Der Herbst-Auftakt des Pilnacek-Untersuchungsausschusses hatte es in sich: ab 10.00 war die ehemalige Justizministerin Alma Zadić geladen. Danach stand Oberstaatsanwalt W. von der WKStA Rede und Antwort. ZackZack war wie immer vor Ort.
Zadić im U-Ausschuss: “Kurz wollte, dass Pilnacek bleibt”
Die Befragung ist zu Ende
Weiter geht es morgen ab 08:30 mit den ersten Pressestatements.
Die erste Auskunftsperson wird die amtierende Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) sein.
Gibt es eine Homeoffice-Regelung in der WKStA?
fragt Krainer, nachdem Darmann und Hanger keine weiteren Fragen hatten.
W. sieht zunächst keinen Zusammenhang zum Untersuchungsgegenstand, beantwortet die Frage nach einer Erklärung Krainers aber so: “Ich hätte wegen Homeoffice keine Kommunikationsprobleme in der WKStA festgestellt bisher.”
Krainer will jetzt wissen, wie die Homeofficeregelung in der WKStA generell aussieht. Das ruft den Verfahrensanwalt auf den Plan, der jetzt mit dem zweiten Verfahrensrichter Wolfgang Köller diskutiert.
W. selbst und die Staatsanwältin T. machen beide kaum Homeoffice, deswegen gibt es keine Kommunikationsprobleme, wiederholt W. auch neuerliche Nachfrage Krainers, nachdem zunächst nicht klar war, ob die Frage zulässig ist.
Wurde W. vom BMJ für den U-Ausschuss vorbereitet?
fragt FPÖ-Politiker Darmann.
Ihm wurde ein Coaching angeboten, aber er habe es nicht in Anspruch genommen, gibt W. zur Antwort.
Ohne ZackZack gäbe es keinen U-Ausschuss. Und ohne deine Unterstützung gibt es kein ZackZack. Unterstütze uns mit einem Abo ab 12€/Monat.Jetzt beitreten
Tomaselli fragt W. nach Druck auf WKStA
Kommt das oft vor, dass die WKStA und deren Staatsanwälte angegriffen werden, sei es über Dienstaufsichtsbeschwerden, Anzeigen oder öffentlich?
W. sagt, er könne das nur aus seiner Sicht beurteilen. Es komme schon vor, sei aber im Rahmen des Erträglichen.
Anzeige wegen Beweismittelunterdrückung und Sachbeschädigung
Eine solche ging bei der WKStA gegen Caroline List ein. Diese leitete die Anzeige an die StA Graz weiter, die sich für befangen erklärte. Sie landete dann in Wiener Neustadt und wurde nicht weiter verfolgt, da die StA Wiener Neustadt unter anderem eine “Verjährung” bei der Sachbeschädigung fand – also offenbar eine Sachbeschädigung feststellte, wie Wotschke festhält.
Die Bunsenverbrennung des Handys
wurde gemäß zweier Rechtsgründe untersucht:
Beweismittelunterdrückung und Sachbeschädigung.
Im Ergebnis ist die WKStA davon ausgegangen, dass kein Anfangsverdacht gegen Caroline List wegen Beweismittelunterdrückung vorliegt, die das Handy bekanntlich mit einem Bundesbrenner vernichtet hatte. Ähnliches wurde bei der Sachbeschädigung angenommen. Frau List konnte laut W. davon ausgehen, mit dem Handy machen zu können, was sie wollte, da es ihr ausgehändigt worden sei.
Am 11.11. 2024 wurde eine Weisung ins elektronische Aktensystem eingetragen
die davor nicht befolgt wurde. Obwohl sie aus dem Frühjahr 2024 stammt. Warum wurde die Weisung davor nicht befolgt, fragt Krainer. Aber W. sagt, er könne das nicht sagen. Es handle sich um eine Kommunikation zwischen Justizministerium und OStA Wien.
Krainer fragt nach rechtlichen Details
die eher sperrig wiederzugeben sind. Auskunftsperson W. muss Textpassagen lesen, um Erlässe und Informationspflichten aus dem Jahr 2024 erläutern zu können. Das dauert ein wenig.
Hangers Meinung: WKStA trotzdem anscheinsbefangen
Zum Schluss gibt Hanger seine Meinung zum Besten: Für ihn war die WKStA trotzdem anscheinsbefangen. Außerdem hätte sie das private Handy trotzdem sicherstellen müssen.
Krainer wirft Hanger vor, die Argumente der Auskunftsperson zu ignorieren. Diese würden erklären weshalb das Handy im Jänner 2024 nicht sichergestellt wurde und warum die Behörde als solche bzw. W. selbst nicht befangen war.
Laptop-Auswertung und Befangenheit
Auf Pilnaceks Laptop befanden sich auch Dateien der WKStA.
Müsste sich die Behörde dann nicht für befangen erklären?, will Hanger wissen.
W. antwortet: “Das ist eine rechtliche Frage […] wir überprüfen ja nicht unsere eigenen Verfahren, das ist nicht Gegenstand des Verfahrens.” Insofern müsste sich die WKStA nicht für befangen erklären. W. erklärt noch einmal: “Die Frage, ob die WKStA vorkommt oder nicht, ist für die Erklärung der Befangenheit irrelevant.”
Hanger stellt das nicht zufrieden: “Sind auf dem Laptop Sachverhalte, die Ihre Behörde betreffen”, fragt der ÖVP-Fraktionsführer nach. W. zeigt sich über die Fragestrategie Hangers irritiert, der die WKStA offenbar ins Licht der Befangenheit rücken möchte. Wieder wird die Befragung von einer Geschäftsordnungsdebatte unterbrochen.
