Norbert Hofer ist kein Einzelfall: Auffällig viele Blaue wurden in den vergangenen Jahren betrunken hinter dem Steuer erwischt. Parteiinterne Konsequenzen sind eher die Ausnahme.
Mit knapp 2,5 Promille wurde Norbert Hofer am Freitagvormittag von der Polizei im Burgenland gestellt. Zeugen hatten einen offensichtlich stark alkoholisierten Autofahrer nahe Pinkafeld bemerkt, die Spur führte zur Adresse des früheren FPÖ-Parteichefs und Hofburg-Kandidaten. Seinen Führerschein war Hofer sofort los – „Es tut mir leid. Ich habe so einen Fehler noch nie gemacht“, so die Reaktion des Politikers gegenüber Medien.
Bemerkenswert ist der Vorfall auch deshalb, weil Hofer nicht nur von 2019 bis 2021 Bundesparteichef der FPÖ war, sondern zuvor ausgerechnet als Verkehrsminister der türkis-blauen Bundesregierung amtierte. Als solcher startete er im September 2018 sogar eine Kampagne gegen Drogen am Steuer – nun gefährdete der Freiheitliche selbst andere Verkehrsteilnehmer.
Blaue Blaue
Auffällig ist zudem eine Häufung ähnlich gelagerter Fälle aus den Reihen der Freiheitlichen. Erst im Mai verlor der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Peter Schmiedlechner seinen Führerschein, weil er alkoholisiert unterwegs war. Sein Fahrzeug landete in einer Böschung im niederösterreichischen Schwarzau am Steinfeld, die Feuerwehr musste anrücken.
Besonders in Erinnerung bleibt der Fall des FPÖ-Landtagsabgeordneten Michael Sommer, der im Juni 2025 alkoholisiert einen Autounfall verursachte. Dasselbe war Sommer bereits im Jahr 2024 samt Führerscheinentzug passiert – erst beim wiederholten Mal erklärte Sommer seinen Rücktritt.
Kurz zuvor war im April 2025 dem Villacher Stadtrat und FPÖ-Landtagsabgeordneten Erwin Baumann die Lenkberechtigung entzogen worden. Er war am Karfreitag mit 1,2 Promille am Steuer erwischt worden. Politische Konsequenzen gab es keine. „Ich sehe hier keinen Handlungsbedarf“, erklärte der Kärntner FPÖ-Landeschef Erwin Angerer damals.
Konsequenzen eher die Ausnahme
Freilich gibt es auch bei anderen Parteien vergleichbare Vorfälle. Im Dezember 2024 musste der SPÖ-Bürgermeister Jürgen Maschl nach einem alkoholisierten Unfall mit einem geparkten Auto seinen Führerschein abgeben. Gerhard Fornwagner, ÖVP-Gemeindeoberhaupt in Oberösterreich, baute nach einer Flucht vor einer Polizeikontrolle alkoholisiert einen Unfall gegen einen Baum. Fornwagner trat als Bürgermeister zurück – im Vergleich eher die Ausnahme.
Eine derartige Häufung in jüngerer Vergangenheit sowie die Prominenz der betroffenen Personen bleibt jedenfalls den Freiheitlichen vorbehalten. Zwar verloren auch Ex-ÖVP-Minister Magnus Brunner oder Ex-SPÖ-Politiker Georg Dornauer in den vergangenen zwei Jahren ihren Führerschein – zumindest waren sie bei ihren Verkehrsdelikten aber nicht betrunken.
Im Fall Hofer fordert die SPÖ nun Konsequenzen. Der Politiker solle sein Landtagsmandat zurücklegen. „Wie viele Alkofahrten braucht es noch, bis FPÖ-Chef Kickl Konsequenzen zieht?“, hieß es in einer Aussendung am Sonntag.
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