Der Pilnacek-U-Ausschuss wurde am Donnerstag mit Landespolizeidirektor Franz Popp und Franz Ruf, Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, fortgesetzt. Ruf gab Neuigkeiten zur Kommunikation von Führungskräften rund um die Geisterfahrt und Todesmeldung preis.
Ticker-Nachlese zum U-Ausschuss: Neue Details zu Kommunikation rund um Pilnaceks Ableben
Wir verabschieden uns!
Kommende Woche geht es mit dem U-Ausschuss weiter.
Am Mittwoch sind OStA-Leiter Johann Fuchs und Rechtsmediziner Stefano Longato geladen, am Donnerstag kommen dessen Kollegen Michael Tsokos und Christian Matzenauer.
Wir werden natürlich wieder tickern und berichten. Bis dann!
Befragung beendet
Die Befragung hatte bereits Überlänge, die Abgeordneten keine weiteren Fragen mehr. Die medienöffentliche Sitzung wird beendet.
Ruf will Gespräch zu Holzer und Takacs suchen
Silvia Kumpan-Takacs (SPÖ) will wissen, ob Ruf etwas aus diesem Ausschuss “mitneheme”. Ihm sei die “Innenansicht” wichtig, aber auch die “Außenansicht”, deshalb werde Ruf auch seine Erfahrung im U-Ausschuss weiter verarbeiten und bewerten. Er werde sicher auch das Gespräch zum Chef des Bundeskriminalamtes und zum Bundespolizeidirektor suchen.
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Keine ÖVP-Mitgliedschaft
Ruf wird von der ÖVP-Abgeordneten Bettina Zopf gefragt, ob Ruf Mitglied der ÖVP sei. Das verneint der Generaldirektor.
Die Fragerunde der Abgeordneten ist wieder rasch vorbei.
Evaluierungen
Agnes Sirkka Prammer (Grüne) will wissen, wie es zu Verbesserungen bzw. Evaluierungen kommen könne.
Sie verweist beispielsweise auf Angaben von Chefinspektor Fellner, der Änderungen der Bestimmungen wolle, wann eine Obduktion durchgeführt wird und wann nicht. Auch mehr Kriminalbeamte würde sich der Chefinspektor wünschen.
Für eine Aufstockung von Personal sei er nicht zuständig, aber mehr Personal sei immer wünschenswert. Es müssten noch “Verfahren abgewertet werden”, um dann Gespräche und Evaluierungen durchführen zu können. Nach Evaluierungen werden Ergebnisse jedenfalls allen Bediensteten im Download-Beriech zugänglich gemacht.
Formular für Ärztin
Es geht nun schon seit Längerem um das Formular für die kriminalpolizeiliche Leichenbeschau und die Umsetzung des Tatortleitfadens.
Ruf will keine rechtlichen Bewertungen vornehmen, weil er keine er unmittelbaren Wahrnehmungen habe. Er könne etwa nicht sagen, welche Möglichkeiten die Ärztin und Polizisten vor Ort hatten, das Formular beizuschaffen.
"Verantwortung" für Bericht an Volksanwaltschaft
Silvia Kumpan-Takacs (SPÖ) ist dran. Sie kommt wieder auf den Bericht an die Volksanwaltschaft zu sprechen, den Ruf unterzeichnete. Ob er für den Bericht “die Verantwortung” übernehme?
Ruf sagt, er habe keine Akteneinsicht gehabt und der Bericht war so verfasst, dass er sinngemäß auf keine Unstimmigkeiten gestoßen wäre, wonach er weitere Aktenteile prüfen hätte müssen. Auch eigene Experten für derartige Beantwortungen seien aus seiner Direktion involviert gewesen. Auf das Wording “Verantwortung übernehmen” will sich Ruf nicht einlassen.
Ruf sprach Takacs auf Vorwürfe an
Franz Ruf erzählt, dass er – als mediale Vorwürfe entsprechend hochkamen – Michael Takacs am Rande eines Jour fixes auf die Sache “Laptop Verschwindenlassen” angesprochen hätte. Takacs hätte die Darstellungen entschieden von sich gewiesen.
Bericht an die Volksanwaltschaft
Heiß erwähnt wieder den Bericht and die Volksanwaltschaft. Dieser sei von der Bundespolizeidirektion erarbeitet worden. Sehr wahrscheinlich durch Mitwirkung der Landespolizeidirektion, so Ruf. Der Generaldirektor bekomme solche Berichte dann immer zur Unterfertigung in seinem Namen vorgelegt.
Weiterer Kontakt zu Takacs?
