Sonntag, Juli 12, 2026

Pilnacek, ORF: Schlechte Nachrichten aus Eisenstadt, gute von euch

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Die Freundeskreise im ORF machen ihren Direktor-Deal. Die Kreise in der Strafjustiz machen ihren Pilnacek-Job. Und ich bedanke mich bei hunderten Menschen für ihre großartige Unterstützung.

Als Erstes das Wichtigste: Der ORF hat einen neuen Generaldirektor. Wir wissen nicht, ob er der Beste war. Ich hätte selbst gerne erfahren, ob Clemens Pig oder Lisa Totzauer oder eine andere Kandidatin erste Wahl gewesen wären, wenn nicht Freundeskreise von ÖVP und SPÖ, sondern unabhängige Stiftungsräte sachlich entschieden hätten.

Jetzt wurde uns mitgeteilt, was sich ÖVP und SPÖ ausgeschnapst haben. Aber das Wichtigste kennen wir nicht: den Sideletter. Dort stehen im Normalfall die Posten, die verteilt worden sind und die Namen derer, die sie bekommen. Neuanfänge sehen anders aus.

Eisenstadt dreht ab

Zweitens: Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt hat eingestellt. Den großen offenen Fragen zur Todesursache von Christian Pilnacek wird nicht nachgegangen. Der Akt ist geschlossen, „daschlogn“ hätte der verstorbene Sektionschefwohl gesagt.

Das ist keine Überraschung. Unter sachkundiger Anleitung der Oberstaatsanwaltschaft Wien hat Eisenstadt das getan, was erwartet wurde. Überraschend ist nur der Zeitpunkt. Warum hat die StA Eisenstadt nicht abgewartet, was der Pilnacek-Untersuchungsausschuss herausfindet?

Eine mögliche Antwort findet sich im Fahrplan des Ausschusses. Am 24. Juni sagt der Innsbrucker Gerichtsmediziner Stefano Longato aus, am 25. Juni folgt sein Berliner Kollege Michael Tsokos. Beide widerlegen die Suizid-Behauptungen, mit denen Ermittler in Polizei und Strafjustiz ihre oberflächlichen und fehlerhaften Ermittlungen rechtfertigen. 

Statt ihre Expertise zu nutzen hat die Staatsanwaltschaft einen großen Bogen um Tsokos und Longato gemacht. Kurz bevor beide jetzt öffentlich im Parlament erklären können, was am Todesfall Pilnacek untersucht werden müsste, dreht Eisenstadt ab. 

Große Freude

Jetzt, wo ich das schreibe, zeigt mir der ZackZack-Ticker 32.912 Euro und 42 Prozent an. Weil statt möglicher Täter die Aufdecker verfolgt werden und weil uns mit SLAPP-Klagen der Mund gestopft werden soll, haben wir unsere Leserinnen und Leser um Unterstützung gebeten.

Das Zwischenergebnis nach drei Tagen ist eine große Freude. Immer wieder schaue ich in der Liste nach – und sehe die vielen Namen und dass die Liste immer länger wird. Jede einzelne Spende macht uns Mut und gibt uns neue Kraft. Das ist ein schönes Gefühl.

Nach drei Tagen nähern wir uns der 50 Prozent-Marke. Ich freue mich über die, die fünf oder zehn Euro gespendet haben, genauso wie über die, die sich mehr leisten können – und das auch getan haben.

Die Unterstützung gibt unserer Redaktion das, was in einer Zeit von Regierungsinseraten und SLAPP-Klagen immer seltener wird: Unabhängigkeit. Dafür bin ich dankbar.


Titelbild: APA-Images / APA / HANS KLAUS TECHT, ZackZack / (Montage)

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