Hat W. überlegt, sich auch für befangen zu erklären?
Das möchte Hanger vom Oberstaatsanwalt wissen. Denn er habe beim Konflikt mit der OStA auch eine Rolle gespielt, begründet der ÖVP-Fraktionsführer seine Frage.
W. sagt: “Die Situation ist unterschiedlich zu bewerten. Ich kommuniziere als Gruppenleiter nicht direkt mit der Leitung (der OStA).”
"Die Truppe ist das Letzte"
Gernot Darmann rückt das angespannte Verhältnis zwischen WKStA und OStA wieder ins Zentrum.
“Wir müssen jetzt scharf eingreifen, die Truppe ist das Letzte”, sagte OStA-Leiter Fuchs etwa über die WKStA.
War W. zu einem früheren Zeitpunkt bekannt, dass Fuchs das über die WKStA gesagt hatte? W. verneint, sagt aber, dass das mittlerweile nicht mehr relevant sei, da Fuchs nicht mehr für die WKStA zuständig ist.
Warum hat sich Vrabl-Sanda bei den Pilnacek-Verfahren für befangen erklärt?
Das kann W. für Vrabl-Sanda nicht beantworten. Es sei aber eine persönliche Entscheidung von ihr gewesen, führt W. aus.
Tomasellis Frage nach einer Vergleichbarkeit mit Fuchs von der OStA Wien, der sich nicht für befangen erklärte, wird nach einer Intervention von Rosenkranz nicht zugelassen.
Ohne ZackZack gäbe es keinen U-Ausschuss. Und ohne deine Unterstützung gibt es kein ZackZack. Unterstütze uns mit einem Abo ab 12€/Monat.Jetzt beitreten
Wieder ist die Dienstaufsichtsbeschwerde Thema
Bekanntlich hatte Anwältin Linda Poppenwimmer diese bei OStA-Leiter Fuchs gegen WKStA-Staatsanwältin T. eingebracht. Auch Tomaselli fragt W., ob so etwas üblich ist. “Es kommt leider vor”, sagt W., aber zum Glück nicht so häufig.
ZackZack-Leserinnen und Leser wissen: Poppenwimmer sitzt im Buchverbotsprozess gegen ZackZack auf der Seite der Kläger. Sie vertritt Postenkommandantin S.
Kurze Pause
Dann geht es mit der ersten Fragerunde von Nina Tomaselli weiter.
Ist die OStA Wien neutral?
Die Frage betrifft den Falschaussageprozess gegen Anna P. und Karin Wurm. Die WKStA wollte die darin erzielte Diversion annehmen, die OStA war aber dagegen, weshalb die WKStA Beschwerde dagegen einlegen musste.
Wotschke bringt den Falschaussageprozess gegen die ehemalige Vizechefin der ÖVP – Bettina Glatz-Kremnsner – ins Spiel. Auch die erhielt eine Diversion. Ist der Fall nicht mit Karin Wurm und Anna P. vergleichbar?, will Wotschke von W. Wissen.
Der Oberstaatsanwalt zögert… und muss nicht antworten. Denn die Frage ist nicht zulässig, da andere Verfahren nicht den Untersuchungsgegenstand betreffen und zudem eine Vergleichbarkeit der Fälle fraglich erscheint.
Trotzdem antwortet W.: “Ich kann diese Frage nicht beantworten, da das einen Willensbildungsprozess in der Oberstaatsanwaltschaft Wien betrifft.”
Hat sich die Zusammenarbeit verbessert?
Zwischen WKStA und OStA, als OStA-Leiter Fuchs die Fachaufsicht über die WKStA abgeben musste?
“Ja”, sagt W. auf Anfrage von Wotschke. Die Zusammenarbeit funktioniert derzeit sehr gut.
Die Übergabe des Handys war ein wissentlicher Befungnismissbrauch
sagt W noch einmal. Dass die Polizei angab, im Rahmen des Sicherheitspolizeigesetzes (SPG) zu handeln, war für W. nicht stimmig. Denn mit der Einvernahme von Anna P. und Karin Wurm sei bereits ein Strafverfahren eröffnet worden. In einem solchen kann das SPG nicht zur Anwendung kommen. W. ist der Meinung, dass die Polizisten das auch wissen mussten und daher einen “wissentlichen Befugnismissbrauch” begangen hatten, als sie das Handy an sich nahmen und an Caroline Lists Anwalt weitergaben.
Unterschiedlicher Umgang mit Handy und Smartwatch "nicht nachvollziehbar"
Die Entscheidung der Polizei, das Handy schnell weiterzugeben und die Smartwatch auszuwerten hatte nach Einschätzung von W. keine Rechtsgrundlage und war auch “nicht nachvollziehbar”. Das Vorgehen der Polizei wurde in der WKStA jedenfalls lebhaft diskutiert, gibt W. Einblicke in die Interna der WKStA.
Wotschke fragt nach einem Amtsvermerkt zur Smartwatch
Nun ist die NEOS-Politikerin wieder an der Reihe. Sie fragt nach einem Amtsvermerkt zur Smartwatch, den Oberstaatsanwalt B. von der WKStA vorgenommen hatte.
Die StA Krems berichtete der WKStA, dass es im Fall Pilancek “keine technischen Geräte” gebe. B. hielt damals fest, dass diese Auskunft der StA damals falsch war. Ist W. eine faktenwidrige Auskunft einer Staatsanwaltschaft schon öfter untergekommen, will Wotschke wissen. Es sei ihm zumindest nicht aufgefallen, so W.
Die Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Oberstaatsanwältin T.
wurde von Anwältin und Vertrauensperson Linda Poppenwimmer gegen WKStA-Anwältin T. beim Leiter der OStA Wien, Johann Fuchs, eingebracht.