Elisabeth Heiß (FPÖ) will wissen, ob es mit Bundespolizeidirektor Takacs weitere Gespräche zum Fall Pilnacek gab. Am 20. Oktober nicht, so Ruf.
Handy-Herausgabe vertretbar?
Angnes Sirkka-Prammer legt die Stellungnahme des BMI gegenüber der Volksanwaltschaft vor, die den Fall Pilnacek ja ebenfalls prüfte.
In der Stellungnahme war die Rede, dass sich die Herausgabe des Handys auf eine “vertretbare Rechtsansicht” stütze. Unterfertigt wurde das Schreiben von Ruf. Die Abgeordnete fragt, ob der Spitzenbeamte das immer noch so sehe. Eine Antwort fällt Ruf nicht unbedingt leicht, er berät sich mit seiner Vertrauensperson.
Ruf erklärt, dass er den Bericht an die Volksanwaltschaft “nicht rechtlich bewertet” habe, er verweist aber auch sinngemäß darauf, dass es keine disziplinarrechtlichen Schritte gab und auch die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen letztlich einstellte.
Zuvor sagte Ruf, dass er nicht jedes Detail des Berichtes geprüft habe, auch keine Akteneinsicht gehabt hätte. Die Vorgangsweise der Polizeiarbeit sei ihm zusammenfassend “stimmig” vorgekommen. Er erwähnt etwa, dass es eine Einsatzleiterin und vorhandene KKD-Beamten gab und auch die Übernahme des LKA nachvollziehbar war. Mit der rechtlichen Einschätzung der Handy-Herausgabe und dem Telefon als “geringfügigen Effekt” tut sich Ruf schwerer. Diese Bewertung könne und wolle er heute nicht vornehmen.
Wie oft muss es Schulungen geben?
Franz Ruf erwähnt als Beispiel, dass das Landeskriminalamt mindestens – wenn es nicht öfters geht – halbjährlich Besprechungen mit den Kriminalreferenten abhalten muss.
Wotschke meint sich zu erinnern, dass befragte Auskunftspersonen sich nicht an ihre letzten Schulungen erinnern konnten.
Maßnahmen zur Qualitätssicherung
Wotschke taucht mit Ruf in die theoretischen Tiefen der Dienstaufsicht ein und will etwa wissen welche Maßnahmen es zur Qualitätssicherung auf Ebene der Bundespolizeidirektion gebe.
Ruf erwähnt Dienstbesprechungen und Controlling, welches mit den Landespolizeidirektionen durchgeführt werden können. Dort werden dann relevante Personen eingeladen, etwa die Logistikabteilung, wo es dann um Ressourcensteuerung geht. Trockene Materie.
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Wann kam Anruf von Holzer?
Will Sophie Wotschke von den Neos wissen.
Es wäre “am Vormittag” gewesen. Genau könne er das nicht festmachen. Jedenfalls nachdem Holzer bereits Pfandler informiert hatte. Ob es da bereits Medienberichte gab kann Ruf nicht sagen. Auch Takacs hätte zuerst Popp informiert, bevor Ruf angerufen worden wäre.
Ergänzung zu Körperkerntemperatur
Kumpan-Takacs will wissen, ob der Fall Pilnacek zu Änderungen oder Vebesserungen geführt hätte. Ruf sagt, dass er erst gestern Andreas Holzer bei einer Veranstaltung getroffen hätte. Dieser hätte ihm gesagt, dass es im Bereich Körperkerntemperatur und dem Tatortleitfaden zu Änderungen gekommen wäre.
Holzer und Pfandler
Silvia Kumpan-Takacs (SPÖ) stellt Fragen. Sie interessiert, was Andreas Holzer über seinen Auftrag an Stefan Pfandler sagte.
Ruf antwortet, Holzer habe Pfandler schlicht um “lückenlose Sachverhaltsklärung” gebeten. Es ist somit möglich, dass das LKA Niederösterreich deshalb die Ermittlungen an sich zog.
Ruf über Körperkerntemperatur
Auch dem zweithöchsten Mann im Innenministerium bleiben Fragen zu Thermometer nicht erspart. Zopf fragt zur Relevanz der Körperkerntemperatur.
Ruf antwortet: Zur Tatortarbeit vor Ort habe er keine Wahrnehmungen. Generell könne er sagen, dass die Messung der Körperkerntemperatur nicht Aufgabe der Polizei ist. Die Messung sei aber ein sehr wichtiger Referenzwert. Sie sei notwendig, um danach die Wasser- oder Lufttemperatur überhaupt verwertbar zu machen. Die Aussagekraft von Wassertemperatur sei aber überschaubar, hätte Ruf von Experten aus der Gerichtsmedizin gehört.
