Dienstag, Mai 19, 2026

U-Ausschuss: Warten auf den Chefinspektor

Kommende Woche geht es im Pilnacek-Untersuchungsausschuss weiter. Die bisher spannendste Auskunftsperson lässt allerdings noch auf sich warten.

Eigentlich hätte der Pilnacek-Untersuchungsausschuss am 6. Mai gleich mit der Befragung einer Schlüsselperson beginnen sollen: Dem damaligen Chefinspektor Hannes Fellner. Auch der niederösterreichische Landespolizeidirektor Franz Popp fand sich auf der ursprünglichen Ladungsliste. Aber alles kam ganz anders.

Fellner im Urlaub

Denn laut Parlamentsdirektion hatte Fellner schon Monate vorab einen Urlaub gebucht und steht deswegen am 6. Mai nicht als Auskunftsperson zur Verfügung. Das bestätigen auch Fraktionsmitglieder des U-Ausschuss auf ZackZack-Nachfrage.

Man musste den damaligen Leiter der Ermittlungen daher auf einen anderen Termin verschieben. Eingeweihte sprachen gegenüber ZackZack nun stattdessen vom Vormittag des 12. Mai. Bis dahin kann Fellner die gewonnene Zeit für seine Vorbereitung nutzen.

Zum Ladungsprozedere heißt es dazu aus der Parlamentsdirektion: “Die finale Reihenfolge der Befragungen wird durch die Fraktionen im Einvernehmen vorgenommen. Erst wenn zwischen den Fraktionen hinsichtlich dieser Reihenfolge Einigkeit herrscht, wird der Vorsitz des Untersuchungsausschusses um Festsetzung der Befragungstermine gebeten. Im Anschluss an die Festsetzung werden die Ladungen durch die Parlamentsdirektion ausgefertigt.”

Wenn Fellner befragt wird, wird sein Ex-Kollege P. vom Landeskriminalamt Niederösterreich seine Befragung schon hinter sich haben. Er wird am Nachmittag des 6. Mai befragt. P. hatte Pilnaceks persönliche Gegenstände noch am Tag dessen Ablebens an sich genommen und war an den Zeugeneinvernahmen von Karin Wurm und Anna P. beteiligt.

Fellner ist durch die Befragung von Forensiker B. zuletzt in Erklärungsnot geraten – ZackZack berichtete. Denn eine Smartwatch-Auswertung, auf die sich Fellner in seinem Abschlussbericht bezog, habe es demnach nie gegeben.

Popp kommt nicht

Ebenfalls vorgesehen war die Befragung des niederösterreichischen Polizeidirektors Franz Popp. Dieser steht nun überraschenderweise gar nicht auf der Ladungsliste für Mai. Er könnte allerdings im Juni geladen werden.

Den Anfang der Befragungen macht nun Staatsanwalt R. von der Oberstaatsanwaltschaft Wien. Er soll in die Umformulierung der Einstellungsbegründung der WKStA im Verfahren gegen Chefinspektor Fellner involviert gewesen sein.

Pfandler und List

Mit Spannung erwartet werden die Befragungen von Stefan Pfandler, Leiter des Landeskriminalamts St. Pölten und Caroline List, Pilnaceks Witwe, am 7. Mai.

Pfandler wird zu seinen Wahrnehmungen in den Ermittlungen rund um Pilnaceks Tod befragt werden. Im Zentrum wird auch die Weitergabe des Handys an den Anwalt von Caroline List stehen. Zentraler Untersuchungsgegenstand im Pilnacek-Untersuchungsausschuss ist eine mögliche bewusste Beeinflussung der Ermittlungen. Auch zu den Auswertungsversuchen der Smartwatch könnten Abgeordnete Fragen an Pfandler haben.

List wird ebenso zum Handy befragt werden. Bekanntlich hat sie dieses Wochen nach der Aushändigung mit einem Bunsenbrenner verbrannt. Im U-Ausschuss wird sie Gelegenheit haben, die Datenverbrennung zu erklären. List war ursprünglich für einen Morgentermin im U-Ausschuss vorgesehen. Die Grazer Gerichtspräsidentin gab aber laut Auskunft der Fraktionen an, nur am Nachmittag kommen zu können, weil sie aus Graz anreise – und ihre Vertrauensperson aus München.

Sowohl Fellner, Pfandler, als auch List sind gerichtlich gegen ZackZack vorgegangen. Letztere erwirkte den Verbot des L-Worts, Pfandler schloss sich dem Medienprozess gegen ZackZack an, in dessen Folge das Buch „Pilnacek – Der Tod des Sektionschefs“ von ZackZack-Herausgeber Peter Pilz in erster Instanz eingezogen wurde.

Autor

  • Daniel Pilz

    Redakteur. Studierte Philosophie an der Uni Wien. Schwerpunkte liegen in der Innen- und Europapolitik, sowie im Konsumentenschutz.

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