Sonntag, Juli 12, 2026

Ticker-Nachlese zum U-Ausschuss: Spannende Einblicke der Gutachter

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Am Donnerstag wurden zwei weitere Rechtsmediziner im Pilnacek-U-Ausschuss erwartet: zunächst Michael Tsokoks, der mit seinen Stellungnahmen für erhebliches Aufsehen sorgte. Anschließend folgte Christian Matzenauer, der das offizielle Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Krems erstellte. Der U-Ausschuss geht nun in die Sommerpause. Die nächsten Termine sind für Mitte September avisiert.
16:30

Sommerpause - nächste Termine im September

Pressestatements gibts keine, somit verabschieden wir uns auch.

Der U-Ausschuss geht nun in die Sommerpause. Die nächsten Befragungstage sind nach derzeitigem Stand für den 16. und 17. September geplant. Die ZackZack-Recherchen zur Causa werden natürlich keine so lange Pause machen.

Bis bald!

 

15:48

Medienöffentliche Sitzung vorbei

Es gibt noch Geschäftsordnungsdebatten, allerdings nicht mehr öffentlich. Die Befragung Matzenauers ist vorbei.

15:43

Unterschied zu Gemeindeärztin

Verfahrensrichterin stellt noch Fragen zur Lage der Gemeindeärzte.

Kurse für die Leichenbeschau gebe es nicht zwingend, meint Matzenauer. Edwards hatte angemerkt, dass die Gemeindeärztin nicht davon ausging, dass sie bei einer kriminalpolizeilichen Leichenbeschau teilnahm. Matzenauer meint nur zu wissen, dass die Ärztekammer gewisse Kurse für Interessierte anbiete.

Matzenauer hätte aber noch nicht erlebt, dass ein Gemeindearzt oder eine Gemeindeärztin jemals eine Temperaturmessung vornahm. Das würde wenn dann er machen.

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15:42

Keine Fragen mehr

Die Abgeordneten haben fertig.

15:38

Dritte Runde zügig

Die dritte Fragerunde ist im Gang und geht zügig voran. Thomas Spalt (FPÖ) ist dran.

Es geht erneut um die Weitergabe von Obduktionsfotos. Wie könnte es dazu kommen? Er habe keine Wahrnehmungen dazu, betont Matzenauer abermals. Wer auf den Akt Zugang hat, sei klar geregelt.

In einer Doku von Servus TV wurde einem deutschen Rechtsmediziner Obduktionsfotos vorgelegt. Den Gutachter kenne Matzenauer von seiner Arbeit in Deutschland, er schließt dezidiert aus, dass die Fotos von ihm kamen. Er hätte mit dem Gutachter auch nie über den Fall gesprochen.

15:34

Kieselalgen-Befund

Della Rossa (SPÖ) spielt auf die Aussagen von Tsokos an, wonach in Deutschland der Fund von Kieselalgen kein Beleg für Ertrinken sei. Matzenauer, der in Deutschland tätig war, kann das bestätigen – zumindest für Nordrhein-Westfalen. Da hätte man das tatsächlich nicht herangezogen.

Er könne sich aber vorstellen, dass es anderswo in Deutschland schon vorkomme.

15:27

Fotos weitergegeben?

Thomas Spalt (FPÖ) fragt nach einer möglichen Weitergabe von Obduktionsfotos und erwähnt ein Ermittlungsverfahren. Davon höre Matzenauer zum ersten Mal.

Spalt fragt, ob es zwischen Matzenauer und dem Journalisten Gernot Rohrhofer Kontakt gab. Der Rechtsmediziner sagt, Rohrhofer hätte 2024 angefragt, ob er sein Gutachten haben könnte. Das habe er klar verneint. Eine spätere Interview-Anfrage Rohrhofers habe Matzenauer ebenfalls abgelehnt.

15:23

Suizidales Ertrinken

Das käme statistisch häufiger bei Frauen vor, bestätigt Matzenauer eine Nachfrage von Tomaselli.

15:17

Sitzung wieder öffentlich

Es gab wohl Diskussionen um Immunitätsfragen und eine entsprechende Abstimmung, die Nina Tomaselli ätzt ein wenig in Richtung SPÖ. Da die Sitzung nicht öffentlich war, ist nicht ganz klar, was besprochen wurde.