Ist das so üblich, fragt Krainer, “oder ist das eine Angewohnheit der Frau Poppenwimmer, dass sie alles immer an Fuchs schickt?” W. kann dazu aber keine Angaben machen.
Die "anhaltend renitente Staatsanwaltschaft Krems"
So steht es in einer Aufzeichnung der Oberstaatsanwaltschaft Wien. Krainer fragt W. ob er dazu Wahrnehmungen hat. Dieser verneint.
Zum Hintergrund: Die Staatsanwaltschaft Krems wollte ihr internes Tagebuch nicht an die StA Eisenstadt übergeben, als ihr das Pilnacek-Verfahren entzogen wurde.
Krainer fragt nach fehlender Dokumentation der Smartwatch-Auswertung
Denn im Bundeskriminalamt gab es kaum Aufzeichnungen zur Auswertung der Samsung-Watch.
W. soll seine Einschätzung dazu abgeben, ist dabei diplomatisch: “Es ist ratsam, das zu dokumentieren.” Normalerweise gibt es auch einen entsprechenden Auswertungsauftrag. Auch das sei in diesem Fall im Bundeskriminalamt nicht so gewesen.
Ohne ZackZack gäbe es keinen U-Ausschuss. Und ohne deine Unterstützung gibt es kein ZackZack. Unterstütze uns mit einem Abo ab 12€/Monat.Jetzt beitreten
Krainer ist dran und fragt nach Kollegen im Bundeskriminalamt
Etwas verschmitzt will der SPÖ-Fraktionsführer von W. wissen, ob die Abteilung 4c im Bundeskriminalamt die erste Wahl der WKStA bei der Auswertung von technischen Geräten ist.
W. sagt, man arbeite meistens mit den entsprechenden Experten im Bundesamt für Korruptionsbekämpfung (BAK) zusammen. Wen man konkret herbeizieht obliegt der konkreten Sachbearbeiterin. In diesem Fall war das Oberstaatsanwältin T.
Warum ordnete die WKStA keine Sicherstellung der Pilnacek-Geräte an?
Das will Hanger von W. wissen.
W. verweist auf Verhältnismäßigkeit, die schwer zu begründen gewesen wäre. Es gab dann eine Eingabe bei der WKStA, die eine Sicherstellung des privaten Pilnacek-Handys gerechtfertigt hätte. Man trat deshalb an Caroline List heran, die es jedoch bereits vernichtet hatte.
W. erklärt, warum man nicht schon früher das Handy sichergestellt hatte: Man untersuchte ja, ob die beiden ermittelnden Polizisten Amtsmissbrauch begangen hatten. Dabei hätte ein Handy zunächst nicht geholfen.
Hintergrund: Am 17. Jänner 2024 nahm die WKStA eine Sicherstellungsanordnung für die dienstlichen Geräte von Christian Pilnacek vor. Für die privaten Gegenstände erfolgte so eine Anordnung zu diesem Zeitpunkt nicht.
Jetzt wird es etwas technisch: W. verweist auf zwei verschiedene Akte. Die Sicherstellung der privaten Geräte waren im Jänner 2024 nicht begründbar, weil damals ein Zeitraum bis 2020 von der WKStA untersucht wurde.
Jetzt hat ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger das Fragerecht
Und fragt nach dem Stand der Ermittlungen. Das Verfahren wegen Falschaussage (Karin Wurm und Anna P.) sei noch nicht abgeschlossen, gibt W. an.
Pilnacek bereitete Fragen an W. vor U-Ausschuss vor
Das geht aus einem auf Pilnaceks Laptop gefunden Dokument hervor. Darin hat Pilnacek scheinbar Fragen an W. als Auskunftsperson für die ÖVP-Fraktion im ÖVP-U-Ausschuss vorbereitet.
Darmann will wissen, wie W. das im Nachhinein bewertet.
“Ich habe das zur Kenntnis genommen. Ich sage hier die Wahrheit und wer die Fragen an mich vorbereitet ist nebensächlich.”
Das Handy als Beweismittel - OStA vs. WKStA
Während die WKStA das Handy als wesentliches Beweismittel betrachtete, sah die OStA darin nur ein “potenzielles Beweismittel”. Darmann fragt W., was er zu dieser Änderung zu sagen hat.
“Dem habe ich keine große Bedeutung beigemessen. Ein Beweismittel ist für mich ein Beweismittel”, antwortet W.
Man habe der Weisung der OStA dann Folge geleistet. Das sei an sich auch nichts Ungewöhnliches. “Die OStA hat eben eine andere Sicht an den Tag gelegt als wir und das haben ich und die Oberstaatsanwältin T. akzeptiert.”
Auch Wolfgang Sobotka war angezeigt
in der ursprünglichen Anzeige gegen die Polizisten. Aber dieser wurde dann aus dem Akt “entfernt”, weil noch ein anderes Verfahren gegen ihn lief, gibt W. zu Protokoll.
Staatsanwältin T. übernahm den WKStA-Akt
W. war als Gruppenleiter von T. damit auch in den Fall eingebunden.
Wie war die Zusammenarbeit zwischen W. und der Leiterin der WKStA, Vrabl-Sanda?
Da sich Vrabl-Sanda im Fall Pilnacek für befangen erklärt hat, arbeitete W. in diesem Fall nicht mit ihr zusammen. Er kann sich auch nicht an Gespräche zwischen ihr und ihm im Fall Pilnacek erinnern.
Kontakt zur OStA hatte zu Oberstaatsanwalt R., der mit der Akte Pilnacek bei der OStA betraut war.
