Totalversager an der Spitze von VW stopfen sich die Taschen voll. Die AfD muss die Wutbürger, die das alles nicht mehr verstehen, nur abholen.
Heute Abend kommt der AfD-Krampus nach Ostdeutschland: In Sachsen-Anhalt wird gewählt, und der Sieg der AfD gilt als ausgemacht. Bundeskanzler Merz warnt verzweifelt vor einer „Wutbürgerwahl“. Die Frage, wie aus den jubelnden Ostdeutschen von 1989 die Wutbürger von heute werden konnten, stellt er sich nicht – auch, weil er selbst Teil der Antwort ist.
Eine größere Antwort findet man in China. Dort werden deutsche Autos nicht mehr verkauft, sondern verspottet. Die fossilen Ladenhüter von VW zeigen den Chinesen nur eines: wie weit sie die ehemalige Auto- und Motorhochburg Deutschland abgehängt haben.
Jetzt hat der VW-Aufsichtsrat beschlossen, sich von 50.000 Mitarbeitern zu trennen. VW-Chef Oliver Blume nennt das „ein starkes Signal für die Zukunft des Volkswagen-Konzerns“. Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der VW-Aktien und mit ihnen eine Sperrminorität. VW-Aufsichtsrat und SPD-Ministerpräsident Olaf Lies unterstützt Blume: „Von dem heutigen Beschluss gehen wichtige Signale aus: Wir investieren kräftig in Zukunftsfähigkeit und wir verbessern die Wettbewerbsfähigkeit.“
Taschen gefüllt
Haben es die 50.000 vergeigt – oder Blume und seine acht Mitvorstände? Die Antwort ist einfach: Die Versager, die VW an den Rand des Ruins geführt haben, sitzen an der Spitze. Sie waren zu rückständig und zu unbeweglich, um die Solarwende in der Mobilität zu begreifen. Sie waren zu dumm, und sie waren zu gierig.
Wie ihre Taschen vollgestopft werden, zeigt der VW-Geschäftsbericht 2024. Dort bekam Vorstandschef Oliver Blume für sein Totalversagen die Rechnung präsentiert: eine „Gesamtvergütung einschließlich Versorgungsaufwendungen“ von 10.345.676,97 Euro.
Das sieht so aus:

Die 50.000 von VW werden wohl ein weiterer Kern der neuen Wutbürger im Westen werden. Die im Osten haben das längst hinter sich. Die blühende Wirtschaft, die ihnen 1989 versprochen wurde, hat keiner erlebt. Die Ostdeutschen starteten als Abgehängte. Inzwischen fühlen sie sich von Westdeutschen so verspottet wie Deutsche von Chinesen.
Wutbürger sind im Stich gelassene Menschen, die zuschauen, wie sich die alte Politik um sich selbst im Kreis dreht. Egal ob CDU, CSU oder SPD – für sie ist das alles Teil eines Sumpfes, aus dem man immer dasselbe Quaken hört.
Nichts gelernt
Mit einer Mischung aus Verachtung und Ratlosigkeit sehen Altpolitiker auf Wutbürger hinunter. „Habt ihr nichts gelernt?“, fragen sie. Dabei sind es von CDU bis SPD und von ÖVP bis SPÖ sie, die nichts gelernt haben.
Sie haben die Energiewende verschlafen und verschlafen gerade die KI-Revolution. Sie haben Grenzen zu lange offengehalten und neben den Lern- und Demokratiewilligen auch die Hassprediger und politischen Bombenbastler ins Land gelassen. Und sie haben geholfen, dass der große deutsche Reichtum von unten nach oben verteilt worden ist, auch, weil der Hassboulevard das lautstark forderte.
Kohl, Schröder und Merkel haben es nicht geschafft, dass der Osten zum Westen aufschließt. Jetzt sehen Blume, Lies, Merz und Klingsbeil zu, wie aus Westdeutschland Stück für Stück Ostdeutschland wird.
Sicherheit
Ein Unterschied bleibt allerdings bestehen: Nur im Osten wünschen sich immer mehr Menschen das alte DDR-Regime zurück. Es hat ihnen Stasi und Plattenbauten geboten, aber auch eines, was heute fehlt: Sicherheit.
„Wollt ihr eine Sicherheit, die auf Erstarrung beruht? Wollt ihr Sicherheit gegen Freiheit tauschen?“ Immer mehr im Osten sagen darauf Ja.
Das ist der Punkt, an dem es gefährlich wird, weil hier aus Wutbürgern die neuen Nazis werden können. Davon sind sie im Osten und im Westen noch ein schönes Stück entfernt. Aber die tägliche Radikalisierung von AfD und FPÖ zeigt, wohin der Weg führt.
Veränderung
Im FPÖ-Gratiskampfblatt Heute lässt man jetzt schon abstimmen: 10 Prozent haben Angst vor der AfD, 68 Prozent erwarten „Veränderung“. Wer glaubt, dass von da ein Weg zurück zu den alten Parteien führt, hat nichts verstanden.
Es wird weiter um Veränderung gehen. Das ist der Grund, warum CDU, SPD, ÖVP und SPÖ aussterben werden. Aber was wird es auf unserer Seite der Republik geben? Wer zeigt, dass radikale Veränderungen Verbesserungen für fast alle sein können?
Heute Abend spielt die SPD in Sachsen-Anhalt ihre letzte Rolle: Wenn sie noch einmal die 5 Prozent-Hürde schafft, wird eine AfD-Alleinregierung unwahrscheinlicher. Mehr ist von der SPD nicht mehr zu erwarten, und von der SPÖ bald auch nicht mehr.
Also – reden wir über Veränderung, ohne und gegen AfD und FPÖ. Das lohnt sich, gerade an diesem Sonntag.

