Tausende Pubs am Ende

Pleitewelle rollt an

Die Lockdowns bringen eine globale Pleitewelle mit sich. Das zeigt sich langsam auch in Europa: Schon 6.000 Pubs in Großbritannien haben geschlossen, Tausende werden folgen. So wie in Österreich, wo bereits Traditionslokale zusperren müssen.

 

Wien/London, 22. Jänner 2021 | 2019 sperrten 2.000 großbritannische Pubs zu. Im Jahr 2020 waren es 6.000. Der Grund? Laut Branchenvertretung die Corona-Verbote, keine Feiern, keine Gäste. Doch das ist nur der Anfang.

Tausende Pubs werden verschwinden

“Es ist leider unvermeidlich, dass es Tausende weitere treffen wird”, sagte Karl Chessell von Branchenanalyst CGA. Der Branchenverband UK Hospitality zeigte sich alarmiert. “Der Verlust von 6.000 Betrieben ist ein furchtbarer Schlag für die Branche, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs, wenn wir unseren Kurs beibehalten”, so Verbandschefin Kate Nicholls.

Jedes fünfte Unternehmen habe einer Erhebung zufolge keine Rücklagen, um den Februar zu überstehen. Nicholls forderte mehr finanzielle Unterstützung, vor allem Mieten seien eine große Belastung. “Betriebe am Leben zu erhalten und Arbeitsplätze zu schützen, ist von entscheidender Bedeutung und wird der Schlüssel zur Erholung nach der Pandemie sein”, sagte Nicholls.

Erste Traditionslokale sperren zu

Doch die Gastropleitewelle wird nicht in Großbritannien haltmachen. Auch in Österreich haben viele Lokale bereits massive Probleme. Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass das beliebte Wiener Traditionslokal „Lahodny“ nach 80 Jahren Betrieb zusperrt. Die WKO-Gastrovertretung schätzt gegenüber ZackZack, dass rund 12.000 Betriebe auf die dringenden Entschädigungen aufgrund der Schließung warten würden.

Wichtig sei nun, „dass sie unbürokratisch und rasch unterstützt werden“, sagt WKO-Gastro-Spartenobmann Mario Pulker zu ZackZack, allerdings sei der Sparte „bewusst, dass es auch Fälle geben wird, die es nicht schaffen. Vor allem solche, die schon vor Corona mit dem Rücken zur Wand standen.“

Der Fall „Lahodny“ widerspricht dem Spartenobmann allerdings. Das Lokal lief prächtig, erst vor zwei Jahren baute man um, die Renovierung entpuppte sich nun wohl zum Todesstoß. „Mit dem Rücken zur Wand“ stand man jedoch nicht, ganz im Gegenteil.

Erst am Montag veranstalteten rund 160 Gastronomen eine Protestaktion, um auf die fatale Situation aufmerksam zu machen (ZackZack berichtete).

America first

In der USA ist die Pleitewelle dagegen bereits in vollem Gange, und sie ist verheerend. So zeigten Daten des Unternehmens Yelp schon im September, dass 60% aller Kleinbetriebe, die aufgrund der Lockdown-Politik schließen mussten, nun pleite sind und schließen müssen.

Das waren bereits zu diesem Zeitpunkt über 97.000 Kleinbetriebe. Laut „Forbes“ sind fast die Hälfte aller Kleinunternehmen, die von Schwarzen betrieben wurden, überrollt worden und nun Pleite. Das sind mehr als doppelt so viele, wie bei Weißen.

(apa/ot)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

5 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Bewertungen
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare

Folge einem manuell hinzugefügten Link
Link zu: Politik
Link zu: MeinungLink zu: Leben

Der türkise Gegenschlag – Pilz am Sonntag

Am 30. August entscheidet das Gericht, dass ÖVP-Mann Mahrer nicht mehr behaupten darf, Ex-FPÖ-Politiker Jenewein habe gegen Geld geheime Infos aus dem BVT bekommen. Am selben Tag beantragt eine Staatsanwältin aus genau diesem Grund die Hausdurchsuchung bei Jenewein. Sie ist unzuständig und lässt eine Durchsuchung am falschen Ort bewilligen. Dahinter steht die AG FAMA des Bundeskriminalamts. Ihr Chef ist Teil des türkisen Putztrupps in Nehammers Innenministerium.

Die Ho-kain Affäre

Die Pratersauna von Martin Ho: Ein Drogen-Hotspot? Hatte Strache Recht, als er den Freund des Kanzlers auf Ibiza als „größten Drogendealer“ Wiens bezeichnete? ZackZack hat Beweise für organisierten Drogenhandel im Wiener Club.

Zadic: Blümel nicht interessant, Kurz schon

Der Kurz-Paragraf wurde auch im Fall Blümel geprüft. Da folgte das Justizministerium noch der Rechtsansicht der WKStA. Doch nun sagt Zadic: Nur Kurz ist von öffentlichem Interesse.