16. Sep. 2026

Daten eindeutig: Trockenste Periode seit Beginn der Messgeschichte

Daten der GeoSphere Austria belegen, was viele schon ahnten. Die aktuelle Trockenperiode ist die schlimmste seit Beginn der Messgeschichte vor 176 Jahren.

Jetzt ist es amtlich: Österreich steckt in der schlimmsten Dürre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die vergangenen zwölf Monate waren die trockensten seit 1850 – und ein Ende ist nicht in Sicht.

Regen bleibt aus, Hitze bleibt

Zwei Hitzewellen mit Spitzenwerten bis 41,2 Grad haben den heurigen Sommer geprägt. Doch das eigentliche Problem ist ein anderes: Seit einem Jahr fehlt es massiv an Niederschlag. An manchen Messstationen im Osten regnete es wochenlang gar nicht mehr – etwa in Poysdorf im Weinviertel, wo seit 8. Juli kein Tropfen mehr fiel.

Klimaforscher Klaus Haslinger von der GeoSphere Austria zieht eine dramatische Bilanz: Die zwölf Monate bis Sommer 2026 seien die trockensten seit Messbeginn. Besonders betroffen sind Wien, Niederösterreich und das Burgenland, wo seit 23. Februar fast durchgehend zu wenig Regen fiel. Zwischen 23. Februar und 9. August kamen dort nur rund 211 statt der üblichen 405 Millimeter zusammen – die trockenste vergleichbare Periode seit mindestens 1961. Selbst die bisherigen Negativrekorde aus 2003 und 2015 werden damit klar unterboten.

Die Landwirtschaftskammer informierte in einer Aussendung erst kürzlich über die Folgen der anhaltenden Trockenheit. In der Landwirtschaft beliefen sich die Schäden auf eine Milliarde Euro. Die klimatischen Bedingungen führen auch zu großen Veränderungen. So haben einige Winzer bereits mit der Weinlese begonnen.

Bundesländer unterschiedlich hart getroffen

Beim Blick auf die Regenbilanz seit Jahresbeginn zeigen sich Unterschiede zwischen den Bundesländern: Während Kärnten mit einem Minus von 21 Prozent noch vergleichsweise glimpflich davonkommt, fehlen in Niederösterreich bereits 43 Prozent des üblichen Niederschlags. Auch Oberösterreich mit –42 Prozent, sowie Wien und das Burgenland mit je –39 Prozent trifft es hart.

„Durst der Atmosphäre“ verschärft die Lage

Zur fehlenden Feuchtigkeit kommt die Hitze: Im Osten wurden zwischen 23. Februar und 9. August durchschnittlich 26 Hitzetage über 30 Grad gezählt – ebenfalls ein Rekord, der den bisherigen Höchstwert von 22 Tagen (2015) übertrifft. Je heißer es ist, desto mehr Feuchtigkeit zieht die Atmosphäre aus dem Boden. Der dafür herangezogene Trockenheitsindex SPEI fiel im Juli 2026 auf unter minus 4. „Das ist beispiellos in der gesamten Messgeschichte und stellt damit auch bisherige Extremjahre in den Schatten“, unterstreicht Haslinger.

Keine schnelle Besserung

Selbst durchschnittlicher Regen könnte das aufgebaute Defizit nicht rasch ausgleichen, warnt der Klimaforscher. Erst ab Oktober deuten Langfristprognosen etwas feuchteres Wetter an.

Besonders bemerkenswert: Anders als bei früheren Dürrejahren wie 2003, 2015 oder 2018 war die Ausgangslage heuer schon zu Jahresbeginn angespannt. Der Trockenstress hat sich laut Haslinger seit dem Hochwasser 2024 kontinuierlich aufgebaut – mit dem historischen Tiefstwert vom Juli 2026 als vorläufigem Höhepunkt.


Titelbild: https://pixabay.com/photos/sunflowers-field-drought-heatwave-7385675/

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