Die Europäische Zentralbank will neues Bargeld einführen. Über die zehn vorliegenden Designs kann man derzeit abstimmen. Vom wertvollsten Geldschein könnte in Zukunft eine Österreicherin ihren Blick in die Ferne richten.
Während man hierzulande immer wieder über die Abschaffung von Bargeld phantasiert, arbeitet die Europäische Zentralbank (EZB) an einem neuen Design der Geldscheine, das erst in einigen Jahren ausgegeben werden soll. Österreich könnte bald prominent auf den Euro-Banknoten vertreten sein.
Obwohl es bis zur Einführung noch dauert, soll eine zentrale Entscheidung schon 2026 feststehen: Das Design. Über dieses können die Bürgerinnen und Bürger voraussichtlich bis Ende 2026 abstimmen. Zur Wahl stehen berühmte europäische Persönlichkeiten oder verschiedene Vögel und Flüsse beziehungsweise Gebäude von EU-Institutionen.
Bertha von Suttner als wertvollste Note
Sollten sich die berühmten Persönlichkeiten durchsetzen wären gleich mehrere Personen mit Österreich-Bezug auf den neuen Noten vertreten. Vom 5-Euro-Schein wird dann zukünftig die berühmte griechisch-italienische Opernsängerin Maria Callas strahlen. Sie führte 1956 drei Opern in der Wiener Staatsoper auf. Weitere Auftritte scheiterten wegen einem Zerwürfnis mit dem damaligen Operndirektor Herbert von Karajan.
Thematisch bleibt auch der 10-Euro Schein im Reich der Musik. Ludwig van Beethoven darf als Schaffer der Europahymne “Freude schöner Götterfunken” nicht fehlen. Der deutsche Komponist lebte über 30 Jahre lang in Wien, wo er 1827 verstarb. Heute liegt er am Wiener Zentralfriedhof begraben.

Zu Marie Curie (20 Euro-Schein) und Miguel de Cervantes (50 Euro-Schein) gibt es weniger Österreich-Bezug. Der spanische Schriftsteller verlor allerdings in der Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571 die Funktion seiner linken Hand, als er unter dem Kommando von Don Juan de Austria kämpfte. Der Österreich-Bezug zu Leonarda da Vinci (100 Euro-Schein) ist dürftig.
Umso prominenter könnte Österreich auf der wertvollsten Euronote vertreten sein. Sollte sich das Design der berühmten Persönlichkeiten gegen die Vögel und Gebäude durchsetzen, würde in Zukunft die Österreichische Schriftstellerin und Friedensnobelpresiträgerin Bertha von Suttner vom 200 Euro-Schein visionär in die europäische Zukunft blicken.

Vögel, Flüsse und Gebäude
Insgesamt stehen zehn Designs zur Bewertung zur Auswahl. Neben den berühmten Persönlichkeiten setzten sich Designs von Vögeln, Flüssen und Gebäuden durch. Auf den Vorderseiten sind Illustration von Vögeln zu sehen, während auf den Rückseiten bekannte Gebäude der EU-Institutionen abgebildet sind. Die derzeiten Euro-Noten zeigen Gebäude, die es in Wirklichkeit nicht gibt.


Im Rahmen der Umfrage stimmt man nicht für ein bestimmtes Design, sondern bewertet jedes einzelne Design nach dem eigenen Geschmack.
Bindend ist die Meinung der Bürgerinnen und Bürger für die EZB jedoch nicht. Das letzte Wort hat immer noch der EZB-Rat “wobei er das Feedback der europäischen Bevölkerung und der Expertengruppen in seine Entscheidung einbeziehen wird”, wie es auf der Website der EZB heißt. Ende 2026 soll die Gestaltung der zukünftigen Euro-Scheine feststehen.
Titelbild: https://www.ecb.europa.eu/euro/banknotes/future_banknotes/html/design-proposals.de.html