Wahrnehmung zu politischem Einflussnahme?
Bettina Zopf (ÖVP) fragt wie wie schon sooft ganz simpel: Haben Sie Wahrnehmungen zu politischer Einflussnahme? Dies verneint Franz Ruf.
Wer die Geisterfahrer-Mail bekam
Heiß legt jene Mail vor, die Führungskräfte über die Geisterfahrt informierte.
Ruf meint, dass es sich um die Information handelte, die er wohl um kurz nach Mitternacht erhielt. Die FPÖ-Politikerin fragt, wer die Mail aller bekam.
Laut dem Generaldirektor gehe die Mail wohl an das Kabinett, in CC auch an Gruppenleiter Reinhard Schnakl, an Bundespolizeidirektor Michael Takacs, an den Abteilungsleiter im Lagezentrum und wohl auch an einen Referenten in der Generaldirektion.
BMI-Schulung
Elisabeth Heiß (FPÖ) stellt Fragen zur BMI-Schulung. Ruf hätte in Vorbereitung Unterlagen studiert und einen Vermerk gefunden, dass das Anfang Jänner Thema war.
Die Schulungen seien von der Rechtsabteilung und der Bundespolizeidirektion organisiert worden. Angesprochen auf die Vortragenden – Anwälte Huemer und Poppenwimmer – sei Ruf nur bekannt, dass Huemer schon in der Vergangenheit für U-Ausschüsse „geschult“ hätte. Auch im Justizministerium hätte es schon Schulungen gegeben.
BK-Chef Holzer informierte Ruf als Erstes über Wasserleiche
Am Vormittag sei die erste Information zu Pilnacek von Andreas Holzer, Chef des Bundeskriminalamtes, gekommen. Dieser habe von einer Wasserleiche in der Donau gesprochen. Holzer habe die Information vom Single Point of Contact (SPOC) erhalten. Offenbar war dabei auch schon die Rede, dass es sich um Christian Pilnacek handelt. Nur Minuten später hätte ihm dann Michael Takacs angerufen und die selbe Info zum Tod Pilnaceks mitgeteilt.
Holzer berichtete Ruf, dass dieser schon mit LKA-Chef Stefan Pfandler kommuniziert hatte. Takacs berichtete, dass er bereits mit Popp telefonierte.
Franz Ruf formulierte mit diesen Informationen (Takacs und Holzer) dann eine SMS an Christian Stella, den Kabinettschef im BMI. Mit dem Innenminister selbst sprach Ruf nicht.
Diese Kommunikation zwischen den Führungskräften war noch nie öffentlich Thema.
Erste Info zu Geisterfahrt noch in der Nacht
Agnes Sirkka Prammer (Grüne) beginnt. Nach einer kurzen Erläuterung zur Struktur des BMI und der Generaldirektion fragt die Abgeordnete, wie die Informationen zum Tod Pilnaceks Ruf erreichten.
Ruf erzählt, dass er bereits in der Nacht – kurz nach Mitternacht – eine Mail über die LPD Niederösterreich erhalten hätte, die über die Geisterfahrt bzw. die Führerscheinabnahme informierte. Weil er oft bis spät in die Nacht arbeite, habe er die Mail daheim noch bemerkt.
Keine einleitende Stellungnahme
Generaldirektor Franz Ruf bedankt sich für die Möglichkeit, lehnt aber eine einleitende Stellungnahme ab.
Verfahrensrichterin Edwards fragt nach Kontakt zu Christian Pilnacek. Ruf erinnert sich an einen Terrorismus-Fall aus Salzburg und einen Spionage-Fall, in denen er als Polizeibeamter mit Christian Pilnacek beruflich zu tun hatte. Privat kannte er Pilnacek nicht.
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Es geht weiter
Nach längerer Pause ist die Sitzung wieder medienöffentlich.
Franz Ruf hat Platz genommen und wird belehrt.
FPÖ spricht von "parteipolitischem Skandal"
FPÖ-Abgeordneter Gernot Darmann gibt ein Pressestatement ab und kritisiert die Vorgänge rund um die BMI-Schulung als “parteipolitischen Skandal”.
Man hätte die Schulungsunterlagen vom BMI angefordert, diese seien aber nicht geliefert worden. Nun sei durch die Aussagen von Popp herausgekommen, dass in den Schulungsunterlagen von einem “politischen Tribunal” die Rede gewesen sei.
War das heute ein "politisches Tribunal"?
Fragt nun abschließend Darmann. Popp fühlte sich “fair” behandelt.
Die Maximaldauer der Fragezeit von Popp ist erschöpft. Um 14:30 Uhr soll mit deutlicher Verspätung die Befragung von Franz Ruf weitergehen.
