG. Größter Gesellschafter der Aktiengesellschaft ist die Marble Alpha Limited mit Sitz in Zypern. Dann verliert sich die klare Spur der Eigentümerschaft. Zypriotische Limited-Gesellschaften eignen sich traditionell dazu, die wahren Besitzer einer Gesellschaft zu verschleiern.

ZackZack fragte bei Avcon Jet AG nach, ob bestätigt werden kann, dass der Jet zuletzt von Lőrinc Mészáros genutzt wurde sowie die Umstände des Fluges. Eine Antwort ist ausständig. Auch Fragen an die Mészáros-Gruppe blieben bislang unbeantwortet.

Der ungarische Oligarch wäre jedenfalls nicht der erste Prominente, der den Service der Avcon-Jets nutzt. Auch die russischen und ukrainischen Oligarchen Oleg Deripaska und Dmytro Firtasch waren bereits mit Avcon-Jets unterwegs. Und auch der österreichische Ex-Kanzler Sebastian Kurz jettete damit von Wien nach Tel Aviv – ZackZack berichtete.


Titelbild: APA-Images / AFP / ATTILA KISBENEDEK

Autoren

  • Thomas Hoisl

    Ist seit April 2024 bei ZackZack. Arbeitete zuvor u.a. für "profil". Widmet sich oft Sicherheitsthemen oder Korruptions-Causen.

  • Daniel Pilz

    Redakteur. Studierte Philosophie an der Uni Wien. Schwerpunkte liegen in der Innen- und Europapolitik, sowie im Konsumentenschutz.

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