Gerade als die wirtschaftliche Stimmung in Österreich im Aufwärtstrend war, begruben Trump und Netanjahu die Zuversicht mit ihrem Krieg im Iran. Das geht aus der neuen Ipsos-Erhebung hervor.
Nach monatelangem Pessimismus besserte sich die Stimmung in Österreich erstmals leicht. Aber dann kam Trump und bombte das zarte Lüftlein der Hoffnung in Grund und Boden. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs ist der einsetzende Optimismus in Österreich wieder der Hoffnungslosigkeit gewichen, wie aus der neuen Ipsos-Studie im Auftrag der EU-Kommission hervorgeht.
Aufwärtstrend durch US-Bomben gestoppt
Erhebungen von Ipsos in Österreich hatten ergeben, dass sich die Stimmung seit Herbst des Vorjahres teilweise verbessert hatte, wenngleich sie immer noch als pessimistisch einzustufen war. Befragt wurden Bürgerinnen und Bürger etwa zu ihrer Einschätzung der Wirtschaftslage Österreichs und ihrer eigenen finanziellen Situation. Konkret mussten die Befragten einschätzen, wie sich Österreichs und ihre eigene wirtschaftliche Situation in den nächsten zwölf Monaten entwickeln wird.

Besonders bei der wirtschaftlichen Lage Österreichs blickten die Befragten seit Juni 2025 deutlich optimistischer in die Zukunft als die Monate davor. Im Februar 2026 erreichte die Zuversicht einen Höhepunkt, bevor sie in ungekannte Tiefen absackte. Der Grund: Trumps Iran-Krieg hatte die weltweiten Wirtschaftsprognosem über Nacht auf Talfahrt geschickt. Die Auswirkungen waren insbesondere an den Zapfsäulen rasch zu merken. Die Inflation stieg nach niedrigen Werten im Jänner und Februar im März wieder deutlich an.
Die Bevölkerung erwartet laut Ipsos stärker als zuvor steigende Preise und höhere Arbeitslosigkeit. Auch die Bereitschaft, sich große Anschaffungen zuzulegen, lag in Österreich bei niedrigen zwölf Prozent. Im Fazit heißt es in der Ipsos-Erhebung: “Aktuell dominieren vor allem pessimistische Zukunftserwartungen. Stark gestiegene Inflationssorgen in Zusammenhang mit der Nahost-Krise und die anhaltende Konsumzurückhaltung lassen auf absehbare Zeit keine nachhaltige Erholung der Konsumlaune erwarten.”
Regierungsmaßnahmen gefragt
Für die Regierung ist der Iran-Krieg ein Desaster. Nachdem die Inflationsrate im Jänner auf die anvisierten zwei Prozent gesunken war, kletterte sie ab März wieder nach oben und lag bei über drei Prozent. Hauptgründe waren gestiegene Energiekosten infolge des Iran-Krieges und ein Preisanstieg im Dienstleistungssektor.
Die Bundesregierung versuchte zu reagieren. Die Mehrwertsteuersenkung auf bestimmte Lebensmittel des alltäglichen Bedarfs sinkt mit 1. Juli von 10 auf 4,9 Prozent. Neben der bereits intakten Mietpreisbremse wurde Ende Mai außerdem eine Strompreisbremse für Unternehmen und Haushalte fixiert, die bei steigenden Preisen automatisch in Kraft treten soll.
Die Spritpreisbremse senkte die Preise bei den Tankstellen ebenfalls leicht. Sie soll zwar verlängert werden, aber etwas schwächer ausfallen, da die Kraftstoff-Anbieter nicht mehr in ihrer Gewinnmarge begrenzt werden sollen. Stattdessen verzichtet seit Juni 2026 nur noch der Staat auf einen Teil der Mineralölsteuer. Die SPÖ hatte sich koalitionsintern vergeblich gegen den Wegfall der Gewinnmarge gewehrt.
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