Wien, 10. November 2019 /

– 1968 geboren, viel „grüner Hippie“ steckt allerdings nicht mehr in ihm

– war erfolgreicher Wahlkampfmanager von Präsident Van der Bellen

– gibt in seiner Funktion als „Präsidentenberater“ gerne politische Einschätzungen zu den Grünen ab

 

Profil:

Lothar Lockl, geboren 1968 in Wien, ist so etwas wie ein Rockstar unter den Politik- und Medienstrategen. Noch in den 90ern, als er seinen späteren Meister Alexander Van der Bellen kennenlernen sollte, besetzte er Baustellen und Nationalparks. Der studierte Landschaftsökologe legte jedoch nach und nach seine rebellische Seite ab. Lockl schwenkte studientechnisch um auf Politik- und Kommunikationswissenschaft, was seine Karriere maßgeblich beeinflussen sollte. „Er hatte immer ein gutes Gefühl dafür, welche Botschaft nach außen gehen sollte und welche nicht“, lobt ihn die ehemalige Bundesgeschäftsführung der Grünen, Michaela Sburny. Bei den Grünen sollte er dann viele Stationen durchlaufen: Pressesprecher, Kampagnenchef, politischer Koordinator, Bundesparteisekretär. Trotz der hochpolitischen Ämter, die er bekleidete, galt er intern immer als unpolitisch. Vielen linken „Fundis“ war dies ein Dorn im Auge. Er steppte auf Society- und Charity-Events und gilt auch deshalb als bestens vernetzt in Medienkreisen. Nach der Ära seines Ziehvaters Van der Bellen war auch seine grüne Laufbahn vorbei. Manche in der Partei scheinen damals wohl nur darauf gewartet zu haben. Doch nach der dann erfolgenden Gründung einer Kommunikationsagentur setze Lockl 2016 zum Höhenflug an: als Wahlkampfmanager von Van der Bellen schaffte er das Unmögliche und brachte einen grünen Kandidaten ins schwarz-rote Machtaufteilungsamt, die Bundespräsidentschaft. Derzeit ist er für VdB als externer Berater zuständig. Gehandelt wird er auch als künftiger Minister in einer möglichen türkis-grünen Koalition.

Interessantes:

Lothar Lockl wird in den Medien oft als „Präsidentenberater“ bezeichnet. Das ist auch so. Unter dem Deckmantel des objektiven „Präsidentenberaters“ scheint es für manche Journalisten, als würde ihn das weniger befangen machen, wenn es um die Grünen geht. Denn Lockl wird fast ausschließlich zu seiner Ex-Partei gefragt. So auch während des Nationalratswahlkampfes 2019. In einer ORF-Sendung prophezeite er, wohlgemerkt anmoderiert als Berater des Bundespräsidenten, einen grünen Höhenflug und der Liste Jetzt kaum Chancen für den Einzug – so wie fast alle Kommentatoren des Landes. Bemerkenswert dabei war aber vor allem seine ruhige und vom Inhalt distanzierte Stimme. Es gibt nicht viele, die ein subjektives Statement durch ihre Tonalität objektiv wirken lassen. Kommunizieren kann er. Das weiß auch VdB: unbestätigten Berichten zufolge soll er eine hohe Summe für seine Beratertätigkeit kassieren, obwohl er nur einmal wöchentlich den Präsidenten „brieft“. Wer kann, der kann.

(wb)

Titelbild: APA Picturedesk

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