Gernot Darmann (FPÖ) eröffnet Fragerunde
Er fragt nach der Beteiligung aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der WKStA, die in der Causa Pilnacek zum Einsatz gekommen sind.
Die Mitarbeitenden sind keine Personen der Öffentlichkeit, weswegen sie hier nicht genannt werden dürfen.
Handy war Beweismittel
Nicht nur für die WKStA, sondern auch für die OStA. Die Weitergabe an den Anwalt von Pilnaceks Witwe Caroline List war daher ein Befugnismissbrauch. Es wurde den beiden Beamten aber keine Absicht unterstellt, weswegen das Verfahren einzustellen war.
Später formulierte die OStA die Einstellungsbegründung der WKStA bekanntlich um und strich den Befugnismissbrauch aus dem Dokument.
Ohne ZackZack gäbe es keinen U-Ausschuss. Und ohne deine Unterstützung gibt es kein ZackZack. Unterstütze uns mit einem Abo ab 12€/Monat.Jetzt beitreten
Eingangsstatement von W.
Der Staatsanwalt der WKStA gibt ein Eingangsstatement ab.
Zentraler Teil der Befragung wird das Ermittlungsverfahren gegen die beiden niederösterreichischen Kriminalbeamten sein, die im Fall Pilnacek ermittelten. Die WKStA leitete nach Anzeige der Kreutner-Kommission ein Verfahren gegen die Polizisten wegen Verdachts des Missbrauchs der Amtsgewalt ein.
Schlussendlich wurden die Ermittlungen jedoch eingestellt.
W. rekonstruiert die Einschätzungen der WKStA:
Kurz nach der Vernehmung wurden die Gegenstände von Anna P. und Karin Wurm freiwillig an die beiden Polizisten übergeben.
Rechtlich war dieses Geschehen für die WKStA so zu bewerten: Weil durch die Zeugeneinvernahme von Anna P. und Karin Wurm bereits ein Ermittlungsverfahren eingeleitet war, kam das Sicherheitspolizeigesetz als Grund für die Sicherstellung der persönlichen Gegenstände Pilnaceks nicht mehr in Frage. Darüber hätte nur die StA Krems entscheiden können, die eine solche Sicherstellung jedoch nicht anordnete.
Die erste Befragung ist zu Ende
Die Fraktionen haben keine weiteren Fragen.
Die Befragung geht um 15:00 mit Staatsanwalt W. von der WKStA weiter.
Wer wollte Johann Fuchs die Aufsicht über die WKStA entziehen
Das war laut Zadić sie selbst, die mit Fuchs deswegen telefonierte. Er reagierte mit Verständnis. Seither hat Fuchs’ erster Stellvertreter in der OStA Wien, Michael Klackl, die Aufsicht über die WKStA.
Die Berichterstattung zu Pilnacek und dessen Gegenständen
fand auch im Kabinett und einigen Sektionen Widerhall. Zadić schildert, dass das Thema der Abnahme von Pilnaceks persönlichen Gegenständen im Ministerium lebhaft diskutiert worden sei.
Zadić erklärt Zopf die Suspendierung Pilnaceks
Das Ganze ist schwer zu erläutern und etwas für ausgewiesene Kenner des Systems. Konkret habe sich die Sektion 5 für befangen erklärt und die Fachaufsicht sei daher an zwei Generalanwälte der Generalprokuratur gewandert. Diese haben empfohlen, das Verfahren gegen Pilnacek fortzuführen und ihn zu vernehmen. Diese Empfehlung erging an den Weisungsrat. Zadić habe das Entsprechende Vorhaben des Weisungsrats genehmigt.
Hat das BMJ die Verfahren gegen Pilnacek beschleunigt?
will die Abgeordnete Zopf weiter wissen. Zadic verweist auf mehrere Gerichtsentscheidungen, die die Suspendierung bestätigten.
Sie erinnert daran, dass Disziplinarverfahren pausieren, wenn Strafverfahren laufen. Es habe demnach länger gedauert, bis alle Verfahren – einschließlich der Disziplinarverfahren – gegen Pilnacek abgeschlossen waren.
Pilnacek-Suspendierung ist wieder Thema
Zopf legt ein Dokument vor, das ihr zufolge besagt, dass der Grund der Suspendierung Pilnaceks zum Zeitpunkt ihrer Erfolgung nicht mehr gegeben war. Hat Zadic das überprüft, will die ÖVP-Abgeordnete wissen?
Zadic ist zunächst irritiert und will wissen, worauf sich Zopf genau bezieht. Wieder entbrennt eine Geschäftsordnungsdebatte. Die ehemalige Justizministerin muss zunächst die Textpassagen lesen, auf die sich Zopf scheinbar bezieht.
Zopf hat wieder das Fragerecht und legt ein Dokument vor
Das dauert ein bisschen.
Die FPÖ hat in ihren Reihen ein Mittel gegen einsetzende Müdigkeit gefunden:
Wurde die Unabhängigkeit der Arbeit der Kreutner-Kommission überprüft?
Das fragt Elisabeth Heiß. Zadic sagt, eine solche Überprüfung stünde ja im Widerspruch zur Unabhängigkeit der Kommission. Also nein.
Wie lief die Suspendierung Pilnaceks durch Vizekanzler Kogler ab?
Es gab eine diesbezügliche Empfehlung der Präsidialsektion an den Minister in Zadics Vertretung. Er musste daher zustimmen, weil es sonst politische Einflussnahme gewesen wäre. Auch Zadic wurde telefonisch über diesen Schritt informiert und sie gab ihre Zustimmung.