Dauerbrenner Thermometer
Tomaselli fragt noch abschließend, wieso das LKA keine Temperaturmessung angeregt hatte. Eine Postenkommandantin sagte aus, dass ihrer Erinnerung nach nie eine Temeperatur bei einer Wassserleiche gemessen wurde.
Popp hat dazu keine Wahrnehmungen.
Widerspruch zu parlamentarischer Beantwortung
Sophie Wotschke bringt einen parlamentarische Anfragebeantwortung von Innenminister Gerhard Karner ins Spiel. Darin wurde formuliert, dass Takacs Popp auf gewisse Weise beauftragt hat. Es sei laut Anfragebeantwortung um “Klärung des Sachverhaltes” gegangen.
Popp sei das so nicht erinnerlich. Er habe nur in Erinnerung, dass gesagt wurde, dass Pilnacek tot sei.
Deutliche Kritik von Krainer
Nach einer Pause und wenig Frage-Initiative der ÖVP ist Jan Krainer dran.
Er will wissen, warum eine handschriftliche Notiz der Gemeindeärztin (sie hielt ihren Wunsch nach einer Obduktion fest) nie die Staatsanwaltschaft erreichte. Dazu hat Popp keine Wahrnehmung.
“Das spricht weder für die Polizei noch für Sie”, kritisiert Krainer. Popp ist darüber durchaus verärgert, Krainer findet, man solle nicht dünnhäutig sein. Den SPÖ-Politiker stört sichtlich, dass in der BMI-Schulung der U-Ausschuss als “politisches Tribunal” bezeichnet wurde.
Rosenkranz schaltet sich ein. Die Auskunftsperson hätte gesagt, sie habe keine Aktenkenntnis. Deshalb gefällt Rosenkranz Krainers “Wertung” nicht.
Umgang mit Vorwürfen
Wie wird damit umgegangen, wenn es Vorwürfe gegen Beamte gibt?
Üblicherweise werden die Vorwürfe vom Bundesamt für Korruptionsbekämpfung (BAK) bearbeitet. Eine ähnliche Behörde gebe es auch auf Landesebene.
Im Fall Pilnacek unterscheide sich nur, dass die Anzeigen bei der WKStA landete, nicht erst bei der Polizei.
Wann erstmals Suizid-Info?
Dies sei Popp während einer Besprechung am Vormittag des 20. Oktobers 2023 untergekommen. Konkret sei der Pressesprecher damals mit Ermittlern in Kontakt gewesen, weil es vermehrt Medienanfragen gab.
Diese Kommunikation und diese Vermutungen habe Popp mitbekommen.
Darmann will Unterlagen der Schulung
Gernot Darmann (FPÖ) fragt Popp, ob er die Unterlagen der BMI-Schulung zur Verfügung stellen kann.
Popp entgegenet, dass diese “geistiges Eigentum” des Anwaltes Huemer sei. Der habe diese erstellt. Somit könne er das nicht entscheiden.
Details zu Verteiler
Tomaselli wundert, dass dem U-Ausschuss die damalige Erstinfo nicht vom BMI geliefert wurde.
Popp sagt, er hätte seine SMS jedenfalls gelöscht. Tomaselli meint, es hätte auch eine E-Mail gegeben. Stefan Pfandler hätte diese Mail ausgedruckt und mitgebracht.
Die Auskunftsperson will aufklären: auf Landesebene würden nur SMS verschickt werden, diese hätte ihn erreicht. Die Informationen werden aber auch in Lagezentren verarbeitet und dort in Form eines Mails verschickt. Diese könne beispielsweise auch ans Kabinett gehen, meint Popp – in diesem BMI-Mailverteiler sei Popp aber nicht drinnen. Pfandler offenbar schon, er legte die Mail vor.
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Information für Führungskräfte
Tomaselli will wissen, wie viele Personen die Führungskräfte-Information (etwa zur Geisterfahrt) bekommen.
Für das Innenministerium könne Popp das nicht sagen. Auf Landesebene wird das entschieden, ob es ein größerer oder ein kleinerer Personenkreis ist.
Also entweder nur die Geschäftsführung oder die erweiterten Führungskräfte auf Ebene A1 und B1; auch könne der Kreis noch größer sein, auf Bezirks- und Stadtpolizeikommandos ausgeweitet werden. Im größten Verteiler auf Landesebene wären das 70-80 Personen, schätzt Popp. Man wisse aber nicht wer und wie viele Menschen die SMS bekommen.
Anzeigen privat bezahlt
Nun versucht es Tomaselli mit Fragen zu den Anzeigen. Wurde die Anzeige privat oder vom BMI bezahlt?