Wegen dieser Presseaussendung gab es Aufregung:

bildschirmfoto 2026 06 25 um 15.16.45

15:06

Aufregung um Pressemitteilung

Eigentlich war Tomaselli mit Fragen dran. Christian Hafenecker meldet sich allerdings zu Wort und moniert, dass eine aktuelle Pressemeldung der ÖVP die Frage aufwerfe, ob nicht-medienöffentliche Informationen verwendet wurden. Dem widerspricht Andreas Hanger, er will nur medienöffentliche Infos verwendet haben.

Hafenecker beantragt eine Stehung und den Ausschluss der Öffentlichkeit. Was nun auch geschieht.

14:56

Tatortleitfaden nicht bekannt

Wotschke stellt Fragen zum Tatortleitfaden, diesen hätte der Rechtsmediziner noch nie gesehen.

Es geht noch um minimale Merkmale der Äußerlichkeiten des Leichnams, dann ist die Neos-Politikerin auch wieder fertig.

 

14:50

Ein "komplexes Sturzgeschehen"

sei laut Matzenauer mit den festgestellten Verletzungen in Einklang zu bringen.

Della Rossa ist fertig. Es geht in die nächste Fragerunde.

14:48

"Keine Zeichen einer Unterkühlung"

hat Matzenauer festgestellt. Auch keine stellenweisen Erfrierungen.

 

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14:39

Wahrnehmungen zu Smartwatch

Die Smartwatch sei ihm bei der Obduktion bzw. dem dortigen Vorbringen der Kleidung/Gegenstände in Erinnerung. Die Fragen stellt Antonio della Rossa (SPÖ).

Er durchsuche keine Taschen für allfällige Gegenstände selbst.

Rückschlüsse der Uhr auf den Todeszeitraum ziehen zu können sei ihm bekannt, das wüssten die Beamten aber auch selbst. Im konkreten Fall sei der Todeszeitraum aber nie Thema der Obduktion gewesen.

 

14:36

Prominenz besonders, sonst nichts

Thomas Elian (ÖVP) fragt nach Einflussnahme auf Matzenauers Gutachten, auch politisch.  “Nein, das würde ich mir nicht gefallen lassen.”

Es wäre eine “nicht besonders spannende Wasserleiche gewesen”, so Matzenauer, abgesehen von der Prominenz.

14:30

Suizid-Einschätzung Aufgabe der Ermittler

Thomas Spalt (FPÖ) fragt mittlerweile.

Es sei nicht seine Aufgabe gewesen, Suizid festzustellen. Das wäre Aufgabe der Ermittler oder der Staatsanwaltschaft. Für Ertränken hätte er keine Hinweise gefunden.

Fotos von der Örtlichkeit wurden ihm gezeigt, daraus ziehe er Schlüsse. Die Verletzungen Pilnaceks (konkret jene an der Stirn) sei nicht so groß gewesen, dass man von einer Benommenheit ausgehen kann.

14:25

Zehnmal ausrücken

Tomaselli will Zahlen erfragen. Longato sagte aus, er wäre im Bereich Tirol/Vorarlberg neunmal jährlich vor Ort gewesen. In der Schweiz, wo er ebenfalls tätig war, wäre er mit seinem Team (in einer ähnlich bevölkerungsreichen Region) “zwei bis dreimal pro Woche” ausgerückt.

Matzenauer kann nur schätzen, wie das in Niederösterreich ist: bei 130-140 Obduktionen in dem Bundesland schätzt er etwa zehnmal jährlich. Also er fünfmal, der zweite Kollege ebenfalls.

14:20

Temperatur bei Wasserleichen "schwacher" Hinweis

So Matzenauer. Bei Personen, die im öffentlichen Raum oder Wohnungen gefunden werden, seien Körpertemperatur aussagekräftiger, um auf einen Todeszeitraum zu schließen.

Bei Wasserleichen sei es nur ein “schwacher” Hinweisen. Gutachterin Doberentz sieht das anders, zitiert Tomaselli aus ihrem Gutachten.

 

14:14

Todeszeitraum

Nina Tomaselli ist dran. Sie schließt an die Erfahrungswerte Matzenauers an.

Er würde nur dann vor Ort sein, wenn Verdacht auf Fremdverschulden bestehe. Wenn eine Leiche nur zu ihm zur Obduktion gebracht wird, ist die Erhebung des Todeszeitraums kein Thema. Wenn dann doch Fremdverschulden festgestellt wird, müsste man sich anhand von Parametern wie Leichenflecken und Totenstarre “zurückrechnen.” Das sei natürlich weniger einfach als mit unmittelbar vorgenommenen Temperaturwerten.

