18 Liter Tee vor Drogentest

Ex-Teamspieler verurteilt

Der Ex-Nationalspieler Sanel Kuljic ist am Donnerstag am Wiener Landesgericht wegen Suchtgifthandels zu einem Jahr unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt worden. Dabei offenbarte er einen skurrilen Trick bei der Drogenkontrolle.

Wien, 05. Dezember 2019 / Sollte das Urteil Rechtskraft erlangen, hat der Ex-Kicker gute Chancen, dass er die über ihn verhängte Haftstrafe nicht im Gefängnis verbüßen muss. Eigenen Angaben zufolge war Kuljic seit längerem süchtig und konsumierte täglich 0,4 bis ein Gramm Kokain. Seine eigene Abhängigkeit sei auch das Motiv für die inkriminierten Handlungen gewesen, legte er vor Richterin Mariella Noe dar. Er habe das Suchtgift um 50 bis 55 Euro von seinem Stammdealer erworben und um 60 Euro weitergegeben. Neben einem „Aufschlag“ von mindestens fünf Euro habe er außerdem ein bis zwei Gramm abgezweigt, ehe er das Kokain weiterreichte.

18 Liter Blasentee

„Ich hab‘ getrickst“, räumte Kuljic ein, „ich hab‘ einen Tag vorher immer Tee getrunken. 18 Liter Blasentee. Damit waren die Tests negativ.“

Das Geld für das Kokain, das er konsumierte, hätte er ohne seine Frau nicht aufbringen können, legte der frühere Nationalspieler dar. Sein Einkommen von zuletzt 1.300 Euro monatlich sei zur Gänze für Drogen draufgegangen. Die „sonstigen Ausgaben“ habe zur Gänze seine Partnerin bestritten.

Bereits in Wettskandal verwickelt

Kuljic war wegen seiner Verwicklung in den bisher größten Wettskandal im heimischen Sport – die versuchte Manipulation von 18 Spielen der ersten und zweiten österreichischen Fußball-Liga zwischen November 2004 und Oktober 2013 – im Herbst 2014 wegen schweren Betrugs, Erpressung und Nötigung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Im März 2017 wurde er wegen guter Führung vorzeitig entlassen.

(APA)

Titelbild: APA Picturedesk

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