11. Aug. 2026

Elon Musk: Der Milliardär vorm juristischen Abgrund

Wahlbestechung, Kinderpornografie und Holocaust-Leugnung bringen Elon Musk immer weiter in Bedrängnis. Die Justiz beschäftigt sich rund um den Globus mit den Aktivitäten des reichsten Mannes der Welt.

Er hat Hunderte Millionen Dollar ausgegeben, um Richter zu beeinflussen, Staatsanwälte zu schwächen und Regulierungsbehörden zu zerschlagen. Jetzt sitzt Elon Musk selbst im Fadenkreuz der Justiz.

Frankreich: Strafverfahren wegen Holocaust-Leugnung und Kinderpornografie

Die Cybercrime-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft hat bereits im November 2025 Ermittlungen gegen Musk eingeleitet, weil dessen KI-Chatbot „Grok“ auf französisch den Holocaust geleugnet hatte, wie Le Monde berichtete. Konkret schrieb Grok, die Gaskammern seien „für die Desinfektion mit Zyklon B gegen Typhus konzipiert, mit Belüftungssystemen, die eher für diesen Zweck als für Massenhinrichtungen ausgelegt waren”. Zu einem Gerichtstermin in Paris am 20. April 2026 tauchte Musk nicht auf.

Im Mai 2026 weiteten sich die Vorwürfe gegen Musks Social Media Plattform X aus. Die Plattform sei zur Drehscheibe für Kindesmissbrauchsmaterial geworden. Grok generierte im Dezember 2025 eigenständig sexualisierte Bilder von Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren.

Wahlbestechung in Wisconsin

Die sechsköpfige Wahlkommission des US-Bundesstaats Wisconsin votierte am Mittwoch mit 5:1 dafür, Musk wegen Wahlbestechung an den zuständigen regionalen Staatsanwalt weiterzuleiten, wie die Associated Press und der Guardian berichteten. Der Sachverhalt ist klar dokumentiert: Musk überreichte im Rahmen der Höchstrichterwahl in Wisconsin im Jahr 2025 drei Wählern Schecks über je eine Million Dollar. Das Wahlbestechungsgesetz verbietet diesen Versuch der unrechtmäßigen Beeinflussung der Justiz in Wisconsin.

Ob Musk in Wisconsin angeklagt wird, hängt von der Entscheidung des Staatsanwaltes ab. Im Falle einer Verurteilung muss der Tech-Milliardär mit empfindlichen Strafen rechnen. Wahlbestechung ist in Wisconsin ein Delikt der Klasse 1. Das bedeutet im schlimmsten Fall eine Gefängnisstrafe von 3,5 Jahren.

Die maximale Geldstrafe beträgt hingegen nur 10.000 Dollar. Für Musk entspricht das dem Gegenwert von weniger als einer Millisekunde seines Stundenlohns.

Auch vor der Präsidentschaftswahl 2024 zugunsten Donald Trumps hatte Musk jeden Tag eine Million Dollar an Wähler in Swing-States vergeben. Für diese Einflussnahme wurde er bislang nicht juristisch belangt.

USA: Vorwürfe gegen DOGE, Tesla und SpaceX

Der kanadische Journalist Dean Blundell verweist auf weitere juristische Probleme für Musk. Entlassene Bundesbeamte, Tesla-Aktionäre, SpaceX-Mitarbeiter, Bürgerrechtsorganisationen: die Kläger gegen Musk sind vielseitig. Gerichte ordneten die Wiedereinstellung von Tausenden durch Musks „Deregulierungsbehörde“ DOGE gefeuerten Bundesbeamten an. Tesla kämpft seit September 2023 gegen eine Klage der US-Gleichbehandlungsbehörde wegen systematischer Rassendiskriminierung in der kalifornischen Produktionsstätte. Mit Arbeitnehmerrechtsverletzungen muss sich auch Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX auseinandersetzen.

Geld soll alles regeln

Auch im Vereinigten Königreich ging die Justiz gegen X wegen Deepfakes und Kindesmissbrauchs vor. „Musks Reaktion auf eine Regierung, die damit droht, seine Plattform abzuschalten? Er hat die britische Regierung als „faschistisch“ bezeichnet“, beschreibt Blundell Musks Antwort. Der Milliardär unterstützt den rechtsaußen-Politiker Nigel Farrage und dessen Partei Reform UK. In Frankreich versucht Musk, genauso wie in Deutschland, die Parteien am rechten Rand mit seinem Einfluss in die Regierung zu hieven. Musk mischte sich mit seinen Äußerungen immer wieder zugunsten der AfD und Le Pens “Rassemblement National” ein.

Doch für Musk wird es erstmals ernster. In Wisconsin optierten sogar zwei der drei republikanischen Vertreter der sechsköpfigen Jury gegen ihn, weil der Sachverhalt zu eindeutig war. In Frankreich genießt Musk zudem wenig politischen Rückhalt. Der EU Digital Service Act, der dort gültig ist, könnte ihn und seine Social Media Plattform empfindlich treffen.

Elon Musk ist der reichste Mensch der Welt. Doch seine finanzielle Macht muss sich immer öfter einem starken Gegenspieler stellen: der Justiz auf beiden Seiten des Atlantiks. In Asien ist man bereits einen Schritt weiter gegangen. Wegen der unkonsensuellen Verbeitung von KI-erstellten Nacktbildern wurde X in Indonesien und Malaysia im Jänner 2026 gesperrt.


Titelbild: Brendan Smialowski / AFP / picturedesk.com, canva

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