14:12

Fünfmal pro Jahr vor Ort

Circa 100 Obduktionen würden von Matzenauer jährlich getätigt. Davon sei er aber nur etwa fünfmal am Auffindungsort. Wotschke ist mit Runde eins fertig.

 

14:09

Tsokos Stellungnahmen würden "mehr Fragen aufwerfen"

Die Auskunftsperson wird von Wotschke auf die Stellungnahmen von Tsokos angesprochen. Matzenauer meint, dass Tsokos Stellungnahme typisch für ein Gegengutachten sei. Dort werden Befunde eben auseinandergepflückt.

Tsokos würde aber keine Antworten anbieten, sondern “mehr Fragen aufwerfen.”

14:06

Schiffshaken

Wotschke bringt die Aussage der Leiterin der StA Krems ins Spiel, wonach die Wunde an der Leiche von “einem Schiffshaken” bei der Bergung entstanden sein dürfte.

Diese Annahme stamme nicht von ihm betont Matzenauer. Er weiß nicht, wie diese Annahme zustande kam. Er ging in seinem Gutachten in Bezug auf die Verletzung von einem Sturzgeschehen aus.

 

14:02

Anwesende Polizisten

“Drei oder vier Beamte der Tatortgruppe Niederösterreich” wären bei der Obduktion anwesend gewesen. Das sei natürlich üblich, vor allem bei einem so “wichtigen Fall” wie hier, so die Auskunftsperson.

Von der Polizisten werden Fotos gemacht, die Kleidung wird vor Ort ebenfalls fotografiert. Matzenauer sei nicht erinnerlich, dass er nach der Obduktion von Polizisten kontaktiert wurde.

 

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14:00

Man braucht größere Personaldecke

findet Matzenauer. Vor allem für ein großes Flächenbundesland wie Niederösterreich.

13:55

Obduktion nach sechs Tagen

Die Obduktion wurde erst am 26. Oktober durchgeführt, das sei aber in diesem Fall laut Matzenauer nicht bedenklich.

Es sei im vorliegenden Fall zu keinen Befundveränderungen gekommen, der leblose Körper sei rasch gefunden worden und dann eine Kühlung erfolgt.

13:49

Österreichweit nur circa 15 obduzierende Gerichtsmediziner

Matzenauer schildert kurz seinen Werdegang, er sei vor allem in Ostösterreich tätig. Zu “90 Prozent” in Niederösterreich.

Gutachterin Doberentz kenne er zwar nicht persönlich, aber in dem kleinen Feld der heimischen Gerichtsmedizin sei man einander beruflich wechselseitig bekannt. In Österreich gibt es aktuell 22 eingetragene Gerichtsmediziner.

In Niederösterreich gebe allerdings nur zwei Gerichtsmediziner, die auch Obduktionen durchführen, so Matzenauer. Einige seien etwa älter und machen keine Obduktionen mehr. Er schätzt die Zahl der obduzierenden Gerichtsmediziner auf etwa 15.

 

13:46

Kein Eingangsstatement

Christa Edwards hat auch keine Fragen. Es geht nun los mit Fragen von Sophie Wotschke (Neos).

13:44

Jetzt aber

Rechtsmediziner Christian Matzenauer hat Platz genommen. Es folgt seine Belehrung durch die Verfahrensrichterin.

13:26

Es geht bald weiter

Mehr Verzögerung als erwartet. Um 13:30 soll es weitergehen.

13:25

Hilfe in Krisen

Da in der Berichterstattung zum U-Ausschuss wiederholt Suizid thematisiert wird, soll an dieser Stelle ausdrücklich auf die Anlaufstellen für Menschen in Krisensituationen aufmerksam gemacht werden.

Betroffene und deren Angehörige finden unter suizid-praevention.gv.at Notrufnummern und Erste Hilfe bei Suizidgedanken. Gesprächs- und Verhaltenstipps insbesondere für Kinder und Jugendliche bietet bittelebe.at.

Spezielle Nummern und Anlaufstellen in den Bundesländern finden Sie hier.

12:23

Längere Pause

Wir gehen davon aus, dass es um circa 13:00 Uhr weitergeht.