Popp antwortet: “Das wurde alles privat bezahlt.”
Tomaselli will wissen, warum die Anzeigen direkt bei der OStA eingebracht wurden. Das will aber Rosenkranz nun wieder nicht zulassen.
Beschwerde gegen WKStA-Oberstaatsanwältin
Die Diskussion über die Frage zur Anzeige wurde von Rosenkranz voerst beendet.
Wotschke erwähnt nun eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen jene WKStA-Oberstaatsanwältin T., die gegen Beamte des LKA Niederösterreich ermittelte. T. hatte diese bei ihrer Aussage vor dem U-Ausschuss ebenfalls erwähnt.
Die Beschwerde sei auch im Namen von Popp erfolgt, bemerkt die Neos-Politikerin. Doch auch diese Frage – also die Gründe der Beschwerde – will Rosenkranz nicht zulassen, weil sie höchstpersönlich sei.
Anzeige gegen Wurm
Wotschke erwähnt, dass Popp eine Sachverhaltsdarstellung gegen Karin Wurm einbrachte. Warum?
Es wird diskutiert ob diese Frage beantwortet werden muss. Vorsitzender Rosenkranz meint, dass es nicht beantwortet werden müsse.
Die Abgeordnete erläutert, dass die Anzeige erst am 6. Februar 2026 erfolgte, Wurm sagte aber viel früher im Ausschuss aus. Rosenkranz hält die Frage nicht für zulässig.
Messung der Körperkerntemperatur
Nun ist Thema, warum keine Körperkerntemperatur gemessen wurde und wie eine solche zustande komme.
Diese könne nur ein Arzt oder eine Ärztin durchführen, bestätigt auch Popp. Verlangen könne die Polizei diese von der Ärztin nicht, nur anregen. Müssen tun das aber auch die Beamten nicht, so Popp. Das sei nur bei Vorliegen des Verdachtes von Fremdverschulden wichtig. Mit der Temperatur könne jedenfalls der Todeszeitraum eingegrenzt werden, so die Überlegung dahinter.
Kritik von WKStA hatte keine Konsequenzen
Wotschke ist wieder dran. Sie bringt erneut die Einstellungsbegründung der WKStA zum Amtsmissbrauch-Verfahren ins Spiel. Da wurde bekanntlich argumentiert, dass die Rechtsgrundlage für die Herausgabe des Handys fehlte.
Popp sei die Einstellungsbegründung kundgetan worden. Anlass für dienstliche Konsequenzen oder Schulungen sei die Kritik der WKStA nicht gewesen.
Polizeiarbeit hinterfragt
Krainer will wissen, ob Popp die Polizeiarbeit hinterfragt hat. Nach aufkommenden Medienberichten ließ sich der Landespolizeidirektor eine Liste von rechtlichen Vorschriften zusammenstellen. Diese habe er überflogen, die Arbeit aber nicht hinterfragt.
Die erste Fragerunde ist schließlich vorbei. Es gibt eine Pause.
Wann bekam Popp Info zur Führerscheinabnahme?
Krainer fragt zur Information der Führerscheinabnahme Pilnaceks.
Popp erinnert sich, dass es eine SMS gewesen sei. Offenbar hatte der diensthabende Offizier die Nachricht in der Nacht formuliert und an Führungskräfte verschickt. Auch das Lagezentrum bekomme das.
Die SMS habe er vermutlich um 5 Uhr Früh gesehen, als er wie üblich aufsteht. In der Nacht habe er das nicht gesehen. Um 6:50 Uhr sei er in den Dienst eingetreten an dem Tag.
U-Ausschuss als "politisches Tribunal" beschrieben
Jan Krainer (SPÖ) ist mittlerweile dran. Er will wissen, welche Erfahrungswerte konkret bei der Schulung vermittelt wurden.
Popp antwortet, dort sei das Risiko transportiert worden, dass es bei Fragen im U-Ausschuss zu möglichen Verfahren wegen Falschaussagen kommen könne. Krainer will wissen, wer genau vermittelte, dass Abgeordnete Auskunftspersonen in Strafverfahren drängen wollten.
Popp präzisiert: das habe er so nicht gemeint, aber das Wort “politisches Tribunal” sei Thema gewesen. Das sei so in den dort präsentierten Unterlagen formuliert gewesen. Krainer ortet, dass diese von Anwalt Huemer zur Verfügung gestellt wurden.
Und der SPÖ-Abgeordnete fragt nach: War Hanger bei der Schulung? Das wird, nach allgemeinem Schmunzeln, verneint.
