Der ehemalige Nationalratsabgeordnete der Volkspartei, Martin Engelberg, stellt einen baldigen Wechsel an der Spitze der ÖVP in den Raum. Stockers Performance sei unauffällig.
Zu dramatischen Geigenklängen kündigte der ehemalige ÖVP-Nationalratsabgeordnete Martin Engelberg kürzlich an, dass Christian Stockers Zeit an der Spitze der ÖVP bald zu Ende gehen könnte. Der Wechsel soll sogar „schneller […] als man es sonst erwartet hätte“ kommen, glaubt man der als Prophezeiung inszenierten Botschaft Engelbergs.
Der frühere Parlamentarier gilt als Vertrauter aus dem Lager von Sebastian Kurz.
KI-Künstler geigt Stocker in den Abgrund
In dem Video, das auf Engelbergs Instagram-Kanal zu sehen ist, sieht der im Herbst 2024 aus dem Nationalrat ausgeschiedene Netanjahu-Sympathisant in der ÖVP einen baldigen „Faymann-Moment“ gekommen. Nach Jahren „unauffälliger Kanzlerschaft“ stieg bei Faymann die Unzufriedenheit, weswegen er letztlich den Hut nehmen musste.
Kurios ist die musikalische Untermalung des Beitrags, der letztlich Stockers Ende heraufbeschwört. Der Stocker-Abgesang wird von dem nicht real existierenden KI-Künstler Edmund Percival Montfort musikalisch begleitet. Der “Künstler” ist ein Projekt des Labels “Nostalgic Records”, das mit KI-Musik in Verbindung gebracht wird. Der Name des dramatischen Stücks: A Minor Benediction – also ein geringer Segen. Ein weiteres Zeichen dafür, dass der Haussegen in der ÖVP schief hängt.
„Bauernopfer“ Marchetti
Zuletzt rumorte es in der ÖVP. In der vergangenen Woche wurde publik, dass der Generalsekretär der Volkspartei, Nico Marchetti das politische Handtuch wirft. Die offizielle Begründung: Er wolle sich mehr auf private Projekte konzentrieren. Engelberg nennt andere Hintergründe. Marchetti habe in seiner Rolle nicht brilliert. Für Engelberg war es daher nicht überraschend, dass sich Marchetti „angeboten hat als sogenanntes Bauernopfer“. Die Kritik an Marchettis Arbeit war vor allem in der Niederösterreichischen ÖVP immer lauter geworden, berichtet der in ÖVP-Fragen gut vernetzte Journalist Josef Votzi.
In Niederösterreich, wo die ÖVP mit der FPÖ koaliert, wünschte man sich demnach andere politische Impulse, als sie die Bundespartei zuletzt gesendet hat. Der Rückzug Marchettis war nicht der einzige in der ÖVP in letzter Zeit. Auch die Stelle des Marketingchefs und dessen Stellvertretung war seit März 2026 lange Zeit vakant.
Titelbild: APA-Images / APA / HELMUT FOHRINGER, ZackZack, Franz Johann, CC BY-SA 2.0, ZackZACK

