Mayr-Melnhof Werkschließung:

130 Personen verlieren ihren Job

Am Standort Hirschwang (Bezirk Neunkirchen) wird ein Werk der Papierfabrik Mayr-Melnhof geschlossen. Die Kartonproduktion wird voraussichtlich im November eingestellt. 130 Personen müssen um ihre Existenz bangen. Ein Sozialplan, der 4,5 Millionen Euro umfassend sein sollte, wurde nun dem Betriebsrat präsentiert.

Wien/Steyr, 16. Oktober 2020 | Der Kartonhersteller Mayr-Melnhof (MM) will den Standort in Hirschwang (Niederösterreich) noch dieses Jahr schließen, obwohl das Werk in den letzten Jahren ständig Rekordergebnisse lieferte. So wurden 2018 und 2019 jeweils zehn Millionen Euro an Dividende ausgeschüttet. 2018 wurde der Standort sogar konzernweit als „Werk des Jahres“ ausgezeichnet. Während der versammelten sich 250 Arbeitnehmer vor dem Haupteingang. Der Betriebsrat einigte sich auf einen Sozialplan.

“Leider nicht mehr verhindern lassen”

Der Sozialplan sei “wirklich sehr gut, mit dem kann man vor die Belegschaft gehen”, so Reiter. Dennoch bleibt es aber bei der Einstellung des Herstellers. Dieser umfasse Arbeitsstiftung, Härtefonds, freiwillige Einmalzahlung, Kindergeld und Vorruhezeitmodell.

Die im September angekündigte Einstellung der Kartondivision am Standort habe sich laut Reiter “leider nicht mehr verhindern lassen”. Gegen diese Maßnahme hätte heute im Rahmen einer öffentlichen Betriebsversammlung in Wien protestiert werden sollen. Am Mittwochabend habe man sich dann aber doch noch überraschend auf den Sozialplan einigen können. Die Betriebsversammlung fand dennoch statt, laut Reiter haben rund 250 Personen teilgenommen.

130 Mitarbeiter verlieren ihren Job

Die Produktion an der Kartonmaschine in Hirschwang werde voraussichtlich im November eingestellt, ein genauer Zeitpunkt sei aber noch nicht bekannt. Auch die genaue Anzahl der Mitarbeiter, die ihren Job verlieren, sei noch unsicher, sagte Reiter.

Im September war von 130 Stellen die Rede gewesen. In der betroffenen Division sind zwar laut Unternehmen 150 Personen tätig, für 10 bis 15 Personen könnte jedoch die Möglichkeit eines Wechsels innerhalb des Konzerns bestehen. Ganz sicher sei das aber noch nicht, so der Betriebsratsvorsitzende.

Proteste gegen die Standortschließung

Am Donnerstagvormittag gab es als Zeichen des Protests eine öffentliche Betriebsversammlung vor der Zentrale in Wien. Rund 120 Personen, die gekündigt werden und noch mindestens genauso viele Menschen, die ihre Solidarität zeigen wollten – darunter Gewerkschaftsmitglieder von Dpa und Produktionsgewerkschaft (Pro-Ge) – waren vor Ort.

Die SpitzengewerkschafterInnen Klaudia Frieben (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA-djp) forderten Mayr-Melnhof dazu auf, notwendige Investitionen für das angrenzende MM-Verpackungswerk Neupack durchzuführen, um die Zukunft dieses Werkes zu sichern und damit auch für Arbeitsplätze zu sorgen.

„Die beste Unterstützung für die Arbeitnehmer des Kartonwerkes sind sichere Arbeitsplätze. Das benachbarte MM-Werk kann hier einen wichtigen Beitrag liefern“,

betonen Frieben und Dürtscher gegenüber des Österreichischen Gerwerkschaftsbundes.

(apa/jz)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

Folge einem manuell hinzugefügten Link
Link zu: InlandLink zu: Meinung
Link zu: AuslandLink zu: Leben

ZackZack braucht dazu eine starke Basis:

DICH

Auf dem Boulevard fahren alle rechts in dieselbe Richtung. Wir sind der erste Gegenverkehr.

Schließen