Andreas Hanger ist dran
Der ÖVP-Fraktionsführer will nur “den Kern” des U-Ausschusses abfragen. Gab es politische Einflussnahme? Das wird von Popp verneint.
Damit ist Hanger auch schon wieder fertig mit Fragen.
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Gespräch mit Takacs
Darmann will wissen, ob Popp mit Takacs noch einmal über die Causa gesprochen hat, abgesehen von dem kurzen Telefonat am 20. Oktober.
Dem Landespolizeidirektor sei ein weiteres Gespräch – zumindest in der näheren Zeit nach dem Tod – nicht erinnerlich.
BMI-Schulung
Popp wird zur Informationsveranstaltung für den U-Ausschuss befragt. An dieser nahm er Anfang Jänner auch teil.
Von wem sei die Idee dazu ausgegangen? Das wisse Popp nicht, er habe das aber sehr befürwortet, dass es eine solche Veranstaltung gebe. Stattgefunden hat die Schulung beim Bezirkspolizeikommando Krems.
Es sei dort etwa um Erfahrungswerte in U-Ausschüssen der Anwälte Martin Huemer und Linda Poppenwimmer gegangen.
"Auftrag" an Krems
Darmann wiederholt Popps Äußerung von einem Auftrag an den Kremser Bezirkspolizeikommandanten Pichler, nachdem Popp vom Tod Pilnaceks erfahren hatte.
Popp merkt an, dass Pichler der Auftrag – “notwendigen Vorkehrungen” zu treffen – eigentlich nicht notwendig gewesen wäre. Ihm sei aber bewusst gewesen, auch aufgrund der Geisterfahrt, dass wohl viel Medieninteresse auf die Beamten zukommen werde. Er wollte Pichler einfach zusätzlich informieren.
Fragen zu App und Postenbestellung
Gernot Darmann ist mittlerweile mit Fragen dran. Er interessiert sich wie Popp Landespolizeidirektor wurde. Popp legt das gerne dar, er habe den Posten zuvor interimistisch geführt. 2020 hätte er sich dann im Bewebungsprozess durchgesetzt. Letztes Jahr wurde er für fünf Jahre verlängert.
Darmann will auch von Kritik an der von Popp zuvor beworbenen App im BMI gehört haben. Popp entgegnet, dass es die App nicht gebe, wenn das BMI dagegen wäre.
Beschwerdeanruf von Anwalt Schender
Als nächstes ist der Anruf von Anwalt Rüdiger Schender Thema. Dieser hätte sich im Namen der Angehörigen am frühen Nachmittag bei Popp gemeldet und sich sinngemäß beschwert, dass die Witwe vom Tod aus den Medien erfuhr.
Popp wiederholt seine Wahrnehmung, dass er LKA-Chef Pfandler bat, Kontakt mit Schender aufzunehmen. Die Nummer Schenders gab er seiner Erinnerung nicht weiter, Pfandler hätte den Anwalt vermutlich schon von einer anderen Amtshandlung gekannt.
Tomaselli bringt außerdem ein Mail von Pfandler vor, indem eine Zeugeneinvernahme von Caroline List thematisiert wurde. Warum diese nie passierte und nur das Handy übergeben wurde, kann Popp nicht beantworten.
Amtsvermerk zu Geisterfahrt
Tomaselli bringt wieder einen Amtsvermerk der Autobahnpolizei ins Spiel, in dem thematisiert wurde, dass die Geisterfahrt Pilnaceks womöglich in suizidaler Absicht passiert sei. Das sei den Verkehrsbeamten am 20. Oktober aus dem BMI-Lagezentrum mitgeteilt worden, mit dem Beisatz “unbestätigt.” Der Amtsvermerk war auch am Mittwoch kurz Thema.
Wie man zu der Einschätzung im BMI kam, kann Popp nicht beantworten.
WKStA-Kritik an der Handy-Herausgabe
Nina Tomaselli von den Grünen ist nun mit Fragen dran. Sie knüpft an den Nachtragsbericht des LKA an, der den Handy-Umgang erstmals und sehr spät thematisierte.
Die WKStA hatte in ihrer Einstellungsbegründung die Herausgabe des Handys kritisiert. Diese sei “bewusst nicht nach außen offengelegt werden”, weil sie “ohne Rechtsgrundlage in aller Eile ohne dokumentierte staatsanwaltschaftliche Einbindung erfolgt ist”.
Popp merkt an, dass er dazu keine Wahrnehmungen habe. Er betont vielmehr die Belastung und die Dauer des Strafverfahrens für seine Beamten.