Ohne ZackZack gäbe es keinen U-Ausschuss. Und ohne deine Unterstützung gibt es kein ZackZack. Unterstütze uns mit einem Abo ab 12€/Monat.Jetzt beitreten
Mangel an Gerichtsmedizinern
Wotschke konfrontiert Zadic mit der Schwierigkeit, genügend Gerichtsmediziner zur Verfügung zu haben. Zadic kannte das Problem und führte viele Gespräche zu dieser Thematik.
Die erste Fragerunde ist damit abgeschlossen. Tomaselli hat in Runde zwei keine Fragen mehr, die Abgeordnete Heiß übernimmt wieder.
Hat es Zadic überrascht, dass sich Fuchs nicht für befangen erklärt hat?
Zadic lächelt die Frage gekonnt beiseite.
Dann sagt sie: “Ich weiß es einfach nicht”, lacht aber und sagt: “Es war eine sehr intensive Zeit im Ministerium”.
Hat OStA-Leiter Fuchs Pilnacek gekannt?
Ja, aber Befangenheit der OStA Wien in der Causa war deswegen im Ministerium kein Thema.
"War ein schwerer Schock für alle"
Pilnaceks Tod machte viele im Ministerium betroffen. Besonders die, die ihn gekannt hatten. Es wurden auch viele Spekulationen angestellt, gibt Zadic an.
Journalisten informierten Zadic
über das angebliche Ableben von Pilnacek. Die Bestätigung erfolgte später ministeriumsintern.
"Suizid wie er klarer nicht sein kann"
Zadic weiß nicht, wie es zu dieser Aussage der StA Krems kam. Sie war auch verwundert darüber, dass man so früh über Suizid gesprochen hat, wiederholt die Ex-Ministerin auf Nachfrage von Wotschke.
Pilnacek und die Medien
Vor Zadics Amtsantritt wurde Pilnacek oft “in die Medien geschickt”, wie Zadic es ausdrückt. Sie wollte das so nicht. Zu Einzelstrafsachen mussten unter ihrer Ägide die einzelnen Staatsanwaltschaften befragt werden. Ein hoher Beamter wie Pilnacek hatte ihrer Ansicht nach nichts in den Medien zu suchen.
Pilnaceks Beratungstätigkeit
Zadic weiß nichts über genaue Beratungstätigkeiten Pilnaceks außerhalb seiner Rolle als Sektionschef. Aber es wurde darüber diskutiert, da er diesbezüglich nachgefragt hatte. Die Ex-Ministerin unterstreicht: Nebentätigkeiten müssen der Dienststelle bekanntgegeben werden.
Zu Beratungstätigkeiten für Sebastian Kurz hat Zadic keine Wahrnehmungen.
Wie war das Verhältnis zwischen Sebastian Kurz und Christiann Pilnacek?
Das kann Zadic nicht beantworten. Sie verweist auf das Pilnacek-Tape und darauf, dass ihr bewusst war, dass der ehemalige Sektionschef immer wieder Kontakt zu Wolfgang Sobotka gehabt habe.
Wann hat Zadic Pilnacek kennengelernt?
fragt Wotschke, die nun an der Reihe ist.
Zadic gibt an, dass Pilnacek schon bei den Regierungsverhandlungen zwischen ÖVP und Grünen mitgemischt hatte. Wie genau kann sie aber nicht sagen.
Ohne ZackZack gäbe es keinen U-Ausschuss. Und ohne deine Unterstützung gibt es kein ZackZack. Unterstütze uns mit einem Abo ab 12€/Monat.Jetzt beitreten
"Als Ministerin steht mir das zu, Weisungen zu erteilen"
stellt Zadic klar. Die Weisung war im debattierten Fall notwendig, weil die Gesetzeslage nicht eindeutig war und Ende 2024 abgelaufen wäre. Ihr ging es darum, eine einheitliche Rechtsdurchsetzung bei der Auswertung von sichergestellten Gegenständen zu gewährleisten, nicht darum, politisch Einfluss zu nehmen.
Pilnaceks Diensthandy - Diskussion um Auswertung
Die WKStA wollte Pilnaceks Diensthandy auswerten, aber die gültige Rechtslage war nicht klar. Die Fachaufsicht wollte von der WKStA per Erlass konkret wissen, warum und wie die WKStA das Handy auswerten wolle. Das Kabinett änderte laut Zopf diesen Erlass. Zadic erklärte schon zuvor, dass das Schreiben der Fachaufsicht nicht verhältnismäßig war, weil es nur für die WKStA gelten sollte.
Zopf beklagt, dass Zadics Kabinett den geplanten Erlass der Fachaufsicht abändern ließ. Die Debatte betrifft Interna der Justiz – eine eher trockene Materie.
Zopf sieht politische Einflussnahme
Weil Zadics Kabinett den Vorschlag der Fachaufsicht modifizieren ließ. Wieder entsteht eine Geschäftsordnungsdebatte, weil Zopf laut Tomaselli einen falschen Vorhalt gegenüber Zadic gemacht hat. Dass das politische Einflussnahme ist, ist lediglich die Meinung der ÖVP-Abgeordneten und nicht die tatsächliche Faktenlagen, hält auch der Vorsitzende Walter Rosenkranz fest.
Es geht mit Justizinterna weiter
Zadic erklärt, warum man sich in ihrem Kabinett dazu entschieden hat, den vorgeschlagenen Erlass der Fachaufsicht im Ministerium abzuändern. Man hielt ihn nicht für verhältnismäßig, da er sich nur auf die WKStA bezog und nicht auf alle Staatsanwaltschaften.
Die Luft ist dünn zwischen Zadic und Zopf
Zopf will wissen, warum ihr Kabinett einen vorgeschlagenen Erlass der Fachaufsicht abändern ließ.