Bis dann!

11:48

Sitzung wird geschlossen

Medien werden nun ausgeschlossen. Wir halten Sie auf dem Laufenden, wann es weitergeht.

11:38

Sitzung wird bald medienöffentlich geschlossen

Die FPÖ möchte Fragen stellen, die nicht medienöffentlich verhandelt werden dürfen. Auch soll wieder in den “Bunker” gegangen werden – den abhörsicheren Raum, in dem Fotos mit höchster Sicherheitsstufe vorgelegt werden.

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11:36

Tomaselli zum Gutachter-Auftrag

Nina Tomaselli erfragt, ob es in Deutschland ebenfalls so sei, dass nicht Suizid auf Auftrag der Staatsanwaltschaft erkundet wird, sondern Fremdverschulden oder nicht. Das sei auch in Deutschland so, bestätigt Tsokos.

Tomaselli ist wieder fertig.

11:33

Zweite Fragerunde

Katrin Auer (SPÖ) beginnt mit zweiter Fragerunde.

Sie fragt zu Diskrepanzen in den Gutachten von Matzenauer. Tsokos meint, dass man nicht so weit außeinander sei. Für Tsokos seien einfach die Befunde zu Ertrinken nicht völlig überzeugend und ausreichend, weil gewisse Befunde fehlen. Auer ist recht rasch wieder fertig.

11:20

Tsokos würde das Gutachten wieder machen

Es sei spannend und lehrreich, sich mit solchen Fällen zu beschäftigen. Etwa, wie es in anderen Ländern ablaufe.

 

11:14

ÖVP ist dran

Thomas Elian (ÖVP) beginnt mit Fragen. Er stellt Fragen zur Beauftragung von Tsokos.

Er wiederholt, dass er ein Mail im Sommer 2024 von Rechtsanwalt Volkert Sackmann bekam. Dieser wies auf einen öffentlichwirksamen Fall in Österreich hin und auch, dass er Karin Wurm vertrete. Das sei für Tsokos auch wichtig, dass Nahestehende des Verstorbenen involviert sind.

Ein gewünschtes Ergebnis sei in keiner Weise vorgegeben worden. Man wollte nur “das Obduktionsergebnis überprüfen lassen”, das sei nicht ungewöhnlich. Das sei ja der Sinn eines solchen Auftrags.

11:06

Todeshergang für Tsokos weiter unklar

Wie die Verletzungen zustande kamen, kann Tsokos nichts sagen. Er hätte “leider” keine Einsicht in Fotos gehabt, hatte keine Angaben zur Auffindung und zur Bergung.

Die Verletzungen seien lediglich “zu minder” um zu einer Bewusstseinstrübung zu führen. Weiterhin seien aber Fragen zum Weg ins Wasser zu stellen. Bei Erwachsenen kenne er das in seiner Erfahrung nicht. Immer wieder sagt Tsokos aber auch, er möchte nicht zuviel spekulieren.

Die Frage die sich für ihn dennoch weiter stellt ist, wie ein “nicht relevant alkoholisierter” Mensch auf diese Weise ertrinken kann.

 

11:01

Tsokos: Kieselalgen "kein Beweis"

Thomas Spalt (FPÖ) stellt mittlerweile Fragen.

Er kommt auf das Thema “Diatomeen” – also Kieselagen – zu sprechen. Tsokos sagt erneut, dass ein Fund von diesen “kein Beweis” für Ertrinken seien, zumindest nicht in Deutschland. Man könne diese auch in Körpern Nicht-Ertrunkener finden, meint der Mediziner.

 

10:56

Einblicke aus Berlin

Tsokos gibt Einblicke in die Situation von Berlin.

Dort gebe es sechs Mordkommissionen, eine eigene für Kapitalverbrechen. Die Rolle des Gerichtsmediziners sei dort durchaus eine sehr aktive, wenn man Tsokos Schilderungen folgt. Er selbst versuche eben oft an den Tatort zu fahren und mit den Beamten “auf Augenhöhe” zu diskutieren, was man noch machen könne. Bei Wasserleichen würden Rechtsmediziner in der Regel zum Tatort kommen. “Was man vor Ort versäumt, kriegt man nicht mehr hin.”

Tsokos will aber nicht als Besserwisser agieren, in Berlin seien die Wege kurz und die Ausstattung gut. “Möchte nicht den Eindruck erwecken, dass wir alles besser machen.”

