09. Okt. 2026
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    Immer mehr Frauen, aber immer noch mehr Männer

    Der Bund veröffentlicht den 16. Gleichbehandlungsbericht. Deutlich wird: Der Frauenanteil steigt, aber nur langsam. In den meisten Ministerien sind Frauen dagegen in der Mehrheit.

    Um zu sehen wie es um Gleichstellung und Gleichbehandlung im öffentlichen Dienst tatsächlich steht, legt die Regierung dem Nationalrat alle zwei Jahre den Gleichbehandlungsbericht vor. Er gibt an

    Die Frauen- und Männeranteile im Gesamtpersonal des Bundes haben sich seit 2023 kaum verändert. 2025 sind 45 Prozent der Stellen mit Frauen besetzt. 2023 waren es noch 44 Prozent.

    In den höchsten besoldungsrechtlichen Einstufungen, de facto den Führungspositionen, liegt der Frauenanteil immer noch grundsätzlich unter dem Männeranteil. Der Abstand verkleinerte sich jedoch zwischen 2023 und 2025 um 1,4 Prozent. Wobei es bei der Kategorie Führungspositionen, wie Sacharbeiterinnen in anspruchsvoller Verwendung, den höchsten Anstieg von Frauenbesetzungen mit 2,3 Prozent gab.

    Frauen- und Männeranteil in Führungspositionen

    Schaut man sich die Veränderung des Frauenanteils je nach Berufsgruppe an, dann sieht man diesen dezenten Anstieg in fast jeder Kategorie. Nur “Sonstige” die aus fast ausschließlich Ärztinnen und Ärzten besteht, sinkt in der Frauenrate ab. Die Anzahl an Beschäftigten in dieser Kategorie ist jedoch generell recht gering, was zu größeren prozentualen Schwankungen führen könnte.

    Frauen- und Männeranteil nach Berufsgruppe

    Datenquelle: Quelle: 16. Gleichbehandlungsbericht des Bundes 2026 · Stand: 23.09.2026

    Teilzeitbeschäftigungen werden immer noch stark von Frauen dominiert. In ganz Österreich arbeiten 2025 fast 50 Prozent der Frauen in Teilzeit, während es im Bundesdienst 31,9 Prozent der Frauen sind. Männer sind hier stets weit unter den Frauen unterwegs und arbeiten im Bundesdienst nicht einmal 10 Prozent in Teilzeit. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern bleibt also groß.

    Anteil Teilzeitbeschäftigung nach Geschlecht, 2025

    Datenquelle: Quelle: 16. Gleichbehandlungsbericht des Bundes 2026 · Stand: 23.09.2026

    Die Elternkarenz ist nach wie vor überwiegend Frauensache. Frauen sind im Schnitt dreimal so lange in Elternkarenz wie Männer. Von den 10.244 Personen, die zwischen 2021 und 2025 in Elternkarenz waren, waren 73 Prozent Frauen und 27 Prozent Männer. Noch deutlicher wird der Unterschied bei der Dauer: 91 Prozent aller Karenztage in diesem Zeitraum entfielen auf Frauen.

    Elternkarenz 2021–2025: durchschnittliche Dauer in Kalendertagen

    Datenquelle: 16. Gleichbehandlungsbericht des Bundes 2026 · Stand: 23.09.2026

    Ministerien in Frauenhand

    Wird Politik mehrheitlich von Frauen gestaltet? Das geben Zahlen alleine nicht her. Sie belegen jedoch, dass in den meisten Ministerien Österreichs mehr Frauen am Werk sind als Männer:

    Frauen- und Männeranteil in Ministerien

    Datenquelle: 16. Gleichbehandlungsbericht des Bundes 2026 · Stand: 23.09.2026

    Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Differenz zwischen Männer- und Frauenanteilen im Bundesdienst in vielen Bereichen geringer wird. Eine schnelle Veränderung in Richtung Balance ist jedoch nicht zu sehen. Das Phänomen ist nicht nur im öffentlichen Dienst zu sehen. Die Arbeiterkammer Oberösterreich sieht “deutliche Nachteile für Frauen am Arbeitsmarkt”. Das sähe man auch bei den Führungspositionen: “Insgesamt haben 19 Prozent der männlichen Beschäftigten eine leitende Funktion, bei den Frauen sind es nur elf Prozent”, betont die AK Oberösterreich in einer Aussendung. Das läge jedoch nicht ausschließlich an der Politik. “Es gibt viele alte Muster. Es wird bereits Kindern beigebracht welche Talente Buben und Mädchen haben”, sagt eine Sprecherin gegenüber ZackZack. Die AK nimmt auch die Politik in die Pflicht, mehr Druck zu machen.


    Titelbild: canva

    Autor

    • Anika Skubacz

      Anika Skubacz studiert Journalismus in Wien. Sie interessiert sich besonders für gesellschaftliche Missstände und Geschichten mit persönlicher Perspektive. Sie ist Preisträgerin des Journalismus Nachwuchspreises 2026 der FH Wien der WKW gesponsert vom ORF.

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