Zadic will sich das entsprechende Dokument in Ruhe durchlesen.
Die Sitzung ist daher unterbrochen.
Im Mai 2024 war die alte Rechtsordnung noch in Kraft
Der Verfassungsgerichtshof stellte klar, in welchem Rechtsrahmen sich Handysicherstellungen und Auswertungen damals bewegen mussten. Zadic arbeitete damals im Ministerium an einem Erlass, um den Umgang mit Datenträgern zu überarbeiten und zu konkretiesieren.
Es ging darum, dass die Ermittler sensibel und verhältnismäßig mit Datenträgern umgehen, die sichergestellt wurden.
Zopf fragt noch einmal
ob eine Kabinettsmitarbeiterin selbstständig eine Weisung erteilen kann. Krainer protestiert wegen dieser Frage, aber Rosenkranz lässt die Frage zu.
Alles was Kabinettsmitarbeiterinnen machen, machen sie im Namen der Ministerin, das ist ja logisch, antwortet Zadic.
Zadic ist wütend
“Ich habe das Gefühl, dass Sie mich in eine Falschaussage drängen wollen”, sagt Zadic zu Zopf. Denn diese stellte eine Frage auf ein Dokument bezogen, ohne den Zusammenhang dahinter näher zu erklären.
Kann eine Sektionsmitarbeiterin eine Weisung an die Fachaufsicht erteilen?
Fragt Zopf und legt ein Dokument vor, in dem angeblich eine Frau L. im Kabinett von Zadic eine Weisung erteilte.
Hanger präzisiert: Hat das politische Kabinett von Frau Zadic hier durch eine Weisung politisch interveniert?
Wieder melden sich Verfahrensrichterin und Vorsitz Walter Rosenkranz zu Wort. Die ÖVP hätte das Dokument erstens schon früher vorlegen müssen und außerdem eine Einordnung des Dokuments anbieten müssen. Denn der Kontext ist für das Verständnis des Dokuments wichtig.
Zadic erklärt Zopf, wie die Justiz funktioniert
Dass beispielsweise die Oberstaatsanwaltschaft oder die Fachaufsicht Weisungen zu Beweiswürdigungen erteilt oder Ähnliches, ist ein normaler Vorgang, so Zadic. Wenn man das als Einfluss bewertet, missversteht man, worum es Zadic ging.
Nur bei unsachlichem politischen Einfluss müsste genauer hingesehen werden, präzisiert Zadic. Zopf stimmt zu.
Ohne ZackZack gäbe es keinen U-Ausschuss. Und ohne deine Unterstützung gibt es kein ZackZack. Unterstütze uns mit einem Abo ab 12€/Monat.Jetzt beitreten
Im ÖVP-U-Ausschuss sagte Zadic "Wir haben nicht Einfluss genommen"
Zopf fragt nun danach, wer im Fall Pilnacek keinen Einfluss genommen habe. Krainer meldet sich zur Geschäftsordnung: Zadic habe das 2022 gesagt, es kann also nichts mit dem Fall Pilnacek zu tun haben, der erst 2023 begann.
Zopf präzisiert: Auch heute habe Zadic im U-Ausschuss schon gesagt, “wir haben nicht Einfluss genommen”. Wen meint sie damit? Eine Geschäftsordnungsdebatte unterbricht die Debatte, ob die Frage zulässig und präzise genug ist. Es ist fraglich, ob Zadic heute diese Worte schon gebraucht hat, ZackZack hat nichts Derartiges wahrgenommen.
Zadic ist nicht klar, was genau Zopf meint, denn die ÖVP hat das entsprechende Dokument nicht vorgelegt, was Krainer zweimal kritisierte.
Hat Zadic Wahrnehmungen zu Interventionen im Fall Pilnacek?
War die Unabhängigkeit und Unbeeinflussbarkeit im Fall Pilnacek nicht gegeben, fragt Zopf und verweist auf ein Zitat von Zadic, wo sie erklärte, die Unabhängigkeit der Justiz müsse gestärkt werden. Zadic sieht aber keinen konkreten Zusammenhang zwischen ihrem Zitat und dem Fall Pilnacek.
Bettina Zopf (ÖVP) fragt zu Kontakt zu Peter Pilz
Als Ministerin hatte Alma Zadic keinen Kontakt zum heutigen ZackZack-Herausgeber Peter Pilz. Sie sei sehr dankbar für diese Frage, da sie entsprechende Gerüchte unter Wahrheitspflicht nun ausräumen könne.
Heiß hält Zadic ein Dokument vor
Darin zitiert der Autor Gernot Rohrhofer Christian Pilnacek mit den Worten, die WKStA habe eine schlechte Verurteilungsrate und sei ein politisches Instrument.
Zu diesen angeblichen Aussagen Pilnaceks hat Zadic keine Wahrnehmung. Sie bezweifelt den Wahrheitsgehalt dieser Rohrhofer-Zitate als “Hörensagen”.
Zadic entzog OStA-Leiter Fuchs die Zuständigkeit für die WKStA
Und übertrug sie seinem Stellvertreter Michael Klackl, der morgen in den U-Ausschuss kommt. Die Zusammenarbeit habe danach besser funktioniert, gibt Zadic an.
Wunsch von Kurz: Pilnacek bleibt
Schon vor ihrem Amtsantritt trug der damalige Kanzler Sebastian Kurz an Zadic den Wunsch heran, dass Pilnacek in seiner Funktion als Supersektionschef im Ministerium verbleibt.
Pilnacek war ein ausgezeichneter Strafrechtler
In Sachen strafrechtlicher Legistik habe sie auch bei einigen Projekten mit ihm zusammengearbeitet, gibt Zadic an.