10:48

Dunkelheit am Seitenarm

Tomaselli weist auf die Begebenheiten am Fundort hin, dort sei es stockdunkel in der Nacht. Die Begebenheiten kenne er nicht, aber im Hinblick auf die Information ergebe sich schon die Frage wie Christian Pilnacek ins Wasser gekommen sei.

Und erneut auf den Ertrinkungstod angesprochen: “Möglicherweise”, so Tsokos. Es würden manche Befunden eben fehlen.

10:43

"Das war nie ein Politikum"

Die Neos verzichten wie angekündigt auf Fragen.

Nina Tomaselli ist nun dran. Was war denn der konkrete Auftrag an ihn?

“War das Gerichtsgutachten schlüssig und ist noch etwas Besonderes aufgefallen”, so Tsokos. Nahestehende Personen – in diesem Fall Pilnacek-Freundin Karin Wurm – wollen so etwas oft wissen, wenn sie zweifeln, damit sie nicht ihr Leben lang “grübeln.”

Ein Tötungsdelikt festzstellen sei nie in seinem Sinn gewesen. “Das war nie ein Politikum”, so Tsokos im Hinblick auf die Resonanz die der Fall in Österreich bekam.

10:39

1,4 Promille

Der Alkoholisierungsgrad von 1,4 Promille (bei der Geisterfahrt gemessen) sei nicht so groß, dass eine Bewegungsfähigkeit völlig eingeschränkt sei, so Tsokos. Zumindest nicht, wenn man Alkohol gewohnt ist.

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10:36

Frage zu "suizidaler Geisterfahrt"

Der Amtsvermerk vom 20.10.2023 ist wieder Thema, in dem von einer “suizidalen Geisterfahrt” gesprochen wurde. Diese Spekulation sei der Autobahnpolizei zu Mittag aus dem BMI-Lagenzentrum kommuniziert worden, allerdings mit dem Beiwort “unbestätigt.”

Ein solcher Suizid sei Tsokos jedenfalls noch nie untergekommen.

10:27 - Peter Pilz

Verheerendes Zeugnis für Kripo

Der Berliner Rechtsmediziner Tsokos stellt der niederösterreichischen Polizei einen verheerenden Befund auf ganz einfache Art aus: Er beschreibt, was die Berliner Polizei in einem vergleichbaren Fall getan hätte. Das ist mehr als ein glattes Nichtgenügend für die Polizei.

10:24

Gemessene Temperaturen wären wichtig

Tsokos merkt an, dass Temperaturen, wie die Wasser- oder Körperkerntemperaturen wichtig seien. Thermometer seien in Deutschland vorhanden.

10:24

Obduktion in Deutschland "innerhalb von Stunden"

Katrin Auer (SPÖ) beginnt mit Fragen. Sie fragt Tsokos nach seiner Erfahrung, vor allem mit Wasserleichen.

Tsokos weist auf die Prominenz des Falles hin. “Da weiß man, das wird über Jahre alle beschäftigen.” In Berlin würde er daher zum Fundort hinfahren und Erkundungen “vor Ort” vornehmen. Etwa die Todeszeit näher eingrenzen.

Auch eine Obduktion nach einigen Tagen sei für ihn in Deutschland “bei so einem Fall” nicht vorstellbar. “Das würde innerhalb von Stunden passieren.”

10:12

"Keine konkurrierende Todesursache"

Edwards hakt nach, dass Ertrunkene in Deutschland ja nicht anders aussehen als in Österreich. Tsokos bestätigt, dass es zu Ertrinken “keine konkurrierende Todesursache” gebe.

Aber: die Befunde an der Lunge, die er wie Doberentz feststellte und Schäden beschreiben, seien auch “typisch für einen Raucher.”

Tsokos ergänzt, für Ertrinken hätte er auch “Befunde, die nicht dazu passen.” Er will betont wissen, dass er “kein Theoretiker” sei, sondern Hunderte Wasserleichen obduziert hätte.

10:06

Edwards legt Doberentz-Gutachten vor

Verfahrensrichterin Christa Edwards interessiert sich für die Unterlagen, die Tsokos zur Verfügung standen. Und sie legt ihm das Gutachten von Elke Doberentz vor, welches von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt in Auftrag gegeben wurde. In diesem wurden Aussagen von Tsokos als “fachlich nicht haltbar” bemängelt.

