Mit Dampfplaudern löscht man keine Brände. Das wissen die Menschen , deren Häuser und Wälder im Neunkirchner Föhrenwald eine Feuersbrunst nach der anderen bedroht. Johanna Mikl-Leitner scheint es nicht zu wissen.
Im Gegensatz zur Landeshauptfrau war ZackZack vor Ort. Als wir das Video vom verbrannten Föhrenwald posteten, wussten wir nicht, dass schon ein paar Stunden später einen Kilometer weiter das Gleiche passieren würde: Munitions-Phosphor im Waldboden trifft auf Luft und alles brennt.
Vor ein paar Tagen rückten 500 Feuerwehrleute aus. Diesmal waren es 750.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner war auch dabei – mit einem Dank auf Facebook.


Das kam auf Facebook gleich nach dem letzten Brand im Föhrenwald von der Landeshauptfrau und landete mitten in der St. Pöltner Hose. Das zeigten die Reaktionen:
Christine R.: Dann bitte ich sie hiermit, dass man diesen Freiwilligen auch einmal zeigt das sie hier sehr wertvoll sind ..Und dass man diesen Föhrenwald endlich einmal diese Relikte entfernen lässt. Heute stehen wieder 100te an Florianis freiwillig dort ohne Gehalt und das ganze in einem Gebiet, wo wir nicht wissen, ob sich nicht gleich wieder was entzündet..
Andrea H.: Liebe Frau Mikl-Leitner! Bitte finden Sie nicht nur dankende Worte sondern befreien Sie den Föhrenwald endlich von allen Relikten! Und danken Sie den Feuerwehren, indem Sie sie von den Steuern befreien.
Joe G.: „Ja – Munitionssuche in dem Bereich (ca 5 ha) wäre dringend notwendig !!! Ich bin Waldbesitzer ! Unsere Aufforstung nach dem Großbrand 2020 (1000 Bäume) alles weg !!!“ Müssen zuerst Menschen sterben bis endlich etwas geschieht ??????
Martin H.: Ich war heute nach einem stundenlangen Einsatz im Wassertransport mit unserem TLF-A 4000 tanken.
115 Liter Diesel. Rund 250 Euro. Für eine einzige Tankfüllung.!!!
Während Feuerwehrleute freiwillig und unbezahlt stundenlang im Einsatz stehen, ihre Familien und ihre Arbeit zurücklassen und helfen, wenn andere Menschen Hilfe brauchen, läuft die Rechnung weiter: Diesel, Fahrzeuge, Wartung, Ausrüstung.
Und genau hier stellt sich für mich eine ganz einfache Frage: Warum muss eine Feuerwehr für den Treibstoff, den sie für einen Einsatz zur Hilfeleistung verbraucht, derart hohe Abgaben bezahlen??? Steuern und Abgaben die einen Großteil der Tankrechnung ausmachen!!
Vielleicht wäre es deshalb an der Zeit, nicht die nächste Dankesrede zu schreiben, sondern endlich über konkrete Lösungen zu sprechen.
Ein letzter Poster schlägt vor: Gehälter an der Spitze massiv kürzen und das eingesparte Geld direkt jenen zugutekommen lassen, die täglich echte Leistung für unsere Gesellschaft erbringen – unseren Feuerwehrleuten. Das Land braucht endlich mehr Gerechtigkeit und weniger Dampfplauderei an der Spitze.
Weder Dank noch Respekt
Wer jahrzehntelang alles liegen lässt, verdient weder Dank noch Respekt. Wenn der Phosphor in der verrosteten Leuchtspurmunition der Nazi-Wehrmacht mit Luft in Berührung kommt, entzündet er sich und der Wald beginnt zu brennen. Im Verteidigungsministerium, im Innenministerium und im Büro der Landeshauptfrau weiß man das seit Jahrzehnten.
Alle drei kommen aus der niederösterreichischen ÖVP, die Verteidigungsministerin sogar aus dem Bauernbund. Ich weiß nicht, was sich Mikl-Leitner bei diesem Posting gedacht hat: „Kaum ist ein Einsatz bewältigt, werden sie schon wieder zum nächsten gerufen.“
Stimmt! Weil die zuständige Verteidigungsministerin und Parteifreundin bis heute die Munitionsreste nicht aus dem Waldboden räumen hat lassen, werden die Feuerwehrleute demnächst wohl zum dritten Großeinsatz im Föhrenwald gerufen.
Sie riskieren jedes Mal ihr Leben. Von der Landeshauptfrau gibt es dafür ein Posting. Ehrlicherweise hätte sie es etwas anders formulieren müssen: „Liebe Feuerwehrleute, wir werden genau gar nichts tun. Der Phosphor bleibt im Boden, der Wald wird wieder brennen, und beim nächsten Mal kriegt ihr wieder ein Posting von mir! Geht´s löschen und sch…!“
Was hätten sie tun können?
Nummer 1: Sanierung – die Phosphormunition aus dem Waldboden holen. Das ist kompliziert und nicht billig. Aber haben die Menschen im Steinfeld nur ein Recht auf einfache und billige Sanierungen? Wenn Politiker eine Bank in den Abgrund führen; wenn befreundete Unternehmen bei COVID die Hand aufhalten; wenn die Parteienförderung noch immer nicht reicht – dann regnet es Millionen und Milliarden.
Wenn kleine Waldbesitzer und Anrainer, die sich dort an der Straße Häuser gebaut haben, um ihre Existenz bangen – dann ist alles zu kompliziert und zu teuer.
So rechnet man in der ÖVP. In der Partei, die jahrzehntelang wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel verhindert hat. Die politisch hauptverantwortlich ist, dass es heute immer weniger Wasser und immer mehr Großbrände gibt.
Nummer 2: Blaulichtorganisationen unterstützen. Mit Steuerbefreiungen, klaren Freistellungsregeln im Beruf, Sicherung ihrer Infrastruktur und einer Wertschätzung, die ihrem Wert entspricht.
Nummer 3: Helfen statt posten.
Und vielleicht sogar Nummer 4: Verantwortung übernehmen. Damit würde die ÖVP Neuland betreten.