Pilnacek war laut Zadic nicht überrascht über die Teilung seiner Sektion in Strafrecht und Legistik, da sich Zadic schon als Abgeordnete für diese Teilung ausgesprochen habe.
Pilnacek war Erstgereihter bei der Bewerbung für die Legistik und habe dort auch einige Projekte bekommen, gibt die Ex-Justizministerin an.
Warum hat Zadic nicht schon vor der Kreutner-Kommission Maßnahmen gegen Interventionen gesetzt?
Das habe sie, sagt Zadic. Sie habe Pilnaceks Supersektion gesprengt und Pilnaceks Einflusssphäre damit stark beschnitten.
Elisabeth Heiß (FPÖ) übernimmt das Fragerecht
Sie fragt, ob das oft vorgekommen sei, dass Politiker im Justizressort angerufen haben, um sich über Verfahren informieren zu lassen.
Sie habe sehr klar kommuniziert, dass es von ihre keine Informationen zu Strafverfahren gibt, gibt Zadic zur Antwort.
Wie war das aber bei ihren Vorgängern im Ministerbüro, will Heiß wissen?
Dazu hat Zadic keine Wahrnehmungen. Sie verweist aber auf einen “Flurfunk” und darauf, dass es sehr wohl Versuche gegeben hat, Einfluss und Einsicht zu nehmen. Das Wirken Pilnaceks hätte das gezeigt.
Pilnacek-Tape mündete in Untersuchungskommission
Dass Pilnacek auf einem Tape zu hören war, in dem er über versuchte politische Interventionen spricht, führte zur Entscheidung Zadic’ eine Untersuchungskommission über das “System Pilnacek” einzurichten. Die von Martin Kreutner geleitete Kommission sollte Verdachtsmomente und Strukturschwächen im Justizsystem durchleuchten.
Es gab kein Drängen aus dem Ministerium, wie genau die Untersuchungskommission zu arbeiten hatte.
Ohne ZackZack gäbe es keinen U-Ausschuss. Und ohne deine Unterstützung gibt es kein ZackZack. Unterstütze uns mit einem Abo ab 12€/Monat.Jetzt beitreten
Verwundert über StA Krems
Der Sprecher der StA Krems sagte kurz nach Pilnaceks Tod: “Ein Suizid, wie er klarer nicht sein könnte”.
Zadic zeigt sich von dieser Aussage irritiert. Sie weiß nicht, wie die StA Krems zu dieser Aussage gelangte.
Zadic verwundert über frühe Suizidthese
Die Ex-Justizministerin findet bis heute komisch, dass einige Beamte und Politiker schon früh die Suizidthese vertreten haben, die ihr zufolge bis heute nicht belegt ist. Denn nur weil Fremdverschulden bei der Obduktion nicht feststellbar war, kann nicht logisch auf einen Suizid geschlossen werden.
Pilnacek wollte sich etwas dazuverdienen
Er bezog trotz Suspendierung ein vermindertes Gehalt und wollte vom BMJ wissen, wieviel er sich dazuverdienen darf. Zadic war damit aber nicht befasst, gibt sie an. Das muss die entsprechende Sektion im Ministerium erledigt haben. Sie erinnert sich aber, dass darüber “diskutiert worden” sei.
Tomaselli hat das erste Fragerecht
Sie will wissen, warum Pilnacek überhaupt Suspendiert wurde. Ging es dabei nur um strafrechtlich relevante Vorwürfe oder andere auch?
Zadic spricht ein Verfahren gegen den Investor Michael Tojner im Sommer 2019 an, bei dem eine Hausdurchsuchung verraten wurde. Der Verdacht fiel eindeutig auf Christian Pilnacek, daher sei eine Suspendierung ausgeprochen worden.
War Pilnacek am 19. Oktober 2023 euphorisch?
Denn angeblich sei seine von Werner Kogler ausgesprochene Suspendierung kurz vor der Auflösung gestanden, Pilnacek hätte demnach also zeitnah ins Justizministerium zurückkehren können.
Gegen Pilnacek seien Strafverfahren und Disziplinarverfahren gelaufen, gibt Zadic an. Sie kann daher nicht bestätigen, dass die Suspendierung Pilnaceks bald beendet werden sollte, verweist aber auf einen Freispruch Pilnaceks in einem der Verfahren.
Keine "konkreten Wahrnehmungen"
hat Zadic über politische Einflussnahme rund um den Fall Pilnacek gehabt.
Zadic verzichtet auf Eingangsstatement
Edwards führt deshalb die Erstbefragung durch.
Sie will wissen, ob Zadic in das Verfahren betreffend Pilnacek als Ministerin involviert gewesen war.
Als Ressortspitze sei sie über die Prozesse “grob informiert” worden sein. Im Jahr 2024 erhielt Zadic Anfragen zu den Ermittlungen gegen die Pilnacek-Ermittler. Ein Jahr später wurde sie schon als Justizministerin abgelöst, gibt sie zu Protokoll.
Zadic sitzt im Ausschusslokal bereit
Sie wird von Verfahrensrichterin Christa Edwards über ihre Rechten und Pflichten belehrt, ebenso ihre Vertrauensperson.
Tomaselli gibt kein Statement ab
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende kommt nicht ins Auditorium, wo die Journalistinnen und Journalisten auf sie gewartet haben. Damit geht es direkt mit der Befragung von Alma Zadic weiter, die in wenigen Minuten beginnen soll.
Für Krainer "Pflichtprogramm"
Der SPÖ-Fraktionsführer sieht keinen “extrem nervenzerfetzenden Tag”. Er erwartet sich nicht viel von den heutigen Auskunftspersonen. Damit ist Krainers Statement schon wieder beendet.