Tsokos entgegnet, dass er sehr wohl Befunde für einen Ertrinkungstod fand, die genauso auch Doberentz so feststellte. Er fand eben aber auch untypische Anzeichen.

10:04

Tsokos: "Schwierigkeiten" mit der Festlegung auf Ertrinken

Sein Gutachten sollte beantworten, ob er als Todesursache Ertrinken für plausibel halte. Und ob er weitere Anmerkungen hätte zu den weiteren Ermittlungen.

“Ich habe geschrieben, dass es ein solides Gutachten ist”, sagt er im Hinblick auf das offizielle Gutachten. “Aber dass ich mit der Diagnose Ertrinken, die bisschen allein für sich da stand, meine Schwierigkeiten habe.”

Es gebe Befunde, die auf Ertrinken zutreffen. Aber es gibt Befunde, die fehlen. Die Ertrinkungsdiagnose würde vor allem auf die im Körper festgestellten “Kieselalgen” beruhen. In Deutschland sei die Festlegung nicht zulässig.

Natürlich muss man dann auch fragen: “Woran ist er dann gestorben?” Hier weist Tsokos auf festgestellte Verletzungen hin, wie die genau passiert sind, sei für ihn offen gewesen. Fotos hätte er keine gehabt.

09:54

Einleitendes Statament

“Ich fasse das als Ehre auf, dass ich hier bin. Bin gespannt, was der Vormittag bringt.” Die Frage der politischen Einflussnahme sei von seiner Arbeit “so weit weg wie nur sonst was.” Er hoffe daher, dass es um sein Fach gehe.

Tsokos sei 2024 von Volkert Sackmann 2024 kontaktiert worden. Es gehe um einen Fall, der in Österreich “für große Wellen” schlage. Man hätte gerne “eine zweite Meinung.”

So etwas sei für Tsokos nichts Ungewöhnliches, er bekomme solche Anfragen von überall aus dem Ausland. “Ungewönlich ist allerdings, dass ich zusage.” Der Fall Pilnacek hätte ihn aber interessiert.

09:53

Tsokos wird belehrt

Michael Tsokos hat Platz genommen und wird von Verfahrensrichterin Christa Edwards belehrt. Der Mediziner ist ohne Vertrauensperson erschienen.

Edwards weist auch daraufhin: Geheime und streng geheime Unterlagen, die heute allenfalls vorgelegt werden, dürften nicht “verwertet” werden.

09:48

Sitzung medienöffentlich

Nach einer Verzögerung wegen “technischem Gebrechen” wird die Sitzung nun medienöffentlich gemacht.

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09:07

Krainer fand Longato-Aussage wertvoll

Ähnlich wie die Grünen fand auch Jan Krainer (SPÖ) die Aussagen von Stefano Longato interessant und erkenntnisreich. Er sei aber froh, wenn das Kapitel Rechtsmedizin dann nach heute auch wieder vorbei sei.

Zum Interesse an den Vorgängen im “Keller”, also den Sicherheitsraum, wo auf Wunsch der FPÖ die Obduktionsfotos zugänglich gemacht wurden, sagt er abschließend nur knapp: “Schön ist das nicht.”

 

09:00

Neos zu Befangenheit von Fuchs

Sophie Wotschke (Neos) konzentriert sich auf die gestrige Aussage von OStA-Leiter Johann Fuchs. Für sie sei nach wie vor unverständlich, wieso sich Fuchs nicht sofort zu Beginn der Ermittlungen für befangen erklärte.

Obwohl Wotschke den gestrigen Privatgutachter Longato nicht befragte, gibt sie nun zu, dass seine Schilderungen zur Lage der heimischen Gerichtsmedizin durchaus interessant waren.

Tsokos werde man aber nicht befragen, dieser sei ja zudem aus Deutschland und könne die österreichische Lage nicht einschätzen.

08:55

Grüne: "Ermittlungsfehler evident"

Nina Tomaselli (Grüne) gibt ihr Pressestatement ab.

Die Kritik an der Befragung der Privatgutachter hätte sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: die Befragung Longatos sei “eine der erkenntnisreichsten” bislang gewesen. Er hätte einen “völlig unverstellten Blick” auf die Situation der heimischen Gerichtsmedizin abgegeben – und hier erheblichen Handlungsbedarf aufgezeigt.