Frage zu "Nachtragsbericht"
Vom Nachtragsbericht, den Stefan Pfandler Ende März 2024 verfasste und darin erstmals die Vorgangsweise zum Handys erläuterte, hätte Popp erfahren. Vermutlich damals, als dieser verschickt wurde.
Herausgabe des Handys
Popp will von der Herausgabe des Handys am Todestag aus den Medien erfahren haben, was Wotschke interessiert. Sie fragt, ob er wusste, ob die StA Krems von der Herausgabe des Handys wusste.
Popp: “Ich kümmere mich nicht um Details. Man hätte mich nur dann informiert wenn es irgendwelche gravierenden Änderungen gegeben hätte.”
Von der Einleitung des Ermittlungsverfahrens gegen zwei Beamte sei er informiert worden, dass müsse so sein, so Popp.
Popp lobt App
Popp bewirbt eine neue Polizeiapp in Niederösterreich, mit der sich Beamte über neue Entwicklungen in der Polizeiarbeit informieren können. Die App sei federführend.
Wotschke will aber wissen, ob Beamte informiert werden, welche Änderungen konkret bei neuen Erlässen gemacht werden. Von besonders “netten Sachbearbeitern” werden entsprechende, gelbe Markierungen oft gemacht, meint Popp. Bei einem neuen Tatortleitfaden sei das aber nicht so gewesen, meint Wotschke.
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Fragen zu Leitfäden und Schulungen
Wotschke fragt ausführlich, wie Leitfäden Eingang in die Praxis finden und spielt vor allem auf den Tatortleitfaden an.
Er selbst werde informiert, wenn ein neuer Leitfaden erscheine. Für die neuen Maßnahmen – die auch Schulungen umfassen – sei dann die Fachabteilung zuständig, im Fall des Tatortleitfaden das Landeskriminalamtes. Bei der Budgetplanung von Schulungen sei er als Landespolizeidirektor involviert.
"Bauchgefühl" zu Suizid
Sophie Wotschke (Neos) eröffnet die erste Fragerunde.
Popp merkte im Eingangsstatement an, dass er ein “Bauchgefühl” in Richtung Suizid hatte. Wotschke fragt dazu nach, warum.
Popp habe dieses aufgrund der Kenntnis der Geisterfahrt, gepaart mit der knappen Information, dass Pilnacek tot im Seitenarm aufgefunden worden war, gehabt. Er habe die “Gesamtsituation aus der Ferne gut einschätzen” können, deshalb sein Bauchgefühl. Die Todesumstände und Geisterfahrt seien aber beim kurzen Telefonat mit Takacs kein Thema gewesen.
Kontakt zu Pilnacek?
Edwards fragt, ob Popp Pilnacek kannte. Dieser sagt, er habe den Justizsektionschef nur “zwei bis dreimal” bei Veranstaltungen getroffen. Habe dienstlich und privat nichts mit ihm zu tun gehabt.
Popp wiederholt, dass ihn zunächst Takacs anrief und vom Ableben Pilnaceks am Seitenarm informierte. Diese Information habe er an den Bezirkspolizeikommandanten Pichler weitergegeben. Dieser sollte “die notwenigen Vorkehrungen treffen, dass das erhoben wird.”
Dann habe ihn das LKA angerufen und von der Übernahme der Ermittlungen informiert, zunächst vermutlich der Stellvertreter, dann LKA-Chef Pfandler.
Einleitendes Statement
Popp bedankt sich “für Gelegenheit meine Eindrücke und Sicht darzulegen.”
Er beschreibt seine Karrierelaufbahn, die 1982 begann, heute habe er als Landespolizeidirektor die Dienst- und Fachaufsicht über 5700 Bedienstete.
Die Polizistinnen leisten sehr gute und ausgezeichnete Arbeit und hätten sich die Anerkennung verdient. Er verfügte nie über eine Akteneinsicht sondern nur wenige, einzelne Aktenstücke, die im Zuge seiner Klage gegen ZackZack relevant waren.
Am Todestag sei er “gegen 8:30 Uhr” vom Bundespolizeidirektor Takacs angerufen worden, er habe aber keine Aufträge weitergegeben, sondern nur den Bezirkspolizeikommandanten von Krems weiter informiert.
Etwas später sei er von Stefan Pfandler informiert worden, dass das LKA Niederösterreich die Ermittlungen übernahm, dass habe nicht er erwirkt, hätte aber auch nichts einzuwenden gehabt.
Am Nachmittag sei er vom Anwalt Rüdiger Schender angerufen worden, der sich beschwert hätte, dass die Ehefrau vom Todesfall über die Medien erfuhr. Deshalb habe er versichert, dass sich Ermittler bei ihm melden werden.