Ohne ZackZack gäbe es keinen U-Ausschuss. Und ohne deine Unterstützung gibt es kein ZackZack. Unterstütze uns mit einem Abo ab 12€/Monat.Jetzt beitreten
NEOS froh über Auskunftspersonen
Nachdem NEOS-Fraktionsführerin Sophie Wotschke keine Fragen an die medizinischen Gutachter richtete, weil sie den Gegenstand für nicht relevant hielt, ist sie froh, dass man durch die heutigen Auskunftspersonen wieder zur politischen Ebene zurückkehre.
Wotschke möchte Alma Zadic zu den mutmaßlichen Interventionen von Pilnacek in damals laufenden Verfahren befragen und nennt dabei die Causa Blümel und die Causa Eurofighter als Beispiele. Auch zum Verhältnis zwischen ihr und Pilnacek möchte sie die einstige Ministerin befragen.
Staatsanwalt W. von der WKStA will sie fragen, ob seine Behörde frei und sauber arbeiten konnte.
Zur möglichen Ladung von Sebastian Kurz: Der Ball liegt laut Wotschke bei der FPÖ. Diese möchte Kurz aufgrund von offensichtlichen Absprachen zwischen Kurz und den Freiheitlichen aber nicht laden. Sie persönlich sei jedenfalls für die Ladung.
Hanger mit gewohntem Vokabular
Der ÖVP-Fraktionsvorsitzende spricht auch nach der Sommerpause als erstes von einem “FPÖ-Steuergeldverschwendungsausschuss”.
Das Thema des Ausschusses, politische Einflussnahme auf Ermittlungen, will Hanger aber dennoch aufgreifen. Jedoch nicht im Hinblick auf die Ermittlungen im Todesfall Pilnacek, sondern bei Alma Zadic. Diese habe politisch auf Ermittlungen eingewirkt, so Hanger ohne zu konkretisieren, welche Ermittlungen er meint.
Der Anschein von Befangenheit sollte dazu führen, dass Verfahren an andere Organe der Justiz wandern. Bei der WKStA sei das aber nicht der Fall gewesen, sagt Hanger. Diese habe trotz Anschein von Befangenheit im Fall Pilnacek ermittelt. Denn auch Dokumente der WKStA seien auf Pilnaceks Laptop gefunden worden, so der ÖVP-Politiker.
Kurz-Befragung für Hafenecker Zeitverschwendung
Der FPÖ-Politiker sieht in der möglichen Befragung von Sebastian Kurz derzeit keine sinnvolle Verwendung der Befragungszeit. Sollten sich konkrete weitere Fragen an Sebastian Kurz ergeben, könne sich Hafenecker aber vorstellen, den ehemaligen Bundeskanzler doch noch zu laden.
Erstes Pressestatement von Christian Hafenecker (FPÖ)
Hafenecker beginnt mit einem Seitenhieb auf die Koalition: Während es bei der Regierung Stillstand gibt, sei das im Untersuchungsausschuss nicht der Fall. Dann kritisiert der blaue Generalsekretär Innenminister Gerhard Karner (ÖVP), der die Aufklärungsarbeit des U-Ausschusses durch die Nichtausfolgung von Dokumenten aktiv behindern würde. So sind etwa die Rufdatenprotokolle der ermittelnden Beamten nicht an den Ausschuss übermittelt worden.
Hafenecker verweist in diesem Zusammenhang auf Ex-Finanzminister Gernot Blümel, der vom Bundespräsidenten zur Herausgabe von Dokumenten gezwungen wurde. Auch Karner könne dieses peinliche Schicksal drohen.
Von Auskunftsperson Alma Zadic erwartet sich Hafenecker einen “echten Einblick in den Maschinenraum” der ÖVP-Grünen-Regierung, der Zadic als Justizministerin angehörte. Interessieren würde Hafenecker, ob es im Justizressort Druck vonseiten der ÖVP gegeben habe.
Auch die Rivalität zwischen Oberstaatsanwaltschaft Wien und Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) werde bei der Befragung von Zadic Thema sein, die Missstände in ihrem Ressort auch von der Kreutner-Kommission untersuchen ließ.
Bei der der zweiten Auskunftsperson, Oberstaatsanwalt W. von der WKStA, wird das Verhältnis zwischen OStA Wien und WKStA noch genauer ins Zentrum der Befragung rücken. Denn die OStA ließ bekanntlich den Abschlussbericht der WKStA bei den Ermittlungen gegen die Pilnacek-Ermittler umschreiben, sodass zentrale Vorwürfe entschärft wurden.
In 2 Stunden geht es los
Dann kommt mit Alma Zadic die ehemalige Justizministerin als Auskunftsperson in den parlamentarischen Untersuchungsausschuss.
Die ehemalige Grüne leitete das Justizressort zwischen 2020 und 2025. Sie verkleinerte Pilnaceks Machtbereich und setzte nach dem Auftauchen des Pilnacek-Tapes die sogenannte “Kreutner-Kommission” ein. Diese sollte – unter anderem am Beispiel von Pilnaceks Wirken – systematische Schwächen des österreichischen Justizwesens analysieren und kam zu dem Schluss, dass es in Österreich Anzeichen für eine “Zwei-Klassen-Justiz” gebe.
Die Suspendierung des ehemaligen Justiz-Sektionschefs Pilnacek erfolgte während Zadic’ Babypause unter deren Vertreter Werner Kogler.

Liebe Forumsteilnehmer,
Bitte bleiben Sie anderen Teilnehmern gegenüber höflich und posten Sie nur Relevantes zum Thema.
Ihre Kommentare können sonst entfernt werden.









