Nepal, das nach der Sturzflut vom 26. August Entschädigung fordert, ist eines von 119 Ländern, die zusammen 2,8 Milliarden USD vom UN-Klimaschadensfonds beantragt haben. Österreich hat bisher mehr in diesen Fond eingezahlt als die USA.
Am 26. August kam es zu einer tragischen Naturkatastrophe in Nepal. Nun weiß man, dass der Klimawandel diese begünstigt hat. Auch wenn die Sturzflut im August besonders hohe Schäden verursacht hat, sind Naturkatastrophen keine völlige Seltenheit in Nepal. Nur knapp einen Monat später sterben nun dutzende Menschen bei Erdrutschen und Fluten. Der Auslöser: Starkregen, wie er in Südasien durch den Klimawandel häufiger wird.
Der “Climate Risk Index 2026” von Germanwatch fasst Extremwetterereignisse der letzten Jahre zusammen. “Der menschengemachte Klimawandel verändert die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen und führt flächendeckend zu schädlichen Klimafolgen”. Die 10 Länder, die 2024 am stärksten davon betroffen waren, sind:
St. Vincent und die Grenadinen, Grenada, Tschad, Papua-Neuguinea, Niger, Nepal, Philippinen, Malawi, Myanmar und Vietnam.
Diese 10 Länder sind 2025 zusammen für 1,73% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. China sind 29,51% der Emissionen zuzuordnen, während die USA mit knapp 11% auf dem zweiten Platz landen.
Nepal fordert nun in einem formellen Antrag eine Entschädigung für die durch die Sturzflut entstandenen Schäden. Damit sind sie jedoch nicht alleine. 119 Länder haben bereits solch einen Antrag gestellt. Insgesamt werden 2,8 Milliarden USD gefordert. Seit 2023 bei der UN-Klimakonferenz in Dubai der “Fonds zur Bewältigung von Verlusten und Schäden (FRLD)” eingeführt wurde, wird Geld für genau solche Fälle bereitgestellt. Bisher wurde jedoch nur gesammelt und nichts ausgezahlt. Wenn alle zugesagten Beträge gezahlt werden beträgt der aktuelle Fund jedoch nur 822,06 Millionen USD.
Österreich hat nach aktuellem Stand 21,80 Millionen USD beigesteuert (von versprochenen 27,50 Mio USD). Das sind über 4 Millionen USD mehr als die größten Klimatreiber China und die USA zusammen zahlen, während Österreich nur 0,13% an Treibhausgasemissionen verursacht. China beteiligt sich nicht an dem Fond und die USA ist mit 17,56 Millionen USD auf Platz 13 der versprochenen Geldsummen. Deutschland hat bisher mit fast 100 Millionen USD den größten Beitrag gezahlt.
Die offene Frage
Nepal hat kaum zum Klimawandel beigetragen und trägt trotzdem die Folgen. Wie viele andere Länder wartet es nun auf eine Entschädigung. Doch das geforderte Geld gibt es so nicht. Selbst wenn alle Zusagen eingehen, reicht das Geld nicht für die 2,8 Milliarden US-Dollar, die 119 Länder beantragt haben. Bis der Fonds zeigt, dass er tatsächlich hilft, bleibt die Frage unbeantwortet, wer für die Schäden aufkommt.