Befragung startet gleich
Die Sitzung wird nun medienöffentlich gemacht.
Landespolizeidirektor Franz Popp wird – wie auch Michael Takacs – von Linda Poppenwimmer begleitet. Sie trat auch als Anwältin der Klägerseite im Pilnacek-Buchverbotsprozess auf.
Popp wird zunächst von Verfahrensrichterin Christa Edwards belehrt.
Jan Krainer: "Bessere Schulungen für U-Ausschuss als für Polizeiarbeit"
Jan Krainer (SPÖ) kritisiert, dass Bundespolizeidirektor Michael Takacs Themen wie Ausstattung (Thermometer) nicht ausreichend ernst nehmen würde. Dieser habe sinngemäß gesagt, nur weil etwas “in der Zeitung” stehe müsse man nicht sofort tätig werden. Zuständig sei der Bundespolizeidirektor jedenfalls sehr wohl.
Krainer merkt an, dass die Polizisten für den U-Ausschuss scheinbar “bessere Schulungen erhalten” als in der Polizeiarbeit. Das BMI hätte sich anfänglich so verhalten, dass es in der Causa Pilnacek nichts zu sehen gebe, jetzt tue man sich schwer auf festgestellte Mängel einzugehen. Am Ende des Ausschusses müsse der Innenminister jedenfalls entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung setzen.
Neos über strukturelle Schwächen
Sophie Wotschke (Neos) äußert ähnliche Kritik. Am Beispiel der Arbeit der Exekutive in Niederösterreich zeige sich, welche grundsätzlichen Probleme im System bestünden.
Zugleich will Wotschke auf Belastung der Polizeibediensteten aufmerksam machen. Diese seien mit einer “Flut an Erlässen” konfrontiert, die in der Praxis kaum vollständig umgesetzt werden könnten. Diese werden offenbar nicht ausreichend erklärt.
Grüne kritisieren Ausstattung der Exekutive
Nina Tomaselli kritisiert in ihrem Statement, dass Verantwortung immer wieder zwischen verschiedenen Stellen hin- und hergeschoben werde. Das zeige sich etwa am Tatortleitfaden: Polizeivertreter hätten diesen als bloße Empfehlung beziehungsweise als unverbindlichen Rahmen dargestellt. Tatsächlich handle es sich jedoch um einen Erlass. Ähnlich verhalte es sich bei der Ausstattung der Exekutive, etwa bei der Beschaffung von Thermometern.
FPÖ will sich der "Informations- und Weisungskette" widmen
FPÖ-Abgeordneter Gernot Darmann startet mit einer Replik in Richtung Hanger: “Der mögliche Hagelschlage und das heiße Wetter dürften ihm zusetzen.”
Mann “habe sich um sachliche Aufklärung zu kümmern” und wolle das heute chronologisch weiterführen. Es werden um “Informations- und Weisungskette” gehen, angefangen von der Geisterfahrt bis zur Suche des Laptops.
ÖVP-Statement
Andreas Hanger startet mit einem Pressestatement.
“Jeder der sachlich an die Sache herangehen würde, würde den U-Ausschuss abdrehen”, so der ÖVP-Abgeordnete im Hinblick auf den gestrigen Tag. Hanger wiederholt seine Aussagen eines “Geldverschwendungsausschusses”, die FPÖ würde Verschwörungstheorien bedienen und aufrecht erhalten.
Von den heutigen Befragungen des Generaldirektors für öffentliche Sicherheit und des niederösterreichischen Polizeidirektors erwarte sich Hanger keine Erkenntnisse.
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Guten Morgen!
Der heutige U-Ausschusstag knüpft gewissermaßen direkt an die gestrige Befragung von Bundespolizeidirektor Michael Takacs an. Geladen sind zunächst der niederösterreichische Landespolizeidirektor Franz Popp (planmäßig ab 9:00 Uhr) und der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit Franz Ruf (13:00 Uhr).
Vor allem die Kommunikation der Polizeispitzen wird wohl im Fokus stehen. Takacs informierte nach seinen Telefonaten mit Anna P. seinen Vorgesetzten Ruf sowie seine Führungskraft Popp über das Ableben Christian Pilnaceks. Am gestrigen Befragungstag war strittig, ob Takacs Popp dabei einen Auftrag erteilte. Vom Bundespolizeidirektor wurde das vehement bestritten, eine parlamentarische Anfragebeantwortung von Innenminister Gerhard Karner hatte das aber vermuten lassen. Popp trat neben Takacs übrigens auch als ein Kläger gegen des Pilnacek-Buch auf.
Ab circa 8:30 Uhr melden wir uns wieder aus dem Parlament.
Bis dann!

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