Was die Erkenntnisse bislang generell angeht: “Ermittlungsfehler sind evident”, meint Tomaselli. Die Frage sei, ob diese “trotz oder wegen der Person Pilnacek” passiert seien.

 

08:46

FPÖ kritisiert ÖVP

Wie gewohnt reagiert nun die FPÖ auf die Vorwürfe der Volkspartei.

Thomas Spalt (FPÖ) meint, dass die ÖVP immer dann keine Aufklärung will, wenn es sie selbst betrifft. Auf die Kritik der Kosten repliziert der Freiheitliche, dass die Regierung bei sich selbst sparen solle.

Spalt gibt einen Ausblick darauf, dass man sich im Herbst “intensiv mit politischen Entscheidungsträgern” befassen möchte.

Auf die Frage, wie sich die gestrige Einsicht in die Obduktionsbilder gestaltete, möchte der FPÖ-Politiker nicht eingehen. Für heute sei ein ähnliches Vorgehen –  also eine geheime Vorlage der Bilder – ebenfalls denkbar.

 

08:40

ÖVP: "Politischer Tiefpunkt"

Die Pressestatements starten. Thomas Elian von der ÖVP beginnt.

“Wir sind mittlerweile an einem politischen Tiefpunkt angelangt”, meint der Abgeordnete. Er betont einmal mehr die Linie eines “Geldverschwendungsausschusses” mit Belastungen für das Parlament. Suizid oder Unfall seien strafrechtlich irrelevant. Elian kritisiert, dass die FPÖ “pietätlos” mit den geschützten Obduktionsfotos umging, weil diese den Gutachtern in einem Sicherheitsraum gezeigt werden.

Und: “Es macht keinen Sinn, dass in jedem Tatortkoffer ein Thermometer ist.”

07:34

Guten Morgen!

Im Parlament steht heute der letzte Befragungstag des Pilnacek-U-Ausschusses vor der Sommerpause an. Das Programm knüpft an die gestrife Befragung von Stefano Longato an – geladen sind zwei weitere Rechtsmediziner, die teils zu recht unterschiedlichen Befunden kamen.

Den Beginn macht Michael Tsokos aus Deutschland (planmäßig 9:00 Uhr), der im Auftrag von Peter Pilz bzw. dem Rechtsanwalt Volkert Sackmann eine Stellungnahme zum offiziellen Obduktionsgutachten abgab. Tsokos war langjähriger Leiter des Institus für Rechtsmedizin an der Berliner Charité, heute ist er unter anderem auch populärer Autor und Podcast-Produzent. Der Rechtsmediziner kam in seinem Gutachten zu einigen bemerkenswerten Schlüssen: “Für ein Ertrinken liegen keinerlei wirklich überzeigende Obduktionsbefunde vor”, so Tsokos etwa. Oder: “Was aus Sicht des Unterzeichnenden jedoch eine gravierende Fehleinschätzung des Rechtsmediziners Dr. Matzenauer ist, ist überhaupt die Einschätzung, dass es keine ‘eindeutigen Hinweise auf Gewalteinwirkung’ am Leichnam gab.”

Christian Matzenauer soll dann ab 13:00 Uhr erscheinen. Er obduzierte den Leichnam von Christian Pilnacek am 26.10.2023 im Auftrag der Staatsanwaltschaft Krems im Klinikum Favoriten. In seinem Gutachten stellte er fest, dass “die erhobenen Befunde auf ein Ertrinken im Gewässer der Auffindung hinweisen.” Und: “Eindeutige Hinweise auf eine grob Gewalteinwirkung durch fremde Hand ergaben sich nicht.” 

Wir melden uns ab circa 8:30 Uhr aus dem Parlament.

Bis dann!

 

Am Donnerstag werden zwei weitere Rechtsmediziner im Pilnacek-U-Ausschuss erwartet: zunächst Michael Tsokoks, der mit seinen Stellungnahmen für erhebliches Aufsehen sorgte. Anschließend folgt Christian Matzenauer, der das offizielle Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Krems erstellte. Wir tickern live aus dem Parlament.

Autoren

  • Thomas Hoisl

    Ist seit April 2024 bei ZackZack. Arbeitete zuvor u.a. für "profil". Widmet sich oft Sicherheitsthemen oder Korruptions-Causen.

  • Redaktion

    Die ZackZack Redaktion

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